Renaixença Valenciana und Katalanische Wiederbelebung: Geschichte und Literatur

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Renaixença Valenciana

Im Jahr 1859 kam Mariano Aguiló, ein Bürgermeister aus Valencia, auf die Idee, junge Schriftsteller auf Katalanisch zu fördern, darunter Carles Llorente.

Organisation der Blumenfestspiele

Die Organisatoren der Blumenfestspiele in Valencia trafen sich in der Aula der Universität. Diese Spiele fanden erst 1879 wieder statt, nachdem sie in Valencia von der neu gegründeten Gesellschaft „Lo Rat Penat“ unter der Leitung des Schriftstellers Constantí Llombart ins Leben gerufen wurden. Ab diesem Zeitpunkt fanden die Spiele regelmäßig statt, waren jedoch – im Gegensatz zu Barcelona – von Anfang an zweisprachig.

Charakter der Valencianischen Renaissance

Lo Rat Penat, gegründet von Llombart, hatte die Absicht, alle Valencianer zu vereinen. Die Gruppe wurde jedoch von der frühen bürgerlichen und konservativen Schicht dominiert und nahm einen nostalgischen und apolitischen Charakter an. Diese literarische und öffentliche Eigenschaft war die Hauptursache für das Scheitern der Renaixença in Valencia.

Die Wiederbelebung in Valencia, wie sie von der Gruppe um Llorente etabliert wurde, kann als eine Reihe von Ablehnungen definiert werden: die Ablehnung, die eigene Persönlichkeit als Volk fortzusetzen, die Ablehnung, die Sprache und Dichtung Valencias wiederherzustellen, und die Ablehnung einer Politisierung der Bewegung. Dies verhinderte eine sprachliche, kulturelle und soziale Erholung, die minimale Wirksamkeit hätte haben können. Das Fehlen einer Industrialisierung verstärkte zudem den Konservatismus und die Trägheit der herrschenden Klasse in Valencia.

Renaixença Catalana

Die katalanische Bewegung ist eine Wiederbelebung der katalanischen Sprache und Literatur sowie der Kultur. Sie ist eine Wiederbelebung des nationalen Bewusstseins, bei der Sprache und Nation identifiziert wurden. Die Bourgeoisie identifizierte sich mit der katalanischen Sprache und förderte sie, während die Bourgeoisie in Valencia weniger wohlhabend war und mehrheitlich Spanisch sprach.

Beginn und Schlüsselereignisse

  • Der Aufschwung begann mit der Veröffentlichung der Ode „La Pàtria“ von Bonaventura Carles Aribau in der Zeitung „El Vapor“ im Jahr 1833.
  • 1859 fand die Wiederherstellung der Blumenfestspiele statt, die eine literarische Auseinandersetzung mit den drei Themen Liebe, Glaube und Vaterland darstellten. Die Personen, die diese drei Themen meisterten, wurden als „Mestres en Gai Saber“ (Meister des Wissens) bezeichnet. Jacint Verdaguer und Àngel Guimerà wurden als „Mestres en Gai Saber“ verkündet.
  • Es gab den Versuch, die drei literarischen Gattungen wiederzubeleben: Lyrik, Drama und Roman.
  • Die Blumenfestspiele waren eine hervorragende Plattform für die Verbreitung: Poesie (Verdaguer), Theater (Guimerá), Romane (Oller).

Sprachliche Entwicklung

Die Sprache war vernachlässigt und durch Kastellanismen beeinträchtigt worden. Der Grammatiker Pompeu Fabra veröffentlichte ein Wörterbuch, um die Sprache zu normieren. Während in Katalonien eine starke Industrialisierung stattfand und die Bourgeoisie die Sprache verteidigte, war Valencia eine Agrargesellschaft mit wenigen Bourgeois.

Die Heimat (La Pàtria)

Dieser Text wurde während der Renaissance in Katalonien von Bonaventura Carles Aribau verfasst und in der Zeitschrift El Vapor veröffentlicht. Geschrieben in archaisierendem Katalan, wurde dieses Gedicht zu einem Symbol der Renaixença-Bewegung. Die dort vollzogene Identifikation von Sprache und Heimat veranlasste Aribau, einige Jahre später entschlossen zu handeln, als er Jugendliche zwischen fünfzehn und zwanzig Jahren ansprach. Aribau war sich der Konsequenzen, die sein Gedicht nach sich ziehen konnte, scheinbar nicht vollständig bewusst. Der Anlass für sein Schreiben war nur ein persönlicher: Aribau schrieb an seinen Gönner Gaspar de Baquer, einen Katalanen mit Wohnsitz in Madrid, um ihm zu gratulieren. Diese Umstände werden erst am Ende des Gedichts erwähnt, das eine Hymne auf die Heimat und die Sprache darstellt.

Aribaus Schlussworte:

„Adéu, / si no, / que la sort / sàvia em doni / l’oblit / o l’èxtasi.“

Die Espill (Der Spiegel)

Die Espill besteht aus sechzehntausenddreihundertneunundfünfzig Versen zu je acht Silben und ist in vier Bücher unterteilt. Im ersten und zweiten Buch erzählt der Protagonist-Erzähler sein Leben, nachdem er das Haus seiner Mutter verlassen hat. Er reist nach Katalonien und Frankreich, wo er alle Arten von Verbrechen und Ungerechtigkeiten erleidet. Der Protagonist kehrt nach Valencia zurück, heiratet nacheinander Frauen, die sich als Witwe und Ex-Nonne herausstellen, was katastrophale Folgen hat. Im dritten Buch erscheint ihm Salomon im Traum und leitet ihn an, die Göttin der Vernunft zu dienen, die ihn in einer langen Polemik gegen Frauen bloßstellt. Im vierten Buch beschließt der Protagonist, sein Leben unabhängig von jeglichem Kontakt mit Frauen zu gestalten und sich dem Gebet und der Almosenverteilung zu widmen.

Bedeutung und Stil von Die Espill

Die Espill ist zwar eine schwierige Erzählung in Versen, aber sie ist ein vollständiger Roman, der eine Autobiografie des Erzählers als Protagonist präsentiert. Der Autor versucht, die autobiografische Plausibilität der Erzählung durch Anekdoten und zahlreiche Verweise auf reale Personen aufrechtzuerhalten, oft basierend auf seiner Erfahrung als Mediziner. Die Espill hat den Geist eines echten realistischen Romans. Der Erzähler versetzt die Geschichte des Protagonisten in verschiedene, malerische Umgebungen und Situationen. Die Erzählung spiegelt somit alle Facetten des Volkslebens im Valencia des fünfzehnten Jahrhunderts wider.

Anmerkungen zur Bedeutung

Die Espill ist nicht nur frauenfeindlich (misogyn), sondern stellt auch eine sehr pessimistische Sichtweise der menschlichen Realität dar.

  • In Versen zu 8 Silben geschrieben.
  • Ein Roman mit misogynem Inhalt.
  • Ein Roman in Versen.
  • Eine schwarze und enttäuschte Sicht auf das Leben.

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