Die Regierungszeit von Königin Isabella II. in Spanien

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Die politischen Funktionen von Isabella II.

Die Regierungszeit von Königin Isabella II. stellt eine revolutionäre und wesentliche Etappe in der Geschichte Spaniens dar: den Übergang von der absoluten Monarchie zu einem parlamentarischen bürgerlichen Staat sowie den Wandel von einem wirtschaftlichen und sozialen System des Ancien Régime zu einem modernen kapitalistischen System. Die neue herrschende Klasse bildete sich aus dem Bündnis der Bourgeoisie und des traditionellen Adels.

Phasen der Herrschaft

  • 1. Phase (Minderjährigkeit): Geprägt durch die Regentschaften von Maria Cristina (1833–1840) und General Espartero (1840–1843), den Karlistenkrieg (1833–1839) sowie verschiedene Verfassungen (Statut von 1834, Verfassung von 1812 und 1837).
  • 2. Phase (Effektive Herrschaft 1844–1868): Unterteilt in das moderate Jahrzehnt (1844–1854), den progressiven Zweijahreszeitraum (1854–1856) und die Regierung der Liberalen Union.

Merkmale des elisabethanischen Regimes

  1. Verfassung von 1845: Ein konservatives Regelwerk, das den Katholizismus als exklusive Religion festlegte und die Macht zwischen Krone und Parlament teilte. Der Senat war elitär und von der Krone bestimmt.
  2. Konservative Ausrichtung: Die Königin unterstützte stets konservative Kräfte, was ab 1863 zur Entfremdung vom Volk und schließlich zum Sturz der Monarchie führte.
  3. Militärische Präsenz: Ständige politische Einflussnahme durch Militärs wie Narváez, Espartero, O’Donnell und Prim aufgrund der Schwäche des parlamentarischen Systems.
  4. Oligarchische Parteien: Das Parlament war exklusiv von bürgerlichen Parteien besetzt; die breite Bevölkerung war vom politischen Leben ausgeschlossen.
  5. Soziale Ausgrenzung: Die Mehrheit der Bauern und Industriearbeiter profitierte nicht vom liberalen Regime. Die Beschlagnahmungen verschlechterten ihre Lebensbedingungen, was zu Unterdrückung und dem Aufkommen sozialistischer Ideen führte.

Wirtschaftliche Maßnahmen des progressiven Zweijahreszeitraums

Während der Herrschaft von Isabella II. vollzog sich ein Wandel zur bürgerlichen Gesellschaft. Ziel war die Stärkung des Privateigentums und die Bildung einer neuen Elite aus alten Feudalherren und kapitalistischen Eigentümern.

Transformation der Wirtschaftsordnung

Die Umwandlung erfolgte in zwei Phasen: Zunächst der Abbau der rechtlichen Ordnung des Ancien Régime (z. B. Abschaffung des Zehnten und der Zünfte), gefolgt von der Etablierung einer kapitalistischen Rechtsordnung.

Die Madoz-Desamortisation (1855)

Die allgemeine Einziehung betraf nicht nur Kirchengüter, sondern auch Gemeindebesitz. Ziel war die Finanzierung der Industrialisierung, insbesondere des Eisenbahnbaus. Dies begünstigte das Bürgertum, verschlechterte jedoch die Lage der Bauern.

Eisenbahngesetz von 1855

Das Gesetz förderte ausländische Investitionen und den Bau großer Linien. Zwischen 1855 und 1865 wuchs das Schienennetz von wenigen Kilometern auf 4.750 km an.

Finanzreformen

Im Jahr 1856 wurden die Bank von Spanien reguliert und das Gesetz über Bank- und Kreditgesellschaften verabschiedet. Dies führte zu einer Expansion des Finanzsektors, endete jedoch mit der Krise von 1864, als viele spekulative Unternehmen zusammenbrachen.

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