Rittertum und Lyrik: Von Amadis bis zum Romancero
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,85 KB
Rittertum und die Welt des Amadis von Gallien
Die Abenteuer von König Artus' Rittern wurden in Spanien nachgeahmt und führten zu den Büchern des Rittertums. Der wichtigste Roman ist Amadis von Gallien, geschrieben von Garci Rodríguez de Montalvo und veröffentlicht im Jahr 1508. Amadis ist ein heroischer Ritter, der Abenteuer in einer Welt sucht, die von Zauberern, Damen und Burgen bevölkert ist. Er muss harte Beweise für seine Liebe zu Oriana erbringen. Das Werk diente als Vorbild für andere Bücher wie Don Quijote.
Die Ära der Troubadoure und Minnesänger
Die Troubadourdichtung wurde im 12. Jahrhundert in Frankreich geboren und erreichte im 13. Jahrhundert ihre Blütezeit. Die Gedichte wurden von Minnesängern gelernt, komponiert und rezitiert. Troubadoure waren professionelle Dichter, die an Höfen willkommen geheißen wurden. Man gab ihnen Nahrung, Schutz und manchmal auch Geld. Im Gegenzug sollten sie die Schönheit der Dame oder der Damen des Hofes durch Lieder preisen.
Große Dichter: March, Dante und Petrarca
Ein absolutes Highlight ist der valencianische Dichter Ausiàs March (1397–1459), der fast ausschließlich über die Liebe schrieb. Dante Alighieri singt in seinem Hauptwerk, der Göttlichen Komödie, von der Schönheit und Spiritualität der Frau und beschreibt eine imaginäre Reise in die Reiche des Jenseits. Francesco Petrarca (1304–1374) besingt auf Italienisch und Latein die Schönheit Lauras sowie das Gefühl und den Schmerz einer unmöglichen Liebe. Der Schmerz wird nach ihrem Tod noch größer; der Dichter reflektiert über die physischen und moralischen Qualitäten der Geliebten. Seine Methode ist rhetorisch.
Die höfische kastilische Lyrik
Lírica Castellana Culta
Die Nachahmung der provenzalischen Poesie in Kastilien führte zur Poesie der Liederbücher (Cancioneros). Diese Gedichte thematisieren das Lob der Schönheit einer Frau. Jorge Manrique ist hierbei der bedeutendste Vertreter. Íñigo López de Mendoza (1398–1458) war ein Edelmann, der sich der Politik und dem Schreiben widmete. Juan de Mena (1411–1456) schrieb das große Gedicht Laberinto de Fortuna.
Populäre Lyrik und die Entstehung der Romanzen
Im 15. Jahrhundert verlor man das Interesse an den Chansons de geste, doch die Erinnerungen daran wurden zu Romanzen. Die Spielleute rezitierten nicht mehr das gesamte Epos, sondern nur die auffälligsten Teile, die das Volk lernte und über Generationen wiederholte. Ende des 15. Jahrhunderts begann man, diese Romanzen niederzuschreiben und in Volksbüchern zu veröffentlichen. Diese Sammlungen werden auch als Romancero bezeichnet.
Klassifizierung der Romanzen
- Alte Romanzen: Anonyme Romanzen aus der Zeit vor dem 16. Jahrhundert.
- Neue Romanzen: Romanzen von bekannten Autoren.
Metrik, Stil und Gattungen
Metrik und Stil
In der Metrik sind Romanzen acht-silbige Verse; die Reime sind Assonanzen in den ungeraden Versen. Der Stil nutzt Ressourcen der oralen Poesie, die Verwendung verschiedener Zeitformen, Wiederholungen, Parallelismen und Antithesen.
Klassen von Romanzen
- Epische Romanzen: Behandeln spanische Helden und Legenden.
- Bretonische Romanzen: Über König Artus, Lanzelot etc.
- Maurische oder Grenzballaden: Handeln von arabischen Fürsten oder den Grenzkämpfen; Helden erscheinen oft als solche, die ihr Reich verloren haben.
- Lyrische und romantische Balladen: Kombinieren romantische Episoden mit poetischen und sentimentalen Elementen.