Rhetorische Figuren: Definitionen, Beispiele und Anwendung
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,51 KB
Wichtige Rhetorische Figuren und Stilmittel
Antithese
Antithese: Verwendung von Wörtern mit entgegengesetzter Bedeutung.
Paradoxon
Paradoxon: Die Kombination von zwei Ideen, die im Prinzip unvereinbar scheinen.
Oxymoron
Oxymoron: Hierbei werden Begriffe kombiniert, die nicht nur unversöhnlich erscheinen, sondern es tatsächlich sind (z. B. „beredtes Schweigen“).
Gradation (Klimax und Antiklimax)
Gradation: Eine Reihe von Elementen wird in aufsteigender (Klimax) oder absteigender (Antiklimax) Intensität angeordnet.
Hyperbel und Ironie
Hyperbel: Übertreibung in der Darstellung der Realität.
Ironie: Ausdruck von Spott, indem das Gegenteil dessen kommuniziert wird, was gemeint ist. Dies erfordert eine sorgfältige Artikulation.
Vergleich (Simile)
Vergleich (Simile): Besteht aus dem expliziten Vergleich eines realen Begriffs mit einem poetischen Objekt. Erfordert das Vorhandensein eines Vergleichswortes wie „wie“.
Metapher: Arten und Anwendung
Metapher: Die Metapher ist praktisch wie ein Vergleich, jedoch wird das „wie“ entfernt. Das heißt, die Identität des realen Objekts (A) und des poetischen Objekts (B) wird bestätigt.
Man unterscheidet grob zwei Arten von Metaphern:
- Metapher erster Klasse (A und B erscheinen): „Deine Zähne sind Perlen.“
- Metapher zweiter Klasse (A verschwindet, nur B erscheint): Das reale Objekt verschwindet und wird durch das poetische Objekt ersetzt (z. B. „Die Perlen von deinem Mund“).
Manche Autoren nennen sie reine und unreine Metaphern, andere Metaphern der ersten und zweiten Klasse.
Synekdoche (Synecdoche)
Synekdoche: Eine Form der Metonymie, bei der ein Teil für das Ganze oder umgekehrt steht:
- Der Teil für das Ganze oder umgekehrt: „Tausend Köpfe Vieh.“
- Der Singular für den Plural und umgekehrt: „Der Spanier ist mutig.“
- Das Individuum für die Art: „Er ist ein Nero, ein Mäzen, ein Don Quijote.“
- Die bestimmte Zahl für die unbekannte Zahl, etc.
Metonymie
Metonymie: Die Ersetzung eines Begriffs durch einen anderen, der in enger Beziehung zu ihm steht:
- Die Ursache für die Wirkung: „Die Grauen verdienen Respekt.“
- Der Autor für sein Werk: „Ich kaufte mir einen Picasso.“
- Das Symbol für das Symbolisierte: „Schwert“ (Militär), „Kreuz“ (Christentum).
- Der Ort für das, was daraus resultiert: „Ein Jerez“ (Wein aus Jerez).
- Das Generische für das Spezifische: „Keine Ernährer.“
- Das Abstrakte für das Konkrete: „Die Liebe ist egoistisch“ (obwohl dies auch eine Personifikation sein kann).
- Das Material für die Sache, aus der es gemacht wird: „Stahl“ (Schwert), „Bronzen“ (die Glocken). Diese Figur wird auch als Jitanjafora bezeichnet.
- Das Instrument für den, der es verwaltet: „Die erste Geige im Orchester.“
- Der Behälter für den Inhalt: „Wir hatten Drinks.“
Figuren der Beschreibung und des Ausdrucks
Prosopographie
Prosopographie: Beschreibung der physischen oder äußeren Merkmale einer Person.
Etopeya
Etopeya: Beschreibung der moralischen oder inneren Eigenschaften einer Person.
Porträt und Hypotypose
Das Porträt ist die Kombination von Prosopographie und Etopeya. Wenn die Beschreibung besonders lebendig ist, wird sie Hypotypose genannt.
Ausruf (Exklamation)
Ausruf: Entlüftung von Gefühlen.
Rhetorische Frage (Interrogation)
Rhetorische Frage: Eine Frage, die keine Antwort benötigt, da diese angenommen wird.
Apostrophe
Apostrophe: Direkter Aufruf an reale oder imaginäre Wesen.
Personifikation
Personifikation: Die Zuweisung menschlicher Qualitäten an unbelebte oder abstrakte Objekte.
Sentenz (Urteil)
Sentenz: Eine tiefe und scharfe Reflexion oder ein prägnanter, lehrhafter Spruch.