Die Renaissance in Italien: Kunst, Architektur & Skulptur
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Die Renaissance und der Humanismus
Die Renaissance ist ein kulturelles Phänomen, das an die Grundsätze der antiken Kultur erinnert. Durch den Humanismus, eine philosophische und literarische Bewegung, findet eine Neubewertung der Würde des menschlichen Geistes statt. Die Renaissance ist somit eine anthropozentrische Kultur. Schönheit basiert auf Maß, Zahl und Proportion. Die Natur wird mit Perspektive dargestellt.
Zentrale Merkmale der Renaissance
- 1. Rückkehr zur Klassik: Orientierung an den Merkmalen der klassischen Kunstformen nach griechisch-römischen Modellen.
- 2. Perspektivstudien: Rationale Darstellung der Landschaft durch Linear- und Luftperspektive.
- 3. Proportionen: Ausgewogenheit zwischen den einzelnen Teilen und dem Ganzen.
- 4. Mäzenatentum: Die Schirmherrschaft verändert die Wahrnehmung von Kunst und definiert die Rolle des Künstlers neu.
- 5. Der menschliche Körper: In der Skulptur kehrt der Mensch als Protagonist zurück.
Die Entwicklung in Italien
Die Renaissance entstand im 15. Jahrhundert in Italien und breitete sich von dort in ganz Europa aus. Sie wird in das Quattrocento und das Cinquecento unterteilt:
- a) Quattrocento: Zeuge einer Explosion der Kunst in Italien; ein präziser Zeitraum in der Entwicklung der Renaissance.
- b) Cinquecento und Manierismus: Die Künstler entwickelten eine Sprache, um mit der Klassik zu brechen. Elemente werden außerhalb der festen Regeln eingesetzt (Manierismus).
Die italienische Renaissance-Architektur
Die Renaissance entstand in Italien aus einer Reihe von Gründen: die Beständigkeit der klassischen Tradition, vielfältiges Mäzenatentum sowie ein reiches Bürgertum und eine ausgeprägte Kultur. Die wichtigsten Zentren waren Rom, Neapel, Florenz und Venedig.
Eigenschaften der Architektur
Die Architektur basiert auf der Stadtplanung. Die Stadt ist das Ergebnis einer Planung, die geometrische, orthogonale oder radiozentrische Schemata widerspiegelt. Es dominiert die Idee des Gebäudes über die Umwelt, wobei ein urbanes Umfeld geschaffen wird, um das architektonische Werk aufzunehmen.
Die Renaissance-Architektur stützt sich auf zwei Prinzipien:
- Verwendung von Elementen antiker Gebäude, die jedoch frei interpretiert werden.
- Erreichung einer räumlichen Einheit, wobei das Gebäude als Ergebnis mathematischer Berechnungen verstanden wird.
Es herrscht dekorative Freiheit, etwa bei den Grotesken. Die Mauer erhält ihre tragende Funktion zurück, wird jedoch oft mit Marmor verkleidet.
Etappen der italienischen Architektur
- Quattrocento: In der Architektur sticht Brunelleschi hervor. Seine Werke basieren auf den Grundsätzen von Maß und Proportion; er ist ein typischer Renaissance-Künstler. Ein weiterer bedeutender Autor dieser Zeit ist Alberti.
- Cinquecento: Ein formaler und monumentaler Stil, der auf Maß und Gleichgewicht basiert. Das anthropozentrische Modell bleibt das Ziel aller Werke.
- Manierismus: Ab 1530 wurde das Gleichgewicht des Klassizismus verlassen und die Einheit des Cinquecento gebrochen. Das klassische Vokabular wurde frei und kapriziös eingesetzt. Der erste Architekt, der mit der klassischen Sprache brach, war Michelangelo. Er interpretierte klassische Elemente persönlich und mit formaler Freiheit. Weitere wichtige Autoren sind Vignola und Palladio.
Italienische Renaissance-Skulptur
Die Skulptur orientiert sich an klassischen Aktmodellen. Es besteht eine Vorliebe für edle Materialien sowie ein Interesse an Monumentalität und Strenge. Ein Schema des Rationalismus in Proportion und Symmetrie wird angewandt, ergänzt durch detaillierte anatomische Studien.
Es entstehen profane Themen, die das Individuum hervorheben. Die Kunst sucht die Schönheit der Form und den ästhetischen Genuss. Der Akt kehrt zurück, mit realistischen und naturalistischen Zügen. Materialien wie Marmor, Stein und Bronze werden verwendet.
Wichtige Bildhauer des Quattrocento
- Ghiberti: Ein Humanist und Beispiel für den neuen Künstlertyp (Architekt, Bildhauer und Maler). Sein Hauptwerk sind die "Paradiespforten" aus Bronze, bei denen er Hoch-, Mittel- und Flachrelief nutzt, um Tiefe zu erzeugen.
- Donatello: Sehr bedeutend; er widmete sich der Goldschmiedekunst, Architektur und Malerei. Er suchte das klassische Gleichgewicht und die Schönheit, ist aber auch ein wahrer Ausdruck dramatischer Werte.
Cinquecento und Klassizismus
Im Cinquecento herrscht ein ständiges Streben nach Harmonie, Gleichgewicht und klassischer Ausgewogenheit. Es entstehen Spannungen zwischen Volumetrie und Anmut sowie zwischen Ausdruckskraft und Idealismus.