Römische Architektur und Ingenieurwesen: Bauwerke der Antike

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Römische Amphitheater: Gladiatoren und Naumachien

Amphitheater waren elliptische Anlagen, die für Kämpfe zwischen Gladiatoren, Tierhatzen und manchmal auch für Naumachien (nachgestellte Seeschlachten) genutzt wurden. Im Zentrum befand sich die Arena (Sand), unter der sich die Grube (Substruktur) befand.

Wichtige Beispiele

  • Das älteste bekannte Amphitheater befindet sich in Pompeji.
  • Weitere Beispiele in Spanien: Tarragona, Mérida und Italica.
  • Beispiele in Frankreich: Arles und Nîmes.
  • Das berühmteste Beispiel in Rom: Das Flavische Amphitheater oder „Kolosseum“.

Römische Zirkusse: Wagenrennen

Zirkusse waren langgestreckte, schmale Bauten, die hauptsächlich für Wagen- oder Pferderennen dienten. In der Mitte der Bahn befand sich die Spina (Mittelstreifen). Der Zuschauerraum war ähnlich wie bei Theatern oder Arenen angelegt.

Bekannte Zirkusse

  • Der wichtigste Zirkus war der Circus Maximus in Rom, erbaut zur Zeit Caesars.
  • Weitere Beispiele in Spanien: Die Zirkusse von Mérida und Tarragona.

Römische Wohnarchitektur: Domus und Villa

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der Domus (Stadthaus) und der Villa (Landhaus). Die Domus war meist ein niedriges Gebäude, das an das etruskische Haus erinnerte.

Struktur der Domus

Das Zentrum bildete das Atrium, ein offener Hof mit dem Impluvium (ein Wasserbecken zur Sammlung von Regenwasser), das oft von Säulen umgeben war. Um das Atrium herum lagen die wichtigsten Räume, wie das Cubiculum (Schlafzimmer) und das Triclinium (Speisezimmer).

  • Tabernae: Die zur Straße hin gelegenen Räume wurden oft als Läden oder Werkstätten genutzt.
  • Tablinum: Ein Empfangsraum, der sich am Eingang des Hauses befand.
  • Hortus: Später wurde oft ein Garten (Hortus) hinzugefügt, der von einer Kolonnade (Säulengang) umgeben war.

Die Häuser der ärmeren Bevölkerung wurden in mehrstöckigen Mietshäusern, den Insulae, zusammengefasst.

Römische Grabarchitektur und Bestattungsformen

Die Römer legten großen Wert auf prunkvolle Bestattungen. Die Gräber wurden traditionell außerhalb der Stadtgrenzen, entlang der Ausfallstraßen, errichtet.

Die Römer assimilierten Bestattungsformen aus den eroberten Gebieten, was zu einer Vielfalt an Grabmälern führte:

  • Pyramiden- oder Turmform: Beispiele sind der viereckige Turm „Torre de los Escipiones“ (Tarragona) oder tempelartige Gräber wie in Sádaba (Zaragoza).
  • Zylindrische Türme: Größere, prachtvoll ausgestattete Gräber folgten der etruskischen Tradition, wie das Grabmal der Cecilia Metella in Rom.
  • Kaiserliche Mausoleen: Diese Form wurde für kaiserliche Mausoleen verwendet, wie das des Hadrian, das später zur Engelsburg umfunktioniert wurde.

Gedenkstätten: Triumphbögen und Denkmalsäulen

Die Römer errichteten Gedenkstätten, um Siege und militärische Erfolge zu feiern.

Triumphbögen

Triumphbögen dienten als Sieges- und Gedenkmonumente (wobei die größten nur in Rom errichtet wurden). Sie unterschieden sich nach der Anzahl der Durchgänge:

  • Einbogig: Z. B. der Bogen von Bara (Spanien).
  • Dreibogig: Z. B. der Bogen von Medinaceli (Spanien).
  • Vierbogig (Quadrifrons): Bögen mit vier Fassaden, z. B. der Bogen von Caparra (Spanien).

Bekannte Beispiele in Rom sind die Bögen des Titus, des Konstantin und des Septimius Severus.

Denkmalsäulen

Denkmalsäulen erinnerten an die Heldentaten der Römer:

  • Rostralsäulen: Der Schaft war mit Schiffsschnäbeln (Rostra) verziert und gedachte Seesiegen.
  • Säulen mit Reliefs: Der Säulenschaft war mit einem spiralförmig aufsteigenden Reliefband versehen, das die Feldzüge darstellte. Berühmte Beispiele in Rom sind die Säulen des Trajan und des Marc Aurel.

Öffentliche Bauten und Ingenieurwesen

Die römische Ingenieurskunst schuf ein weitreichendes Netz an öffentlichen Bauten:

Straßen und Brücken

Ein umfassendes Netz von Straßen und Fernverbindungen (Autobahnen) verband Rom mit dem gesamten Reich:

  • Via Augusta: Verbindet Cádiz mit Rom.
  • Via de la Plata: Verbindet Astorga mit Mérida.

Zudem wurden zahlreiche Brücken errichtet.

Wasserversorgung: Aquädukte und Stauseen

Besonders hervorzuheben sind die Wasserleitungen (Aquädukte), die mithilfe eines Gefälles Wasser in die Städte leiteten. Das Wasser floss durch den Specus (Kanal) an der Spitze der Konstruktion.

Wichtige Aquädukte:

  • Aquädukt von Segovia (sehr gut erhalten).
  • Aquädukt Los Milagros in Mérida.
  • Aquädukt Les Ferreres in Tarragona.
  • Pont du Gard bei Nîmes, Frankreich.

Weitere Wasserbauwerke waren Stauseen oder Talsperren, wie die Talsperre von Proserpina in Mérida.

Weitere Infrastruktur

Dazu gehören auch Handelshäfen (z. B. Empúries/Ampurias), Leuchttürme (z. B. Torre de Hércules) und Stadtmauern (z. B. in Tarragona und Lugo).

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