Romanik und andere mittelalterliche Kunststile in Europa

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Der Romanische Stil: Ursprung und Verbreitung

Der romanische Stil war die erste prägende Kunstform des mittelalterlichen Europa. Zur Verbreitung trugen der Benediktinerorden, die Kreuzzüge, Wallfahrten zu den heiligen Stätten und die Existenz von Teams von Steinmetzen und Bildhauern bei, die durch Europa reisten. Es war eine grundlegend religiöse Kunst, die aber auch in zivilen Gebäuden Anwendung fand.

Merkmale der Romanischen Architektur

Die Merkmale der romanischen Architektur sind die Verwendung von Stein, dicken Mauern, Säulen und kreuzförmigen Pfeilern sowie Bögen und Gewölben. Verwendet wurden halbkreisförmige Tonnengewölbe (gebildet durch die Verschiebung eines Bogens entlang der Längsachse) oder Kreuzgewölbe (gebildet durch die Kreuzung zweier Tonnengewölbe). Die Gebäude waren solide, mit dicken Mauern, die durch Strebepfeiler gestützt wurden. Die Fenster waren wenige und schmal, weshalb es im Inneren dunkel war.

Zweck von Skulptur und Malerei

Die Skulptur und Malerei waren für Kirchen bestimmt. Ihre Aufgabe bestand darin, Gott zu loben und seine Lehre den Analphabeten zu lehren. Ihre Eigenschaften liegen nicht in der Schönheit und dem Realismus, sondern im Ausdruck. Die Figuren sind starr und unbeweglich.

Themen der Romanischen Kunst

  • Szenen aus dem Alten Testament und dem Leben Christi
  • Legenden der Heiligen
  • Darstellungen von Tugenden und Sünden
  • Vorhersagen über das Ende der Welt

Details zur Romanischen Skulptur

Die Skulptur war abhängig von der Architektur und befand sich an den Portalen und den Kapitellen der Kirchen. Die Bilder passten sich den architektonischen Formen an. Häufig wurden polychrome Holz- oder Elfenbeinfiguren verwendet. In der Regel stellen sie einen Christus am Kreuz mit vier Nägeln dar, oft mit einem langen Gewand bekleidet und ohne Ausdruck des Schmerzes, sowie die Jungfrau mit dem Kind auf ihrem Schoß.

Details zur Romanischen Malerei

Die Malerei wurde an den Innenwänden der Kirchen oder auf mit Putz bedeckten Tafeln ausgeführt. Sie zeichnet sich durch die Verwendung einer sehr scharfen schwarzen Kontur aus, die Verwendung von flachen und gleichmäßigen Farben sowie die Vernachlässigung der Darstellung des Volumens der Figuren oder der Tiefe des Raumes. Zudem wurden Miniaturen zur Verzierung von Büchern entwickelt.

Islamische Kunst (Maurische Kunst)

Merkmale

Muslimische Gebäude zeichnen sich durch den Einsatz von einfachen Materialien, die Verwendung von Säulen und Pfeilern sowie die Nutzung verschiedener Arten von Bögen (Hufeisenbögen, Spitzbögen usw.) aus, die oft mit einer Rahmung (Alfiz) versehen sind. Die Dächer sind flach oder gewölbt.

Der Innenraum wurde mit reichen Verzierungen aus bemaltem Putz oder Fliesen bedeckt. Verwendet wurden stilisierte pflanzliche Motive (Stuck), geometrische Motive (Mocárabes) und Kalligrafie (Inschriften).

Gebäudetypen

Die bekanntesten Gebäudetypen waren Moscheen, Paläste und Festungen.

  • Moscheen: Bestes Beispiel ist die Moschee von Córdoba, die 785 unter Abderraman I. begonnen wurde. Das Wachstum der Stadt erforderte verschiedene Erweiterungen durch seine Nachfolger.
  • Paläste: Hervorzuheben sind Medina Azahara (10. Jahrhundert, unter Abderraman III.) und die Aljafería von Saragossa.
  • Befestigungsanlagen: Sie waren sehr zahlreich. Besonders hervorzuheben sind die Zitadellen von Almería und Málaga.

Kultureller Kontext

Bis zum 11. Jahrhundert war die kulturelle Aktivität gering. Sie konzentrierte sich auf die Klöster, wo Mönche Bücher in Latein kopierten und versuchten, ihre Kenntnisse dieser Sprache zu perfektionieren.

Überblick: Präromanische und Romanische Kunst

Präromanische Kunst (8. bis frühes 10. Jahrhundert)

Architektur: Es wurden einfache Materialien verwendet, gestützt durch Säulen oder Pfeiler, Bögen und bedeckt mit einem Tonnengewölbe. Hervorzuheben sind die Kirchen San Julián de los Prados und San Miguel de Lillo.

Goldschmiedekunst: Es wurden Arbeiten mit Filigran, Edelsteinen und Verzierungen ausgeführt. Dazu gehören das Kreuz der Engel (Cruz de los Ángeles) und das Siegeskreuz (Cruz de la Victoria).

Mozarabische Kunst (10. Jahrhundert)

Entstand im 10. Jahrhundert in christlich dominierten Gebieten.

Architektur: Nutzung einfacher Materialien, gestützt durch Pfeiler oder Säulen, maurische Bögen und bedeckt mit Holz- oder Hufeisen-Tonnengewölben. Gekennzeichnet durch kleine Kirchen wie San Miguel de Escalada (León) und San Baudelio de Berlanga (Soria).

Romanische Kunst (11. und 12. Jahrhundert)

Architektonische Zentren in Spanien

Die Architektur entwickelte sich in zwei Hauptzentren:

  1. Katalanischer Fokus: Spiegelt den lombardischen Einfluss wider, manifestiert in der Außendekoration durch Blendbögen. Beispiele: Kirchen mit hoch entwickelten Türmen (San Clemente in Lleida) und das Kloster San Pedro de Roda in Girona.
  2. Fokus am Jakobsweg (Camino de Santiago): Verbunden mit der französischen Romanik, dem Orden von Cluny und den Wallfahrten. Beispiele: Die Kathedrale von Jaca (Huesca), das Kloster Santa María de Sangüesa (Navarra) und die Kathedrale von Santiago de Compostela.

Die Skulptur konzentrierte sich auf die Kapitelle und die Portale der Kirchen. Wichtige Beispiele finden sich in Jaca, Sangüesa und Santiago de Compostela.

Die Malerei ist hauptsächlich als Wandmalerei prominent, wie die Apsis von San Clemente und Santa María de Tahull (Lleida).

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