Die Renaissance: Humanismus, Philosophie und Kulturelle Merkmale
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Die Renaissance: Kulturelle Wiedergeburt
Die Renaissance ist eine kulturelle Bewegung, die alle Aspekte des Lebens umfasst: nicht nur die Kunst, sondern auch die Wirtschaft, die Politik und die Gesellschaft. Obwohl sie in Spanien erst im 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte, begannen die Einflüsse bereits im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts in der sogenannten Prä-Renaissance. Die Bewegung entstand in Italien und markiert eine intensive Wiedergeburt der klassischen griechischen und lateinischen Kultur.
Humanismus und seine Bedeutung
Im Zentrum dieser Epoche steht der Humanismus. Er ist die wichtige kulturelle Arbeit, die die Entwicklung individueller Fähigkeiten und die Mission des Menschen in der Welt betont. Dies bedeutet auch eine tiefe Kenntnis und Bewunderung für die klassische Kultur.
Wichtige italienische Vordenker
Für die Gesellschaft war die Arbeit von drei italienischen Autoren von grundlegender Bedeutung:
- Dante Alighieri (Die Göttliche Komödie)
- Giovanni Boccaccio (Das Decameron)
- Francesco Petrarca (Canzoniere oder Liederbuch der Laura)
Gesellschaftliche Veränderungen wie die Geburt der modernen Staaten, der Aufstieg der Bourgeoisie sowie die Entdeckung des Buchdrucks und des Kompasses prägten diese Zeit.
Philosophische Strömungen der Renaissance
Während der Renaissance näherten sich verschiedene philosophische Gesichtspunkte an:
- Skeptizismus: Beibehaltung einer kritischen Haltung gegenüber dem Dogmatismus, der das gesamte Mittelalter prägte.
- Epikureismus: Der Fokus liegt primär auf moderatem, geistigem Genuss.
- Stoa: Betonung eines natürlichen und ruhigen Lebens sowie der Akzeptanz von Unglück.
- Neuplatonismus: Vom literarischen Standpunkt aus einer der einflussreichsten Strömungen. Er betrachtet die Schönheit der Erde als ein Spiegelbild der göttlichen Schönheit und führt zur Vision der platonischen Liebe.
Erasmus von Rotterdam
Erasmus von Rotterdam prägte die Philosophie der Zeit durch seine Betonung von Intimität. Er verteidigte die religiöse und pastorale Arbeit der Kirche gegen dogmatische Tendenzen.
Zentrale Merkmale der Renaissance
- Anthropozentrische Ära: Im Gegensatz zum mittelalterlichen Theozentrismus (Gott im Zentrum) steht nun der Mensch im Mittelpunkt.
- Bewunderung und moderne Interpretation der griechisch-lateinischen Antike.
- Betrachtung des irdischen Lebens als Grund für Zufriedenheit und Genuss (im Gegensatz zur mittelalterlichen Vorstellung des Jammertals).
- Entdeckung der Natur als idealisierte Landschaft. Aus künstlerischen Gründen projizieren Dichter oft ihre Gefühle in die natürliche Umgebung, bekannt als der „locus amoenus“ (der liebliche Ort).
- Umfassende Nutzung der klassischen Mythologie.