Romanische und Gotische Kunst im Mittelalter: Merkmale und Einfluss der Kirche

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Romanische und Gotische Kunst im Mittelalter

Im Mittelalter entstanden zwei Kunstschulen: die romanische und die gotische Kunst. Die erste entwickelte sich im zehnten Jahrhundert, die zweite im 12. Jahrhundert. Die romanische Kunst ging der gotischen Kunst voraus. Sie setzten sich schließlich in weiten Teilen Westeuropas durch. Die reichsten Länder in der romanischen Kunst waren Spanien, Deutschland und Frankreich. Allerdings entwickelte sich in Frankreich früh eine Abzweigung zur Gotik, was dieses Land zusammen mit England und Spanien zu einem der am stärksten von der Gotik beeinflussten Gebiete machte.

Die maßgebliche Rolle der Kirche

Die Rolle der Kirche war in beiden Perioden maßgeblich. Sie war die höchste Autorität im Mittelalter und beeinflusste die Kunst in allen Bereichen:

Malerei

Die Malerei entwickelte sich nicht übermäßig; es wurden fast ausschließlich religiöse Bilder dargestellt. Am häufigsten war die Darstellung des Pantokrator, manchmal aber auch der Jungfrau Maria. Gegen Ende der Gotik wurde dies durch humanisiertere Themen ergänzt.

Architektur

In der Architektur entstanden romanische Wallfahrtskirchen und monumentale gotische Kathedralen, die zum Zentrum des städtischen Lebens wurden.

Skulptur

Dieser Einfluss manifestierte sich in der Skulptur durch die Darstellung religiöser Themen. Dargestellt wurden vor allem der gekreuzigte Christus und die Jungfrau mit dem Kind. Reliefs, hauptsächlich an den architektonischen Räumen, zeigten biblische Szenen, wie beispielsweise die Apokalypse in der romanischen Kunst.

In der Kunst dieser Epochen zeigte sich ein Zusammenfluss von zwei scheinbar widersprüchlichen Aspekten: dem Regionalismus und ihrem internationalen Charakter.

Besonderheiten der Romanischen Skulptur

  • Es wurde wenig Wert auf die Anatomie und die Schönheit des Körpers gelegt; die Kleidung dominierte die Körperform.
  • Diese Skulptur wurde als Dekoration für die christlichen Kirchen geschaffen, mit der didaktischen Absicht, den damals meist analphabetischen Gläubigen die Schriften zu vermitteln.
  • Die Kunst dieser Zeit wandte sich von der klassischen Periode ab und berücksichtigte nicht mehr die Kriterien von Proportion, Schönheit und Wirklichkeit, mit dem alleinigen Ziel, eine religiöse Botschaft zu vermitteln.

Gemeinsamkeiten und Verzerrungen

In den romanischen Skulpturen lassen sich folgende Gemeinsamkeiten feststellen:

  • Die Figuren sind durch die Übertreibung der Form verzerrt: Die Körper sind oft länglich, die Hände und Füße überdimensioniert und in fremden Positionen dargestellt, was zu sehr unnatürlichen Formen führt.
  • Häufig werden Symbole und Allegorien wiederholt, wie die Symbole der Evangelisten und Apostel.
  • Es wiederholen sich Muster und ikonographische Typen. Die Darstellungen weichen aufgrund einer stereotypen Darstellung der wichtigsten Bereiche der Menschheit nicht voneinander ab.
  • Besonders betroffen sind die Decken und Kapitelle.

Regionalismus und Internationalität

Der Regionalismus zeigt sich in der Verwendung lokaler Materialien und Bautechniken, die für jede Region einzigartig sind. Dennoch können wir von der romanischen Kunst als Ganzes sprechen, charakterisiert durch ihren religiösen Charakter und die Verbreitung durch Pilgerströme.

Darüber hinaus beginnt während der Gotik die Stadtentwicklung, was zum Aufstieg des Bürgertums führt – der sozialen Gruppe der Kaufleute und Handwerker. Diese Gruppe finanzierte viele der größten Werke der damaligen Zeit. Dennoch behielt die Kirche ihre zentrale Rolle.

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