Roberto Arlt: Der argentinische Schriftsteller und seine literarischen Techniken

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Roberto Arlt: Der professionelle Schriftsteller

Roberto Arlt taucht in der Literatur sehr unterschiedlich auf, was teilweise auf seine mangelnde formelle Ausbildung und seine autodidaktische literarische Entwicklung zurückzuführen ist. Obwohl er in Europa nicht mit der dortigen Literatur vertraut war, war er ein begeisterter und unersättlicher Leser, der Werke von Dostojewski oder Balzac tief in sich aufnahm.

Als argentinischer Schriftsteller war Arlt beruflich und allgemein finanziell stark eingeschränkt, was ihn zwang, von seiner literarischen Produktion abhängig zu sein. Aus zwei Hauptgründen wurde er ein professioneller Schriftsteller:

  • A) Polizeiberichte und Redaktion: Er begann, als Redakteur für die Zeitschrift „Kritik“ im Jahr 1927 zu arbeiten, einer Zeitung, die sich an ein modernes, junges Publikum richtete. Später wechselte er zur Zeitung „El Mundo“.
  • B) Kritik anderer Autoren: Er bewertete oder rezensierte die Werke anderer Schriftsteller, was ihm Popularität einbrachte.

Die Karikatur als literarisches Mittel

Die Karikatur ist eine wichtige Ressource für die soziale Kritik. Sie übertreibt und verzerrt die Proportionen und verändert die Beziehung der Teile zum Ganzen.

Das Groteske in Arlts Werk

Die Beschreibungen Arlts verwenden Elemente, die über die Karikatur hinausgehen und sich der Groteske nähern. Dies ist eine literarische Darstellungsform, die soziale Merkmale und Charaktere auf seltsame, lächerliche und unverhältnismäßige Weise hervorhebt, um eine tragikomische Wirkung zu erzielen. Im Grotesken vereinen sich Elemente des Lächerlichen und Lustigen mit Abscheu, wie das Glasauge von Joaquín.

Sowohl die Karikatur als auch das Groteske dienen dazu, eine Identität in Frage zu stellen und zu kritisieren, sie so zu erniedrigen und lächerlich zu machen, dass sie bis ins Ungeheuerliche und Unmenschliche abgleitet.

Identitätsproblematik in der Erzählung

Die Erzählung scheint das Problem der Identität zu thematisieren. Die Geschichten sind stark durch die Mündlichkeit geprägt und bestehen aus langen Dialogen, die Einblicke in die Charaktere gewähren.

Merkmale der Literatur Arlts

Arlts Schreiben zeichnete sich durch folgende Aspekte aus:

  1. Freie Sprache: Er zeigte einen deutlichen Gebrauch der Umgangssprache.
  2. Verwendung des „Vos“: Er nutzte die informelle Anrede „vos“ (anstelle von „tú“).
  3. Lunfardo-Begriffe: Begriffe aus dem Lunfardo (lokaler Slang) tauchen häufig auf.

Diese stilistischen Entscheidungen zeigen die Position Arlts in der Diskussion unter Gelehrten und Schriftstellern über die Entwicklung der Nationalsprache. Er suchte nach einer sozial repräsentativen Sprache. Arlt schuf eine eigene Sprache, die solide, flexibel und farbenreich ist und sich nicht von einer starren Sprache einschränken ließ, die seiner psychologischen Auffassung nicht entsprach.

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