Revolutionen und politische Umbrüche im 18. und 19. Jahrhundert
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1. Die Ära der Revolutionen
Mitte des 18. Jahrhunderts veränderten verschiedene politische Ereignisse Europa und Amerika grundlegend und legten den Grundstein der heutigen Welt:
- Die englischen Kolonien in Nordamerika wurden unabhängig von der Metropole, was zur Gründung der USA führte.
- Frankreich vollzog die Große Revolution (1789) und brach mit dem Ancien Régime.
Der Wiener Kongress versuchte, die Situation vor der Revolution wiederherzustellen, doch der revolutionäre und liberale Geist lebte in den Jahren 1820, 1830 und 1848 wieder auf. Im kulturellen Bereich entwickelte sich der Neoklassizismus als Reaktion gegen die Romantik.
2. Die Geburt der USA
Zwischen 1776 und 1825 beeinflusste eine Welle von Revolutionen den amerikanischen Kontinent und wirkte auf die europäischen Bewegungen zurück.
2.1 Gründe für die Unabhängigkeit
- Viele Siedler ließen sich ab Anfang des 18. Jahrhunderts in den Dreizehn Kolonien nieder.
- Der Konflikt begann, als Großbritannien neue Steuern auf die nordamerikanischen Kolonien erhob.
- Im Jahr 1773 versuchte Großbritannien, die Siedler mit der Armee zu unterwerfen, woraufhin der Krieg unvermeidlich wurde.
2.2 Die Fakten
Am 4. Juli 1776 wurde in Philadelphia die Unabhängigkeitserklärung der Dreizehn Kolonien proklamiert.
3. Die Französische Revolution
3.1 Ursachen
- Wirtschaft: Frankreich unterstützte die 13 US-Kolonien gegen England. Schlechte Ernten führten zu Brotknappheit und Hunger. Zudem belasteten die Ausgaben von Ludwig XVI. und Marie Antoinette für Luxusgüter den Staatshaushalt.
- Soziales: Nur der Dritte Stand (Bürger, Bauern, Sansculotten) zahlte Steuern, während Adel und Klerus sich trotz der Versuche von Ludwig XVI. weigerten, ihren Beitrag zu leisten.
- Politik und Ideologie: Die Aufklärung mit Denkern wie Montesquieu, Rousseau und Voltaire lieferte die ideologische Grundlage für die Revolution.
3.2 Phasen der Revolution
- Die Nationalversammlung und die Unruhen (1789): Der Dritte Stand löste sich von den Generalständen und gründete die Nationalversammlung, um eine Verfassung zu schaffen.
- Die Verfassunggebende Versammlung (1789–1791): Feudale Privilegien wurden abgeschafft und die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte entworfen.
3.3 Konsequenzen
- Verschwinden des Ancien Régime.
- Übergang zur konstitutionellen Monarchie.
3.4 Das Napoleonische Reich (1804–1815)
Napoleon krönte sich 1804 zum Kaiser. Seine Außenpolitik erstreckte sich über ganz Europa, bis seine Truppen 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen wurden.
4. Zwei neue Einigungen: Italien und Deutschland
- Italien: Unter König Viktor Emanuel II. und Cavour vertrieb das Königreich Piemont Österreich aus der Lombardei und vereinte die italienischen Staaten.
- Deutschland: Unter der Führung von Otto von Bismarck und den stärksten Staaten Österreich und Preußen wurde die Einigung vorangetrieben.
5. Krieg und Revolution in Spanien
5.1 Unabhängigkeitskrieg
Karl IV. überließ die Staatsgeschäfte Manuel Godoy. Die Beziehungen zu Frankreich durchliefen mehrere Phasen:
- Spanien verbündete sich mit Frankreich gegen England (Verträge von San Ildefonso), wurde jedoch in der Schlacht von Trafalgar (1805) besiegt.
- Nach dem Vertrag von Fontainebleau (1807) drangen französische Truppen nach Spanien ein.
- Nach dem Aufstand von Aranjuez dankten Karl IV. und Ferdinand VII. ab, und Joseph Bonaparte wurde eingesetzt. Der Unabhängigkeitskrieg begann am 2. Mai 1808.
5.2 Die liberale Revolution: Die Verfassung von 1812
Am 19. März 1812 erließen die Cortes von Cádiz die erste spanische Verfassung, die Vorrechte des Adels abschaffte und Freiheitsrechte anerkannte.
5.3 Rückschlag des Liberalismus: Ferdinand VII.
- Die absolutistische Phase (1814–1820): König Ferdinand VII. erklärte die Verfassung für nichtig und stellte das Ancien Régime wieder her.
- Das Liberale Triennium (1820–1823).