Die Restauration in Spanien (1874–1936)

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Die Restauration unter Alfons XII.

Am 29. Dezember 1874 verkündete König Alfons XII. von Spanien, unterstützt von einer Übergangsregierung unter Cánovas, die Wiederherstellung der Monarchie.

Der Dritte Karlistenkrieg (1872–1876)

Don Carlos versuchte, in Estella eine stabile und unabhängige Regierung zu etablieren. Alfons XII. bot allen Beteiligten des Konflikts eine Amnestie an. Ramón Cabrera, Oberbefehlshaber der Karlisten, nahm das Angebot an, was das Ende der bewaffneten Aufstände der Karlisten bedeutete. Die Positionen der Karlisten entwickelten sich in Richtung einer stärkeren Autonomie, was durch die Opposition liberaler Regierungen und die Verteidigung der Fueros (Rechte) geprägt war. Als repressive Maßnahme verstärkte die Regierung die staatliche Intervention in den eroberten Gebieten.

Das politische System von Cánovas

Cánovas initiierte ein parteiübergreifendes System nach englischem Vorbild mit zwei großen politischen Parteien (die Konservativen unter Cánovas und die Liberalen unter Sagasta). Diese Stabilität festigte sich nach dem Tod von Alfons XII. und endete mit einer politischen Verschiebung, die 1897 in der Ermordung von Cánovas gipfelte. Die Befriedung Kubas (Grito de Yara) erfolgte durch den Frieden von Zanjón, der den Kubanern die gleichen Rechte wie den Spaniern gewährte.

Die Verfassung von 1876

Die Verfassung von 1876 wies eine Mischung aus konservativen und liberalen Formulierungen auf. Sie war schematisch gehalten, um den politischen Parteien Spielraum für ihre jeweilige Ideologie zu lassen. Unveränderliche Punkte waren:

  • Der katholische Staat als Konfession.
  • Die Regierung des Königs gemeinsam mit den Cortes (Parlament).

Die Gesetze garantierten den Fortbestand beider Parteien und schlossen die Gefahr eines Aufstandes aus.

Wahlmanipulation und das System des „Caciquismo“

Während dieser Zeit waren die Wahlen nicht transparent: Wenn der Präsident zum Rücktritt gezwungen wurde, ernannte der König die Opposition zu einer neuen Regierung. Diese löste die Cortes auf und rief Neuwahlen aus, die durch Wahlbehörden, Manipulationen und das System des Caciquismo (Klientelpolitik) beeinflusst wurden, um einen friedlichen Regierungswechsel zu sichern.

Das Silberne Zeitalter Spaniens (1875–1936)

Zwischen 1875 und 1936 spricht man vom Silbernen Zeitalter Spaniens:

  • Wissenschaft: Ramón y Cajal erhielt 1906 den Nobelpreis für Medizin. Menéndez Pelayo widmete sein Leben der spanischen Literaturwissenschaft aus katholisch-konservativer Sicht.
  • Literatur & Kunst: Galdós kritisierte im Naturalismus die Oligarchie. Joaquín Sorolla malte naturalistische Bilder, die soziale Probleme thematisierten.
  • Bildung: Das Institución Libre de Enseñanza wurde als weltliche Universität und Ort für freie Diskussionen gegründet.
  • Nationalismus: Es entstand eine kulturelle Blüte in den Regionalsprachen, wie die Renaixença (Katalonien) und das Rexurdimento (Galicien).

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