Die Rolle der katholischen Kirche im Franco-Regime

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Die politische Rolle der Kirche im 20. Jahrhundert

Die politische Rolle der katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Während das Militär die wesentliche Stütze des Regimes in dessen Anfangsjahren war, leistete die Kirche eine nicht minder entschlossene Unterstützung. Dies führte dazu, dass Spanien als der letzte theokratische Staat Europas bezeichnet werden konnte. Von Beginn an positionierte sich die katholische Kirche an der Seite der Nationalisten und verbreitete antikommunistische Propaganda.

Franco agierte wie in einer absoluten Monarchie, in der er sich als von Gott berufen betrachtete. Tatsächlich übernahm Franco die Verantwortung für sein Handeln allein vor Gott und der Geschichte.

Der Nationalkatholizismus und der Einfluss der Kirche

Seit Beginn spielte die katholische Kirche eine zentrale Rolle beim Aufbau des Franco-Regimes, indem sie das ideologische Fundament lieferte. Sie übernahm die Kontrolle über das Bildungswesen und sicherte die Vorherrschaft christlicher Werte und Moral in der spanischen Gesellschaft. Zudem wurden bedeutende katholische Verbände wie die Asociación Católica de Propagandistas und das Opus Dei gestärkt.

Um die internationale Isolation zu überwinden, wurden Minister des Opus Dei ernannt, die das Gesicht des Regimes veränderten. Zwischen 1946 und 1950 half der Kalte Krieg dabei, Spanien politisch und wirtschaftlich zu retten, wobei der Nationalkatholizismus zur dominierenden Ideologie wurde.

Das Konkordat und der wirtschaftliche Wandel

Im Jahr 1953 festigte Spanien seine Beziehung zur Kirche durch das Konkordat mit dem Vatikan, welches die staatliche Konfessionalität und eine privilegierte Stellung der katholischen Kirche festschrieb. Mit den neuen technokratischen Ministern begann der Stabilisierungsplan, der das Ende der Autarkieperiode nach dem Bürgerkrieg markierte.

Die wirtschaftlichen Maßnahmen hatten zunächst einen restriktiven Charakter, um die Beschränkungen der Vorperiode zu überwinden. Der Plan verfolgte folgende Ziele:

  • Senkung der Inflation
  • Liberalisierung des Außenhandels
  • Herstellung der Konvertierbarkeit der Peseta
  • Liberalisierung der Binnennachfrage

Dies öffnete Spanien für den wirtschaftlichen Neoliberalismus und ausländische Investitionen während des Booms der sechziger Jahre. Doch trotz steigender Löhne führte die Arbeitslosigkeit viele Menschen in die Emigration.

Wandel und Distanzierung der Kirche

Mit der Konsolidierung der industrialisierten kapitalistischen Gesellschaft in Spanien setzte schließlich eine Erneuerung innerhalb der Kirche ein. Es kam zu einer zunehmenden Distanzierung vom Regime und einer Annäherung an soziale Sektoren, die eine Demokratisierung forderten. Es bildeten sich kritische Haltungen gegenüber der Diktatur heraus, die in Dissens und Demonstrationen mündeten.

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