Romanische Architektur und Kunst: Klöster und Kirchen
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,98 KB
Die romanische Klosterarchitektur
Das Kloster ist eine Ansammlung mittelalterlicher Gebäude, in denen eine Gemeinschaft von Mönchen lebt, betet und arbeitet. Klöster waren nicht nur religiöse Zentren, sondern auch kulturelle, politische, wirtschaftliche und künstlerische Knotenpunkte, die als autarke Wirtschaftseinheiten mit straffer Organisation fungierten.
Die Reform der Benediktiner, die ihren Ursprung im Kloster von Cluny hatte, unterstützte nachdrücklich die Einigung ihres Lebens. Ihre Herrschaft erstreckte sich über tausend Klöster im ganzen Westen. Es war Benedikt von Nursia, der im sechsten Jahrhundert eine Reihe von Regeln für die klösterlichen Gemeinschaften aufstellte. Das Leben der Mönche war starr geregelt und widmete sich nicht nur dem Gebet, sondern auch der Arbeit oder intellektuellen Fragen wie der Landwirtschaft oder der Vervielfältigung von Büchern (Codices).
Räumliche Organisation des Klosters
Die Architektur des Klosters folgte einer hierarchischen und religiösen Vision:
- Die Kirche: Das wichtigste Gebäude, erbaut aus hochwertigen Materialien.
- Der Kreuzgang: Ein von einer überdachten Galerie umgebener Garten, der als Ort für Prozessionen diente.
- Kapitelsaal: Ein quadratischer Raum für Versammlungen der Gemeinschaft.
- Speisesaal (Refektorium): Ein großer rechteckiger Raum, oft mit einer Kanzel für die Lesung religiöser Texte.
- Weitere Einheiten: Schlafzimmer, Scriptorium, Küchen, Krankenhaus, Hospiz und Stallungen.
Die romanische Wallfahrtskirche
Romanische Tempel konzentrierten alle konstruktiven Bemühungen auf den religiösen Zweck. Diese Kirchen, die sich von der reinen Basilika unterscheiden, besitzen eine einheitliche Gewölbestruktur und dienen als Treffpunkt für liturgische Riten.
Architektonische Merkmale
- Grundriss: Lateinisches Kreuz mit 3 bis 5 Schiffen, die sich in der Vierung schneiden.
- Tragwerk: Verwendung von Säulen, Pilastern und massiven Steinwänden mit Strebepfeilern.
- Gewölbe: Tonnengewölbe in den Mittelschiffen, Kreuzgewölbe in den Seitenschiffen.
- Fassaden: Oft von Türmen flankiert und mit dreigliedrigen Portalen gestaltet.
Bedeutende Beispiele sind die Kathedrale von Pisa (Italien), Speyer und Worms (Deutschland) sowie in Spanien Santiago de Compostela, La Seu d'Urgell und Jaca.
Skulptur: Die Porta Romana
Die romanische Kunst ermöglichte die Wiederbelebung der Steinskulptur als integralen Bestandteil der Architektur. Die Skulpturen wurden direkt in die Gebäude integriert, etwa in Kapitelle, Friese, Bögen und Brüstungen.
Stil und Ikonographie
Die Figuren sind oft flach, fest und hieratisch, mit einer Tendenz zur Geometrisierung (mandelförmige Augen, röhrenförmige Falten). Die Ikonographie diente der Belehrung der Gläubigen und zeigte Szenen aus dem Alten Testament, den Evangelien und Bestiarien.
Das Tympanon über dem Portal ist das Zentrum der dekorativen Programme, oft mit dem Pantokrator (Allmächtiger) und den Symbolen der vier Evangelisten. Ein Meisterwerk ist das Portico de la Gloria in Santiago de Compostela.
Wandmalerei
Romanische Wandmalereien dienten dazu, Passagen der Heiligen Schrift zu veranschaulichen. Der Stil war vergleichbar mit der Skulptur: steife Falten, satte Farben und feierlicher Ausdruck.
- Technik: Vorwiegend Freskomalerei auf feuchtem Putz.
- Anordnung: Die Apsis war für das Hauptthema reserviert, während die Wände weitere Szenen zeigten.
- Besonderheit: Fehlende Perspektive und lineare Darstellung.
Katalonien leistete mit den Wandmalereien von San Clemente de Tahull und Pedret bedeutende Beiträge zur europäischen Romanik.