Renaissance, Barock und Aufklärung: Kunst- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit

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Die Epochen der Frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert)

Die Frühe Neuzeit umfasst die Zeit vom sechzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert. Die europäische Gesellschaft erlebte in dieser Ära einen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt, insbesondere in den Bereichen Kunst und Kultur. Der italienische Humanismus bildete die Grundlage für die großen künstlerischen und literarischen Strömungen dieser Zeit: die Renaissance (XV.-XVI. Jahrhundert), der Barock (XVII. Jahrhundert) sowie die Aufklärung und der Klassizismus (XVIII. Jahrhundert).

Die Renaissance: Wiedergeburt der Antike

Die Renaissance begann in Italien. Sie äußerte den Wunsch, die Ideale der klassischen griechisch-römischen Zivilisation wiederherzustellen. Im Zentrum standen die Erhöhung der menschlichen Würde und eine Neuordnung der Gesellschaft auf der Grundlage säkularer, nicht religiöser Prinzipien. Dies bedeutete einen Bruch mit der unmittelbaren Vergangenheit und eine bewusste Wiederbelebung antiker Vorbilder. Kunst und Wissenschaft wurden zu den Mitteln, um dieses Ziel zu erreichen. In der Kunst imitierte man literarische, bildliche und architektonische Vorbilder der Klassik mit dem Ehrgeiz, diese zu überwinden.

Katalanische Literatur der Renaissance

Die wichtigsten Schriftsteller der katalanischen Literatur des sechzehnten Jahrhunderts waren Pere Serafí und Cristòfol Despuig.

  • Serafís Werk ist ein Zusammenfluss literarischer Strömungen. Ohne Verzicht auf mittelalterliche Traditionen und populären Stil wurde es durch die Einführung der Dichtkunst Petrarcas beeinflusst. Serafí gilt als der repräsentativste Vertreter des Petrarkismus.
  • Cristòfol Despuig kultivierte nach dem Vorbild der Humanisten die Prosa im Dialogform, um seine Gedanken und Ideen auszudrücken. Er sprach sich dafür aus, die katalanische Sprache zur Verteidigung der Nation und der Religion einzusetzen.

Der Barock: Krise und Ornamentik

Der Barock war die Bewegung, die Europa, vor allem Spanien und England, während des siebzehnten Jahrhunderts dominierte. Er entstand in einer Zeit religiöser, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Krisen. In diesem Kontext neigten Kunst und Literatur dazu, die Kunstgriffe durch Brillanz und Ornamentik zu verschleiern. Gleichzeitig akzentuierten sie die negativen Aspekte der Zeit durch Parodie, Karikatur und ätzende Satire, was einen Weg darstellte, die Enttäuschung und den Pessimismus zu verarbeiten.

Barocke Vertreter

Francesc Vicent Garcia, bekannt als der Rektor von Vallfogona, zeichnete sich durch die Vielfalt seiner Formen und vor allem durch die Beherrschung rhetorischer Kunstgriffe aus. Garcia gilt als der repräsentativste Vertreter des katalanischen Barock.

Die Aufklärung: Triumph der Vernunft

Die Aufklärung war die philosophische und wissenschaftliche Bewegung, die Europa im achtzehnten Jahrhundert erfasste. Die rationalistische Bewegung ging davon aus, dass alles im Lichte der Vernunft beurteilt werden müsse. Die Encyclopédie wurde zum zentralen Werkzeug dieser Bewegung.

Klassizismus als künstlerischer Ausdruck

Der Triumph des aufgeklärten Denkens manifestierte sich künstlerisch im Neoklassizismus. Dieser Stil zeichnete sich durch eine Opposition zur barocken Übertreibung, Künstlichkeit und Theatralik aus. Er orientierte sich an klassischen Modellen und hohen Idealen: Nachahmung, Harmonie, Gelassenheit, Klarheit und der erzieherische Nutzen der Kunst (l'art).

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