Renaissance, Humanismus und die Reformation in Europa
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Die Renaissance: Die Wiedergeburt des Denkens
Eine neue Art des Denkens: Während des 15. Jahrhunderts verbreiteten sich neue Denkweisen in ganz Europa. Im 16. Jahrhundert können wir von der Renaissance sprechen. Ihre Merkmale sind:
- Die Ablehnung des mittelalterlichen Geistes, der auf die Idee von Gott zentriert war, und die Erhöhung des Menschen, der mit Vernunft und Freiheit ausgestattet ist.
- Die Inspiration durch die griechisch-römische Kultur. Das Interesse an der griechischen Sprache ermöglichte die Übersetzung der großen klassischen Autoren.
- Das Interesse an Wissenschaft und technischem Fortschritt, was die Ausbreitung eines neuen wissenschaftlichen Geistes förderte.
- Die Verwendung der Volkssprachen (Französisch, Italienisch, Kastilisch usw.).
Die Ausbreitung des Humanismus
Ab Mitte des 15. Jahrhunderts erleichterte die Erfindung des Buchdrucks die Verbreitung humanistischer Ideen. Die Akademien waren die Förderer dieser Ideen, wobei der Schwerpunkt ihrer Studien auf Sprache, Philosophie und Literatur lag. Sie bestanden aus Wissenschaftlern, die unter dem wirtschaftlichen Schutz von Mäzenen (Schirmherrschaft) Ideen austauschten.
Johannes Gutenberg und der Buchdruck
Es war der deutsche Typograf Johannes Gutenberg, der die Verbreitung von Büchern durch ein verbessertes Drucksystem revolutionierte. In seiner Werkstatt produzierte er Metalllettern, die durch Feilungen verfeinert wurden. Mit diesem System schuf Gutenberg zahlreiche Druckwerke.
Die Gründe für die Reformation
Die Ursachen der Reformation waren der übermäßige Luxus in der hohen kirchlichen Hierarchie, der Mangel an Kultur und die Lockerung der Moral des Klerus sowie der Verkauf von kirchlichen Ämtern, Bullen und Ablässen.
Martin Luther und der Bruch mit der Kirche
Martin Luther begann seine Kritik an der Kirche im Jahre 1517 mit der Veröffentlichung der 95 Thesen gegen die katholische Lehre. Luther wurde von den deutschen Fürsten und dem Adel unterstützt, die begierig darauf waren, Kirchengut zu beschlagnahmen. Die lutherische Reform basiert auf drei grundlegenden Prinzipien: Erlösung allein durch den Glauben und nicht durch gute Werke, das allgemeine Priestertum und die alleinige Autorität der Bibel. Die lutherische Lehre verbreitete sich rasch in ganz Deutschland.
Der Protestantismus in Europa
Calvinismus: In der Schweiz verbreitete er sich durch Johannes Calvin. Er hatte einen radikaleren Charakter als das Luthertum. Der Calvinismus verbreitete sich in Frankreich (Hugenotten) und England (Puritaner). In Schottland gründete John Knox die Presbyterianische Kirche.
Anglikanismus: Er entstand in England durch König Heinrich VIII., als Papst Clemens VII. sich weigerte, die Annullierung seiner Ehe zu gewähren. Durch die Suprematsakte (1534) trennte sich der König von Rom und erklärte sich selbst zum Oberhaupt der Church of England.
Die Gegenreformation
Um die Abweichungen von der Lehre der Kirche zu verfolgen, wurde im Jahre 1542 die Inquisition wiedereingeführt, vor allem in Italien und Spanien. Zudem wurde die Kongregation des Index geschaffen, die für die Veröffentlichung der Liste der Bücher verantwortlich war, die im Gegensatz zur katholischen Lehre standen. Diejenigen, die der Ketzerei verdächtigt wurden, wurden einem Prozess unterzogen, der Auto de fe genannt wurde.
Das Konzil von Trient
Die kirchliche Hierarchie leitete die Wiederbelebung einer Bewegung namens Gegenreformation ein. Ihr Ziel war die Korrektur von Fehlern. Die Gegenreformation wurde im Konzil von Trient durchgeführt, dessen Sitzungen zwischen 1545 und 1563 stattfanden und von den höchsten kirchlichen Würdenträgern besucht wurden.
Das Konzil bekräftigte die wichtigsten Grundsätze der katholischen Lehre. Zudem wurde die Vulgata-Übersetzung des heiligen Hieronymus in Latein als einzig gültige Interpretation der Bibel erklärt. Es wurde ein Bündel von Maßnahmen verabschiedet: Verbot des Verkaufs von Ablässen, Schaffung von Seminaren zur ordnungsgemäßen Ausbildung des Klerus und die Verpflichtung der Bischöfe, in ihrer Diözese zu residieren.
Die Ausbreitung der Gegenreformation
Zur Verbreitung des neuen Geistes begann in der Mitte des 16. Jahrhunderts die Reform vieler religiöser Orden, wie die des Karmels durch die heilige Teresa von Jesus. Zudem wurden neue Orden gegründet, wie die Gesellschaft Jesu (Jesuiten), die von Ignatius von Loyola im Jahre 1537 ins Leben gerufen wurde.