Renaissance Kunst & Architektur: Definitionen und Techniken
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Die Renaissance: Wiedergeburt der klassischen Antike
Die *Renaissance* (Wiedergeburt) ist eine italienische Kunstbewegung des 15. Jahrhunderts, die sich in ganz Europa verbreitete. Sie markiert die Wiederbelebung der klassischen Antike. In Italien war der Klassizismus stets präsent, und die mittelalterliche Kunst spielte eine geringere Rolle.
Kultureller und politischer Kontext
Der kulturelle Humanismus der Renaissance brachte eine neue Idee hervor: den *Anthropozentrismus* (der Mensch im Mittelpunkt) im Gegensatz zum *Theozentrismus* (Gott im Mittelpunkt). Die klassische Kultur wurde wiederbelebt und ersetzte das kirchliche Denken.
Wirtschaftlich war die Errichtung von Forderungen durch Sponsoren (Mäzene, Päpste) wichtig. Politisch führte die Zeit zur Schaffung neuer Nationalstaaten, während Italien in kleine Gebiete unterteilt blieb (Florenz, Rom).
Künstlerstatus und Perioden
Im 15. und 16. Jahrhundert (Quattrocento und Cinquecento) verschwand die Anonymität. Große Kunstgenies entstanden und wurden als sozial gebildete Männer geschätzt. Verträge wurden für Kunstwerke aufgesetzt.
- Quattrocento: 15. Jahrhundert
- Cinquecento: 16. Jahrhundert
Das Ende der Renaissance mündet in den Manierismus.
Wichtige Kunsttechniken der Renaissance
Sfumato: Die Kunst der Unschärfe
Maltechnik, die durch verschwommene und diffuse Konturen gekennzeichnet ist. Es ist die große Schöpfung Leonardo da Vincis, bei der die Linie bewusst vernachlässigt wird, um alles in einen nebelartigen Schleier zu hüllen, der die Übergänge weichzeichnet. (Bsp.: *La Gioconda*, 16. Jh.)
Tondo: Rundes Bildformat
Ein rundes Bildformat oder eine runde Aussparung als Zierelement. (Bsp.: *Tondo Doni*, 16. Jh.)
Manierismus: Übergangsstil (ca. 1520 bis Ende 16. Jh.)
Der Manierismus ist der Übergangsstil von der Hochrenaissance zum Barock. Er zeichnet sich in der Malerei durch die sogenannte *Serpentinata*-Linienform aus, die Figuren in weichen, verdrehten Bewegungen (Schultern und Hüften) darstellt.
Perspektive: Räumliche Darstellung
Die Methode, Objekte auf einer Fläche so darzustellen, dass sie der realen Wahrnehmung entsprechen. Es gibt verschiedene Arten der Perspektive: die lineare (oder Zentral-) Perspektive, die Luftperspektive und die krumme Perspektive.
Architektonische Begriffe
Pilaster (Wandpfeiler)
Ein an der Wand befestigter Pfeiler, der Basis und Kapitell aufweist. Wenn die Säule dahinter liegt, spricht man von einer Retropilastra. (Bsp.: Pantheon, 1. Jh. n. Chr.)
Grundriss (Plan)
Die horizontale Schnittzeichnung eines Bauwerks. Sie zeigt die Anordnung der Räume und tragenden Elemente und ermöglicht die Bestimmung des Gebäudetyps. (Bsp.: Santiago, 12. Jh.)
Pfeiler (Pilar)
Ein freistehendes, tragendes Element, oft mit polygonalem oder quadratischem Querschnitt. Er bietet größere Festigkeit als eine Säule. Erscheint kreuzförmig in der Romanik und ist in der Gotik oft mit den Rippen verbunden.
Groteske (Gruteresco)
Ein fantastisches Dekorationsmotiv, basierend auf der Verflechtung von pflanzlichen und tierischen Lebewesen. In der Renaissance enden die Motive oft in Tierköpfen oder Pflanzenformen. (Bsp.: Universität von Salamanca, 16. Jh.)
Bossenwerk (Rustizierung)
Mauerwerk, bei dem die sichtbare Seite der Steine so behauen ist, dass sie kissenartig (almohadillada) hervortritt. Die Fugen sind vertieft, um einen starken Relief-Effekt zu erzeugen. Typisch für die Renaissance (15./16. Jh.). (Bsp.: Palacio Carlos V, Granada)