Die Romantik in Spanien: Epoche, Merkmale und Autoren

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Die Romantik in Spanien

Die Romantik war eine kulturelle und soziale Bewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie stellte das Gefühl und die Leidenschaft über die Vernunft. Die Verteidigung der Freiheit förderte zudem den aufkommenden Nationalismus. Das Ideal der Freiheit war besonders für die romantischen Liberalen von Bedeutung. Die Romantik triumphierte in Spanien nach dem Tod von Ferdinand VII. und der Rückkehr der Liberalen aus dem Exil in England oder Frankreich, von wo sie romantisches Gedankengut und Literatur mitbrachten.

Aus sozialer Sicht fiel diese Epoche mit der Landflucht zusammen; es entstanden erste sozialistische Ideen und Arbeiterorganisationen.

Merkmale der romantischen Literatur

Die Merkmale der Romantik zeigten sich in der Entstehung neuer literarischer Formen:

  • Neue Themen: Extreme Situationen, Pessimismus, die Liebe als absolute Leidenschaft, die Idealisierung der Vergangenheit sowie das Interesse am Exotischen und Malerischen.
  • Neue Formen: Mischung von Prosa und Vers, Vermischung der Genres, Theaterstücke, die mit den Regeln des Neoklassizismus brechen, sowie historische Romane und Sittenbilder.

Wichtige Autoren der spanischen Romantik

Mariano José de Larra

Larra wurde in Madrid geboren, lebte jedoch mit seiner Familie in Frankreich. Er beging in jungen Jahren Selbstmord; sein tragischer Tod, unter anderem bedingt durch ein Liebesunglück, machte ihn zu einem prototypischen romantischen Charakter. Er war vor allem als Journalist tätig und verfasste Artikel, in denen er Aspekte der spanischen Realität seiner Zeit kritisierte. Ein Beispiel hierfür ist „Vuelva usted mañana“, eine Kritik an der Ineffizienz der Verwaltung.

José de Espronceda

Seine Überzeugung, dass Poesie eine politische Waffe sei, macht ihn zu einem Beispiel für den liberalen Romantiker. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen die langen Gedichte „El estudiante de Salamanca“ und „El diablo mundo“ (letzteres blieb unvollendet). Andere Gedichte, wie „La canción del pirata“, unterstreichen die soziale Dimension seiner Poesie.

Das romantische Theater

Die Romantik erreichte das spanische Theater mit der Uraufführung von „Don Álvaro o la fuerza del sino“ im Jahr 1835. Das Werk vereint Prosa und Vers sowie alltägliche Szenen mit gewalttätigen und leidenschaftlichen Momenten.

Merkmale des Liebesdramas:

  • Mischung aus Tragik und Komik.
  • Bevorzugung von Schauplätzen wie nächtlichen Szenen, Ruinen oder Friedhöfen.
  • Vorliebe für legendäre Stoffe oder nationale Geschichte.
  • Präsenz von Charakteren, die von einem seltsamen und einzigartigen Schicksal gezeichnet sind.

José Zorrilla

Zorrilla wurde als Dichter bekannt, nachdem er anlässlich des Todes von Larra Verse verfasst hatte. Er arbeitete auch als Journalist; sein bekanntestes Werk ist „Don Juan Tenorio“. Zorrilla repräsentiert die konservative Romantik.

Gustavo Adolfo Bécquer

Bécquer wurde 1836 geboren und starb an Tuberkulose. Er war ebenfalls als Journalist tätig. Da er sein Werk auf dem Höhepunkt des Realismus schrieb, gilt er als Vertreter der Spätromantik. Neben seinen Legenden glänzte Bécquer vor allem durch seine „Rimas“ – vierundachtzig kurze, meist assonant gereimte Kompositionen. Die Bedeutung Bécquers für die spanische Lyrik des 20. Jahrhunderts ist entscheidend.

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