Romanische Architektur: Merkmale, Entwicklung und Pilgerkirchen
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(AROMANIC) Architektur: Der Romanische Stil
Der romanische Stil entwickelte sich vom neunten bis zum elften Jahrhundert in einigen Ländern bis ins zwölfte Jahrhundert. Dieser Stil wurde vor allem in Ländern mit geringeren finanziellen Mitteln und kleinerer Bevölkerung umgesetzt. Daher sind die Kirchen oft aus einfachen und kostengünstigen Materialien gebaut. Eine Ausnahme bilden die Pilgerkirchen, die größer und mit besseren Materialien errichtet wurden.
Merkmale der Romanischen Kirchen
Grundriss und Struktur
- Die Kirchen weisen fast immer einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes auf.
- Gewöhnlich bestehen sie aus drei Schiffen, wobei das Mittelschiff das größte ist. Diese Anordnung muss stets die Symmetrieachse berücksichtigen.
- Man findet ein Querschiff, das die Hauptschiffe kreuzt, platziert zwischen dem Altar und dem Kirchenschiff. Der Schnittpunkt, an dem das Querschiff das Hauptschiff kreuzt, wird als Vierung bezeichnet.
Der Kopf (Chorraum)
- Der Kopf (Chorraum) weist üblicherweise drei Apsiden auf: eine zentrale und zwei seitliche, wobei die zentrale Apsis die größte ist.
- Bei mehr als einer Apsis spricht man von einem polyapsidialen Kopf.
- Manchmal kann man feststellen, dass ein in einem Stil begonnener Kirchenbau im romanischen Stil fertiggestellt wurde, was auf die langsame Errichtung zurückzuführen ist.
- Die Innengestaltung ist oft auf den Altarraum ausgerichtet, da dieser das wichtigste Zentrum darstellt. Diese Raumaufteilung wird als Wegraum bezeichnet. Dies stellt eine Abkehr von der vorhergehenden byzantinischen Bewegung dar.
Konstruktionselemente
- Es werden durchgehend Rundbögen verwendet, was auf das römische Erbe der Romanik zurückzuführen ist.
- In Bezug auf die Höhe findet man: Bögen, die durch einen Rundbogen gebildet werden, und wenige Fenster, da die Schiffe oft die gleiche Höhe haben.
- Zur Verstärkung des Daches werden Gurtbögen verwendet, oft in Verbindung mit schweren Materialien. Diese Gurtbögen verlaufen entlang der Dachachse und senkrecht dazu. Äußere Strebepfeiler entsprechen den inneren Gurtbögen.
- Das Dach des Mittelschiffs wird als Tonnengewölbe bezeichnet, das der Seitenschiffe als Kreuzgratgewölbe.
- Die Vierung schließt sich oft mit einer Kuppel ab, die Bögen oder Hörner aufweist.
- Das Äußere zeigt einen polygonalen oder quadratischen Turm, der als Tambour bezeichnet wird.
- Die Apsis ist halbkuppelförmig.
- Fenster werden als trompetenförmige Fenster bezeichnet.
- Kirchen besitzen normalerweise drei Eingänge: einen am Fuß der Kirche und je einen an jeder Seite des Querhauses.
- Die Säulen haben einen glatten Schaft und ein Kapitell, das bemalt sein kann.
- Die Dachlinie wird oft verziert.
Klöster im Mittelalter
Das klösterliche Leben begann im neunten Jahrhundert. Es entstanden große Klöster mit Ländereien. Die Mönche widmeten sich hauptsächlich dem Gebet und dem Kopieren von Büchern.
Aufbau der Klöster
- Ein Kloster umfasste eine Kirche und einen Kreuzgang, der ein offener Säulengang um einen Innenhof war. Dieser war von vier Seiten zugänglich.
- Der gesamte Umfang war auf einem Sockel erhöht, außer an den vier Stellen der Öffnungen.
- Der Raum zwischen dem Hof und dem Gebäude beherbergte die Schlafräume (Zellen).
- Das Kloster konnte bis zu zwei Stockwerke haben, wobei die Verteilung gleich blieb.
Besonderheiten der Pilgerkirchen
Pilgerfahrten nach Rom und Santiago de Compostela (bekannt als „Camino de Santiago“) führten zu besonderen architektonischen Merkmalen bei den entsprechenden Kirchen.
Architektonische Anpassungen
- Im Kopfbereich (Chor) erstreckt sich der Altarraum hinter den Seitenschiffen, wodurch ein umlaufender Gang entsteht, der als Ambulatorium bezeichnet wird. Dies ermöglichte es den Pilgern, den Altar zu sehen, ohne die Messe zu stören.
- Neben dem Kopf befinden sich kleine Kapellen, die als Absidiolen bezeichnet werden.
- Zur Wahrung der Symmetrieachse muss die Anzahl der Apsiden ungerade sein. Manchmal findet man das Wappen der Apsis, wie beispielsweise bei der Kirche von Santiago de Compostela.
- Die Empore ist eine zweite Etage über den Seitenschiffen, die offen zum Mittelschiff ist.
Zusammenfassung und Lichtverhältnisse
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Standardkirche ein Langhaus mit zwei Seitenschiffen aufweist, die auf einem Podium stehen. Die Schiffe haben ein Satteldach. Da es kein Obergaden (Klaristorium) gibt, sind diese Kirchen oft dunkel.
Der Spanisch-Romanische Stil
Der spanisch-romanische Stil entwickelte sich in zwei geografischen Gebieten:
- Einer, der aus Frankreich kommt und den Bau aller Kirchen des Jakobswegs (Nordspanien) beeinflusste.
- Ein weiterer Bereich, der von der italienischen Region Lombardei beeinflusst ist und sich hauptsächlich in den Pyrenäen manifestierte. Beispiele hierfür sind die Kathedrale von Santiago de Compostela und das Kloster Santa Maria de Ripoll.