Renaissance und Moderne Philosophie: Ein Überblick

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Renaissance-Philosophie (14. bis 16. Jahrhundert)

Die Renaissance-Philosophie ist geprägt durch die Wiederentdeckung antiker Werke von Platon und Aristoteles sowie die Rückbesinnung auf bedeutende griechische und römische Autoren und Künstler. In dieser Epoche herrschten drei wesentliche Denkrichtungen vor:

1. Platonismus und Hermetik

Ausgehend von Platons Philosophie und der Entdeckung hermetischer Schriften entstand die Idee der Natur als lebendiger Organismus. Der Mensch wird als Mikrokosmos betrachtet – ein Spiegel des Universums. Durch natürliche Magie, Alchemie und Astrologie glaubte man, die geheimen Verbindungen (Sympathie) zwischen den Dingen nutzen zu können, um die Welt aktiv mitzugestalten.

2. Florentiner Humanismus und Republikanismus

Florentiner Denker betonten das aktive Leben (Vita activa) und verteidigten republikanische Ideale gegen die Macht von Päpsten und Kaisern. Durch das Studium antiker Historiker und Juristen propagierten sie die Wiedergeburt politischer Freiheit.

3. Der Mensch als Schöpfer seines Schicksals

Das Ideal des Menschen als „Handwerker seines eigenen Schicksals“ manifestierte sich in verschiedenen Bereichen:

  • Wissen: Astrologie, Magie und Alchemie
  • Politik: Republikanische Ideale
  • Technik: Medizin, Architektur und Navigation
  • Künste: Malerei, Literatur und Theater

Die Entdeckung neuer Länder und Meere förderte einen kritischen Blick auf die eigene Gesellschaft. Dies führte zu einer tiefgreifenden Kritik an der römischen Kirche, die in der Reformation gipfelte und durch die Gegenreformation sowie die Inquisition beantwortet wurde.

Wichtige Denker: Dante, Marsilio Ficino, Giordano Bruno, Campanella, Machiavelli, Montaigne, Erasmus, Thomas Morus, Jean Bodin, Kepler und Nikolaus von Kues.

Moderne Philosophie (17. bis Mitte 18. Jahrhundert)

Diese als „Klassischer Rationalismus“ bekannte Periode ist durch drei zentrale geistige Veränderungen gekennzeichnet:

1. Die Entstehung des erkennenden Subjekts

Die Philosophie wandte sich von der reinen Natur- und Gottesbetrachtung ab und hin zur Reflexion über das menschliche Erkenntnisvermögen. Das Subjekt wird als bewusstes, denkendes Wesen verstanden, dessen Geist eine von der Materie verschiedene Substanz darstellt.

2. Die Erkenntnis durch Repräsentation

Äußere Dinge (Natur, Politik, Gesellschaft) werden als Repräsentationen erkannt. Alles Wissen muss in klare, deutliche und rationale Konzepte transformiert werden, da die Welt in sich selbst rational strukturiert ist.

3. Die Welt als mathematisch-physikalisches System

Inspiriert durch Galileo Galilei wurde die Realität als rationales System physikalischer Mechanismen begriffen. Die Natur ist in der „Sprache der Mathematik“ geschrieben. Dies legte den Grundstein für die klassische Wissenschaft (Mechanik) und das Ideal, die Natur durch Technik und Experimente zu beherrschen.

Zudem herrschte die Überzeugung, dass die menschliche Vernunft in der Lage sei, Leidenschaften zu beherrschen und politische Systeme rational zu gestalten. Nie zuvor war das Vertrauen in die menschliche Vernunft so groß.

Wichtige Denker: Francis Bacon, Descartes, Galilei, Pascal, Hobbes, Spinoza, Leibniz, Malebranche, Locke, Berkeley, Newton und Gassendi.

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