Renaissance und Humanismus: Kulturelle und Wissenschaftliche Revolution

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Renaissance: Soziale und Kulturelle Veränderungen (15. und 16. Jahrhundert)

Merkmale des Humanismus

Eines der wesentlichen Merkmale der Renaissance war die Entwicklung des Humanismus, der zur humanistischen kulturellen Hauptströmung wurde. Humanisten stellten den Menschen in den Mittelpunkt der Welt (Anthropozentrismus). Sie widmeten ihre Schriften der Erforschung von Inspiration, Gedanken, Geschichte und Anatomie.

Inspiration und Methode

Die Humanisten waren inspiriert von antiker Literatur, Philosophie und Kunst. Sie studierten die Originaltexte in Latein und Griechisch ohne mittelalterliche Übersetzungen oder Interpretationen. Der Humanismus verteidigte die Suche nach Wahrheit durch Vernunft und Erfahrung. Humanisten zeichneten sich durch eine tiefe Neugier aus. Sie strebten danach, keine Spezialisten in einem Bereich, sondern Universalgelehrte zu werden.

Bekannte Humanisten

  • Erasmus von Rotterdam
  • Thomas More
  • Juan Luis Vives

Verbreitung des Humanismus

Der Buchdruck

Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im Jahr 1440 ermöglichte eine unvorstellbare Zahl veröffentlichter Bücher. Infolgedessen sanken die Preise, und der Verkauf stieg an.

Akademien

Akademien waren Orte, an denen humanistische Studien entwickelt und verbreitet wurden. Wissenschaftler und Gelehrte versammelten sich, um Ideen auszutauschen. Besonders hervorzuheben ist die Platonische Akademie in Florenz.

Wissenschaftliche Entwicklungen

Nikolaus Kopernikus

Er entwickelte die heliozentrische Theorie und verteidigte die Ansicht, dass die Sonne das Zentrum des Universums sei und die Erde sowie andere Planeten sich um sie drehten.

Anatomie und Medizin

Dank der Fortschritte im Verständnis des menschlichen Körpers durch anatomische Studien gab es bedeutende Erkenntnisse.

  • Miguel Servet: Er beschrieb den Blutkreislauf in den Venen des Körpers. Da seine Erkenntnisse von der Kirche nicht gebilligt wurden, wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Weitere Disziplinen

Es gab auch geografische Feststellungen, die Entwicklung der Kartografie und Fortschritte in anderen Disziplinen wie Botanik und Zoologie.

Der Neue Stil: Renaissance-Kunst

Die Veränderung der Mentalität drückte sich auch in der Kunst aus. Es entwickelte sich ein neuer Renaissance-Stil, der Inspiration in antiken künstlerischen Modellen suchte. Man griff die harmonischen Formen der griechischen und römischen Kunst wieder auf und lehnte die reiche Dekoration der Gotik weitgehend ab. Der Mensch wurde zum Zentrum der Kunst, und Künstler strebten danach, ein Schönheitsideal zu verwirklichen.

Phasen der Renaissance-Kunst

  • Quattrocento (15. Jahrhundert): Das kulturelle Zentrum war die Stadt Venedig.
  • Cinquecento (16. Jahrhundert): Der Schwerpunkt lag auf der Stadt Rom. In dieser Phase verbreitete sich die Renaissance in ganz Europa.

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