Renaissance in Spanien: Garcilaso, San Juan, Romane und Poesie

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Garcilaso de la Vega

Life: Vertretung des Renaissance-Ideals des Gentleman: Militär (tapferer Krieger) und Schriftsteller (großer Dichter). Die Liebe seines Lebens war Isabel Freire; sie wurde so zur Inspiration für seine Liebesgedichte.

Works: Er schrieb etwas mehr als 50 Gedichte, Sonette und drei Eklogen (pastorale Vorstellungen). Die wichtigsten Themen sind vielleicht die Liebe, die er für Isabel Freire empfand, weibliche Schönheit, die idealisierte Natur sowie das Motiv carpe diem: die Mahnung an die Jugend, vor dem Einsetzen des Alters zu genießen.

Art: Mit der Poesie Garcilasos geht eine tiefe Erneuerung der poetischen Sprache einher; das Ideal der Eleganz, Natürlichkeit und Harmonie wird sichtbar. Er nutzt mythologische Anspielungen und sorgfältig gewählte Adjektive und Epitheta, die ruhige und schöne Aspekte der Realität betonen und ehren. Die Renaissance-Poesie ist häufig in idyllischer Umgebung angesiedelt.

San Juan de la Cruz

Life: Er war ein mystischer Dichter, verbunden mit dem Karmeliterorden. Er arbeitete eng mit der heiligen Teresa von Ávila (Teresa von Jesus) an der Erneuerung der Karmeliten, woraufhin Auseinandersetzungen mit Gegnern der Reform folgten. Er verbrachte acht Monate im Gefängnis.

Werk: Seine Werke sind durchgängig religiös und werden in zwei Blöcke unterteilt: Lyrik und Prosa samt Kommentaren. Unter den Gedichten gibt es drei große Kompositionen, die besonders hervorstechen: "Spiritual Canticle" (Spirituales Hohelied), "Dark Night of the Soul" (die dunkle Nacht der Seele) und "Llama de amor viva".

Style: San Juan de la Cruz kombiniert die besten Elemente der Renaissance-Ästhetik mit der Frische der volkstümlichen Lyrik. Er nutzt umfangreich Symbole, Vergleiche, Metaphern und Antithesen, um in poetischer Sprache eine unbeschreibliche mystische Erfahrung der Vereinigung mit Gott zu erläutern. Zur Ausdrucksverstärkung verwendet er auch Alliteration und Oxymoron.

Die Entstehung des Romans

Während des sechzehnten Jahrhunderts in Europa findet die endgültige Konsolidierung des Romans statt. Obwohl wir bereits in der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts Beispiele für lange Prosaproduktionen finden, etwa Erzählungen und ritterliche Romane, erscheint im sechzehnten Jahrhundert der moderne Roman. Die zunehmende Freizeit fördert zudem die Wahrnehmung und Gewohnheit, Romane zu lesen.

Neue Arten der Renaissance-Romane

  • Ritterromane: die ritterlichen Abenteuer eines Gentleman.
  • Exotische Romane: exotische Schauplätze und abenteuerliche Handlungen.
  • Novela sentimental: idealisierte Liebe zwischen einem Mann und einer Frau.
  • Maurische bzw. cortesane Novela: Umwelt von Mauren, orientalischen oder byzantinischen Elementen; oft idealisierte Liebe zwischen Arabern, Byzantinern oder Christen.
  • Novela picaresca (Schelmenroman): meist autobiographisch erzählt, mit einem Schurken als Protagonisten; realistisch, mit dem Fokus auf Besitzverhältnisse und einem oft unheroischen Ende.

Lazarillo de Tormes: Niemand weiß, wer der Autor ist; das Werk wird oft als Kritik an der Kirche verstanden.

Die Renaissance

Die Renaissance – während des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts in Spanien und weiten Teilen Europas herrschen zwei wichtige kulturelle Bewegungen: Renaissance und Barock. Die Wiederbelebung (Renaissance) ist eine ideologische, künstlerische und literarische Bewegung, die in Italien im vierzehnten Jahrhundert entstand und eine Rückbesinnung auf die Kultur der antiken Welt darstellt: das Studium, Wissen und Verständnis des Altgriechischen und Lateinischen. Diese Bewegung führte zusammen mit anderen historischen Veränderungen dazu, den Menschen als neue Stufe zu betrachten: hin zur Moderne.

  • Bildung eines Imperiums: Annexion von Navarra; Aufstieg von Karl I. eröffnet eine neue Dynastie der Habsburger, die Herrschaftsgebiete in Österreich, den Niederlanden und Norditalien verbinden. Der Sohn von Karl I., Philipp II., erbte später auch die Krone von Portugal und viele ihrer überseeischen Gebiete.
  • Die großen geographischen Entdeckungen: Öffnung der Beziehungen zu Asien und Amerika.
  • Der Aufstieg des Bürgertums: Entwicklung von Städten und Aktivitäten im Handel, in der Industrie und im Bankwesen.
  • Die Reformation: Der deutsche Augustinermönch Martin Luther schlug Reformen der katholischen Kirche vor (protestantische Reformation); auch der englische König Heinrich VIII. leitete nationale kirchliche Veränderungen ein. Als Reaktion rief die katholische Kirche das Konzil von Trient zusammen und leitete die Gegenreformation ein.
  • Die Überwindung der scholastischen Dominanz: eine Rückbesinnung auf Platonismus und andere griechische Philosophen. Daraus entsteht das platonische Ideal, das zur Formel vieler Schriftsteller und Künstler wird: die Idee einer immateriellen Schönheit, die das materielle Wesen übersteigt, und die Idealisierung von Natur und Liebe.
  • Die Konsolidierung der kastilischen Schriftsprache und die Herausbildung einer einheitlichen schriftlichen Ausdrucksform.

Fray Luis de León

Vida: Er war ein Augustiner-Mönch. Bereits mit 32 Jahren wurde er Professor an der Universität Salamanca.

Arbeitsprogramm: Seine Produktion konzentriert sich unter anderem auf sechs Oden. Sie zeigen eine fruchtbare Synthese zwischen religiöser und geistiger Renaissance. Zu seinen Prosa-Werken gehören "La perfecta casada" (Die vollkommene Gattin) und Schriften im Namen Christi; außerdem übersetzte er biblische Texte, darunter das Hohelied.

Estilo: Die Verse von Fray Luis zeichnen sich durch Ideale der Natürlichkeit, Harmonie und Klarheit aus. Der Ausdruck ist präzise und direkt; es gibt wenige, aber treffende Metaphern, eine wohlüberlegte Verwendung von Adjektiven sowie den Einsatz von Enjambement und Hyperbaton. Manchmal dienen diese Mittel dazu, die Sehnsucht des Menschen nach dem Himmel zu vermitteln. Fray Luis verwendet Renaissance-Eigenschaften, die denen Garcilasos ähneln.

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