Renaissance und Neuzeit: Geschichte, Humanismus und Musik
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Die Epochen der Neuzeit
Der Beginn der Neuzeit wird durch die Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 markiert.
Geistige und kulturelle Bewegungen
Eine europäische geistige Bewegung, die den Menschen in den Mittelpunkt aller Dinge stellt und das Studium der klassischen griechisch-römischen Antike vorschlägt, ist der Humanismus.
Dieser folgt klassischen Schönheitsidealen, die auf Ordnung, Perfektion, Balance, Proportion und Messbarkeit basieren.
Dies markiert das Ende des Theozentrismus (der Gotteszentriertheit), der bis ins Mittelalter geherrscht hatte, und den Beginn des Anthropozentrismus (der Menschzentriertheit).
Die Erfindung, die zur schnelleren Verbreitung von Ideen und Kreationen dieser Zeit diente, ist die Druckerpresse.
Künstlerische Perioden der Neuzeit
- Die erste große künstlerische Epoche der Neuzeit ist die Renaissance, die dem 15. und 16. Jahrhundert (XV–XVI) entspricht.
- Die zweite große künstlerische Epoche der Neuzeit ist der Barock im 17. Jahrhundert.
Das Ereignis, das das Ende der Neuzeit markiert, ist die Französische Revolution von 1789.
Musikalische Entwicklung in der Renaissance
Zentren und Stilmerkmale
Rund um die Höfe, Kathedralen und Kapellen entstehen große Musikzentren, die die musikalischen Bedürfnisse der Kirche, der Monarchie und des Adels erfüllen.
Es wird ein hoher Grad an Perfektion in der Behandlung polyphoner Stimmen erreicht.
Im Gegensatz zur spekulativen Perfektion der Ars Nova wird nun großer Ausdruck durch kontrapunktische Kontraste erzielt.
Es herrscht eine große Homogenität, weshalb man von einem internationalen Stil sprechen kann.
Wichtige musikalische Formen
Geistliche Musik
Die wichtigste musikalische Großform ist die Messe. Sie basiert oft auf einer einzigen Melodie aus dem gregorianischen Repertoire, die dem gesamten Werk Einheit und Kohärenz verleiht.
Sie besteht aus fünf festen (Ordinarium) Teilen:
- Kyrie
- Gloria
- Credo
- Sanctus-Benedictus
- Agnus Dei
Eine kleinere Form ist die Motette, ein mehrstimmiger Gesang über religiöse oder liturgische Texte in Latein, der a cappella (d. h. ohne Instrumente) aufgeführt wird.
Weltliche Musik
In der weltlichen Musik ist das wichtigste Genre das Madrigal, ein polyphoner Gesang über nicht-religiöse und nicht-liturgische Texte in der Volkssprache.
Andere Formen wie das Villancico (in Spanien) und die Frottola (in Italien) bewegen sich zwischen Volkslied und Hochkultur.
Merkmale der Renaissance-Musik
- Klarheit: Die melodischen Linien sind klar, und der Text ist für alle Stimmen eindeutig verständlich.
- Ausdruckskraft: Die Musik versucht, dem Sinn des Textes zu folgen.
- Stilwandel: Die Komposition wandelt sich von der Überlagerung unabhängiger Stimmen mit verschiedenen Texten hin zum Imitationsstil, bei dem die Stimmen einem einzigen Text folgen und sich gegenseitig imitieren.
- Klangkontrast: Die Suche nach ausdrucksstarkem Klang und Kontrast kündigt den Barock an.
- Harmonie: Der Imitationskontrapunkt wird schrittweise durch die Idee der Harmonie ersetzt, wobei die Melodie in der Oberstimme (Sopran) liegt (z. B. beim protestantischen Choralgesang mit instrumentaler Begleitung).
- Rhythmus: Die Rhythmik wird vielfältiger (besonders in der geistlichen Vokalmusik).
- Instrumentalmusik: Die Instrumentalmusik beginnt, sich von der Vokalmusik zu emanzipieren. Es entstehen rein instrumentale Gattungen.
- Verbreitung: Die Druckerpresse begünstigt die schnellere Verbreitung über weite Gebiete sowie den Austausch von Gattungen, Stilen, Formen und Instrumenten zwischen den europäischen Ländern, was den internationalen Stil ermöglicht.