Religiöse Landschaft Spaniens: Kirchen, Sekten und Kulturerbe

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Merkmale des spanischen Katholizismus

Während der Franco-Diktatur (1939–1975) und bis zur Verkündung der Verfassung 1978 wurde der Staat als katholisch angesehen; das Gesetz war stark von der Religion inspiriert. Diese Regelung wird als katholischer Nationalismus bezeichnet. Die Staat-Kirche-Beziehungen wurden 1953 mit der Unterzeichnung des Konkordats bestätigt. Die Verfassung und das Organische Gesetz zur Religionsfreiheit von 1980 leiteten die Umwandlung zu einem vom Staat unabhängigen Verhältnis gegenüber jeder Religion ein, wobei allen die gleiche Freiheit des Denkens und der Anbetung garantiert wird.

Sekten in Spanien

Spanien steht im Zusammenhang mit Sekten immer wieder im Blickpunkt. Ihre Organisation, ihre Aktivitäten und die rechtlichen Garantien sind häufig Gegenstand von Studien, Analysen und Kommentaren in den Medien. Die Zahl der Sekten und der durch sie betroffenen Personen ist schwer zu verifizieren, doch handelt es sich schätzungsweise um rund 200 Sekten mit insgesamt über 150.000 Anhängern. Sekten können nach bestimmten Kriterien in vier Gruppen eingeteilt werden:

  • Satanische Sekten: Sie glauben an Satan nicht als Gott, sondern als eine Kraft, die die Welt steuert. (50, 3000)
  • Sekten östlichen Ursprungs, z. B. Hare Krishna: Anhänger betrachten Vishnu als eine Erscheinungsform Gottes. (Nur Ansiedlung und Aktivität)
  • Gnostische Sekten: Ablehnung der schöpferischen Kraft Gottes; die materielle Welt wird als schlecht angesehen. Sie konzentrieren sich vorwiegend auf die Erkenntnis des menschlichen Geistes, da diese als Erlösung gilt. (Beisp.: Movimiento del Conocimiento Cristiano, ca. 1000 Adepten)
  • Christliche Sekten und ähnliche: Zeugen Jehovas mit bemerkenswerter Präsenz und Aktivität (ca. 90.000 Anhänger)

Unabhängig von ihrer Bedeutung für soziale oder kulturelle Merkmale versuchen Sekten, als religiöse Gruppen akzeptiert zu werden. Einige davon sind sehr gefährlich.

Muslime in Spanien

Andalusien, Katalonien, Madrid und Valencia bilden die größten Zentren der muslimischen Bevölkerung. Die Mehrheit gehört der sunnitischen Tradition an. Es gibt zahlreiche Moscheen und Betstuben. Etwa 100 islamische Verbände sind registriert, die sich in verschiedenen Föderationen organisieren. Die bekannte islamische Führung in Córdoba beantragte im Juni 2007 die Wiederherstellung der historischen Erinnerung und die Gewährung bevorzugter Bedingungen für die andalusischen Nachkommen der Mauren, die 1609 unter König Felipe III. aus Spanien vertrieben wurden (bis 1616).

Juden in Spanien

Die spanische Regierung erkannte den Staat Israel formell 1986 an und formalisierte 1992 eine Vereinbarung mit der Federación de Comunidades Judías de España. Es besteht Religionsfreiheit und die Rechte der Anbetung sind garantiert. In Sevilla gibt es seit dem 20. Jahrhundert wieder eine jüdische Gemeinde. In Madrid baute die jüdische Gemeinde 1968 eine Synagoge und eine Schule; in Barcelona existieren noch zwei Riten: aschkenasischer und sephardischer Ritus. Málaga beherbergt das Hauptquartier Beth Saadia, wo Torah- und Talmud-Kurse angeboten werden. (Ceuta und Melilla haben die ältesten jüdischen Gemeinden Spaniens; in Valencia und Alicante gibt es kleine Gemeinden.)

Protestanten und Orthodoxe in Spanien

In Spanien gibt es über 700 protestantische Einrichtungen mit rund 350.000 protestantischen Gläubigen. Alle protestantischen Kirchen sind in zwei Hauptgruppen organisiert:

  • Freikirchen: die neueren Gemeinden (Baptisten, Pfingstler, Brüderversammlungen etc.).
  • Traditionelle Organisationen: z. B. evangelische, reformierte und episkopale Kirchen.

Diese beiden Gruppen bilden die Föderation der evangelischen Religionsgemeinschaften. Die orthodoxen Kirchen hatten in Spanien nur eine geringe Präsenz; seit der Zuwanderung aus Osteuropa entstehen jedoch zunehmend orthodoxe Gemeinden.

Synagogen

Synagogen sind die Orte der Verehrung der Juden. In Spanien lebten vor allem sephardische Juden. Synagogen sind oft dezent gehalten und können lediglich durch den Davidstern oder hebräische Inschriften gekennzeichnet sein. Viele Synagogen wurden 1492 nach der Vertreibung der Juden in Kirchen umgewandelt. Bedeutende Beispiele sind die Synagoge von Córdoba und zwei in Toledo (Del Tránsito und Santa María la Blanca).

Muslimische religiöse Kunst in Spanien

Die Moschee ist ein Ort des Gebets, der beeindruckt und anzieht. Es gibt Moscheen in mehreren Provinzen, doch die wahren Kunstwerke befinden sich in Al-Andalus. Ihre filigranen Verzierungen, Stuck, Fliesen und Kalligraphie in der Gebetshalle und am Minarett sind besonders bemerkenswert. Die wichtigsten Beispiele sind:

  • Córdoba: Die Große Moschee (Mezquita), ein Symbol von al-Andalus, und der Palast von Madinat al-Zahra, erbaut in der Zeit von Abd al-Rahman III.
  • Sevilla: La Giralda.
  • Granada: Der Alhambra-Palast.
  • Toledo: Moschee Bab al-Mardum (auch bekannt als Mezquita del Cristo de la Luz).
  • Zaragoza: Palast Aljafería.

Daneben sind Beispiele mudejarischer Architektur in Arévalo, Cuéllar etc. zu finden.

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