Die Romantische Poesie in Spanien: Merkmale und Hauptvertreter

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Die Romantische Poesie und ihre Merkmale

Die Romantische Poesie ist das Genre, das den romantischen Geist am besten zum Ausdruck bringt. Die poetischen Themen sind vielfältig und tiefgründig:

  • Freiheit und Idealismus
  • Die ideale Frau und die Enttäuschung in der Liebe
  • Melancholie und Lebensmüdigkeit
  • Das Satanische, Übernatürliche und der Tod
  • Exotische und legendäre Motive

Diese Gefühle spiegeln sich oft in der Landschaft wider (Nacht, Mond, Friedhof, raue See). Formal zeigt sich eine klare Absicht zur Erneuerung: Es werden neue Rhythmen und Akzente gefunden, die den Gedichten einen großen musikalischen Sinn verleihen, sowie Verse unterschiedlicher Metren und Maße. Die Sprache ist kultiviert und rhetorisch.

Man unterscheidet zwei Arten von Poesie:

  1. Das Epische Gedicht oder die Erzählung, die Themen der Tradition, Geschichte oder Legende aufgreift und die Romanze rehabilitiert.
  2. Die Lyrik (vertreten durch die folgenden Autoren).

Zu den frühen Schöpfern zählen der Herzog von Rivas mit seinem Werk Der Findling Moor (1834) und José Zorrilla, Autor des Gedichts Poetry Granada. Prominente Autoren der spanischen Romantik sind José de Espronceda, Gustavo Adolfo Bécquer und Rosalía de Castro.

José de Espronceda: Der liberale Romantiker

José de Espronceda gilt als der liberale romantische Dichter schlechthin, bekannt für sein Werk und seine Haltung gegenüber der Gesellschaft. Seine Dichtung wird in mehrere Phasen unterteilt:

  • Neoklassizistische Phase: Gedichte im Stil von M. Valdés, oft zu pastoralen Themen. Das bedeutendste Werk ist Pelayo, ein erzählendes Gedicht über die Invasion der Mauren.
  • Übergang zur Romantik: Werke wie die Hymne an die Sonne oder das erzählende Gedicht Oscar und Malvina.
  • Romantische Lyrik: Lyrische Gedichte, in denen er die Freiheit verteidigt, wie das berühmte Lied des Piraten (Canción del Pirata).

Seine beiden großen erzählenden Gedichte sind El estudiante de Salamanca und El diablo mundo. Letzteres blieb unvollendet und umfasst eine Einleitung und sieben Gesänge.

Gustavo Adolfo Bécquer und die intime Romantik

Gustavo Adolfo Bécquer markiert den Höhepunkt der spanischen intimistischen Romantik und gilt als einer der ersten modernen Dichter sowie als Gipfel der spanischen Poesie aller Zeiten.

Bécquers Prosa und Legenden

Zu seinen literarischen Prosawerken zählen die Briefe an eine Frau, die Briefe aus der Zelle und vor allem seine berühmten Legenden. Diese Fantasy-Geschichten behandeln ebenfalls romantische Themen (die ideale Frau, Enttäuschung, die Sehnsucht nach absoluter Liebe) und zeichnen sich durch ihre Charaktere (Ritter, Höflinge, Künstler, schöne Frauen) und Umgebungen (die nächtliche Welt, der Orient) aus. Beispiele sind Der Berg der Geister und El caudillo rojo.

Die „Rimas“ (Gedichte)

Seine Poesie, bekannt als die Rimas, deren erste vollständige Ausgabe 1871 von Freunden des Dichters veröffentlicht wurde, zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Kürze und abwechslungsreiche Metrik
  • Parallele stilistische Strukturen und hohe Musikalität
  • Verwendung von Assonanzreimen und gebrochenen Versfüßen
  • Intimer Dialog und Evokation des Gefühls

Es handelt sich um eine zutiefst intime Poesie, die aus der Evokation des Gefühls entsteht.

Rosalía de Castro

Rosalía de Castro schrieb in derselben einfachen und intimen Linie wie Bécquer. Zu ihren Hauptwerken zählen die galicischen Sammlungen Cantares Gallegos und Follas Novas sowie das spanische Werk An den Ufern des Sar.

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