Ritterpoesie im 15. Jahrhundert: Stil, Autoren und Werke
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Ritterpoesie im 15. Jahrhundert
Entwicklung und Merkmale der Ritterpoesie
Die Ritterpoesie entwickelte sich als literarische Kunst an den Höfen während des 14. und 15. Jahrhunderts. Die Produktion von Dichtern ist durch Liederbücher und Anthologien überliefert. Eines der wichtigsten Zentren war Baena. Die vorherrschende Poesie ist kultiviert und kurz. Es handelt sich um Lieder, geniale Kompositionen, die gesungen wurden. Ihre Themen sind bestimmt, oft mit italienischem Einfluss, wie Liebe. Die Dominanz der italienischen Poesie sollte jedoch nicht die Bedeutung der satirischen Gedichte überschatten.
Markgraf von Santillana: Ein Dichter zwischen Tradition und Neuem
Der Markgraf von Santillana war das Modell des neuen Dichters des 15. Jahrhunderts. Seine Poesie und seine literarischen Ideen wiesen in zwei Richtungen: die mittelalterliche lyrische Tradition und neue Einflüsse aus Italien. Seine Troubadour-Werke sind lebhafte Kreationen. Seine Lieder und Serranillas sind mit Anmut und populärem Geist verbunden und werden geschätzt.
Juan de Mena: Gelehrter und Dichter
Juan de Mena war einer der größten Gelehrten seiner Epoche. Sein wichtigstes Werk ist Das Labyrinth des Schicksals (Laberinto de la Fortuna). Es ist ein langes Gedicht in Versen der arte mayor, dodekasyllabisch.
Jorge Manrique: Lyrik und Vergänglichkeit
Die Produktion von Jorge Manrique ist gering: etwa fünfzig Kompositionen, die meisten davon Liebeslyrik mit Troubadour-Einfluss.
Coplas por la muerte de su padre
Nach dem Tod seines Vaters komponierte Manrique eine Elegie, die zu den vollkommensten und emotionalsten Werken der kastilischen Begräbnislyrik zählt. Dieses Werk besteht aus 40 Strophen und lässt sich in drei Teile gliedern:
- Verse I bis XIV: Der Dichter reflektiert über die Vergänglichkeit des Lebens und die Instabilität der weltlichen Dinge.
- Verse XV bis XXIV: Konkrete Beispiele für die Überlegungen in Bezug auf berühmte Persönlichkeiten, wobei Manrique rhetorische Fragen einsetzt.
- Strophen XXV bis XL: Der Fokus liegt auf der Figur des Vaters.
Das Gedicht ist sowohl eine Reflexion über Leben und Tod als auch eine Hommage an die verstorbene Person. Die Themen sind:
- Die Verachtung weltlicher Eitelkeiten.
- Die Vergänglichkeit des Lebens.
- Die ausgleichende Macht des Todes.
- Die Launen des Glücks.
- Ruhm, der den Tod überdauert.
Der Romanzero: Alte und Neue Balladen
Der Romanzero ist die Gesamtheit der anonymen Schöpfungen, die aus der mündlichen Überlieferung stammen und zum Singen von Balladen bestimmt waren, die als romances viejos (alte Romanzen) bekannt sind. Diese Romanzen entstanden im 14. und 15. Jahrhundert und überlebten in zahlreichen verschiedenen Versionen. Aufgrund der Popularität der Romanzen wurden sie in Liederbüchern gesammelt, was dazu führte, dass Autoren im 16. und 17. Jahrhundert unendlich viele Werke in Nachahmung der Tradition komponierten, die als romances nuevos (neue Romanzen) bezeichnet werden.
Metrische und stilistische Merkmale des Romanzen
Der Romanze ist ein strophisches Gedicht, dessen Erweiterung variabel ist. Es besteht aus achtsilbigen Versen mit Assonanzreim in den geraden Zeilen; die ungeraden bleiben frei.
Ressourcen:
Dramatisierung von Szenen, Aufnahme von Gesprächen, Apostrophen, die sich an den Betrachter richten, die Erscheinung des Erzählers in der Szene, der Appell an die Protagonisten des Romanzen, Wiederholungen, Parallelismen, Alliterationen.
Merkmale der epischen Sprache:
Verwendung von Beinamen für die Charaktere, Vorliebe für ein archaisches Vokabular und Ausdrucksweisen, Verwendung bestimmter Zeiten, die manchmal nicht mit dem allgemeinen Gebrauch übereinstimmen.