Römische Literatur: Plautus, Seneca und Vergil im Überblick
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Römische Literatur: Wichtige Autoren und Werke
Plautus (Archaistische Periode)
Der wahre Komiker der römischen Literatur
Er gilt als der wahre Komiker der römischen Literatur. Darüber hinaus organisierte er Aufführungen, die trotz finanzieller Probleme großen Erfolg beim Publikum hatten. Bekannt ist er für seine Bearbeitungen der griechischen Neuen Komödie.
Themen und Stücke
- Gast (Host): Jupiter ist in Alkmene verliebt und lässt sie glauben, ihr Mann sei aus dem Krieg zurückgekehrt. Der Ton ist vertraut und alltäglich.
- Der Topf (Aulularia): Ein Geizhals findet einen Topf voller Gold und traut niemandem.
- Menaechmus (Menaechmi): Ein Zeichen sucht seinen Zwillingsbruder, erlebt viele Abenteuer und löst eine Reihe komischer Situationen aus.
- Der angeberische Soldat (Miles Gloriosus): Chronik der Abenteuer eines angeberischen und arroganten Soldaten.
Weitere Komödien sind Pseudolus, Poenulus oder Vidularia. Alle enden mit einem Happy End. Philosophische Reflexionen fehlen. Seine Figuren sind flache Stereotypen und reagieren vorhersehbar.
Gesellschaftliche Relevanz
Plautus thematisierte die Sorgen der römischen Gesellschaft seiner Zeit, insbesondere die große Zahl an Sklaven nach dem Zweiten Punischen Krieg. Dies führte zu prominenten Rollen für Sklaven in seinen Werken und spiegelte den Wandel der moralischen Werte dieser historischen Epoche wider.
Sprachliche Vielfalt
Plautus verband mühelos alle Sprachregister, von der formalen Sprache der Religion und des römischen Rechts bis hin zur Sprache der Sklaven. Aus all diesen Gründen ist Plautus das beste Vorbild der römischen Komödie.
Seneca (Nachklassische Periode)
Philosoph, Politiker und Tragödiendichter
Lucius Annaeus Seneca wurde in Córdoba geboren und war Philosoph, Schriftsteller und Politiker. Während des Prinzipats des Claudius wurde er nach Korsika verbannt. Im Jahr 49 n. Chr. holte ihn Agrippina zurück, um ihren Sohn Nero zu erziehen.
Philosophie und Drama
Bemerkenswert sind seine philosophischen Dialoge, in denen er seine stoische Ideologie darlegt. Seine Dramen sind von Aischylos, Sophokles und Euripides inspiriert und behandeln tragische Themen aus Politik und Philosophie. Ein wichtiges Merkmal seiner Werke sind die blutigen und pathetischen Elemente. Einige seiner Tragödien sind: Phaedra, Die Trojanerinnen, Medea, Agamemnon etc. Es ist wahrscheinlich, dass diese Stücke primär zum Lesen und nicht zur Aufführung gedacht waren.
Lebensende
Im Jahr 65 n. Chr. wurde er als Teil der Verschwörung des Piso entdeckt. Seneca beendete sein Leben, indem er sich die Handgelenke aufschnitt.
Vergil (Klassik)
Publius Vergilius Maro – Höhepunkt der lateinischen Dichtung
Publius Vergilius Maro wurde in einem Dorf in Norditalien in einer bürgerlichen Familie geboren. Er studierte Philosophie bei dem Epikureer Siron in Neapel.
Frühe Werke
Sein erstes wichtiges Werk sind die Eklogen, die zehn Schäfergedichte umfassen. Sie besingen die Klagen von Hirten, verliebte Seelen und das pastorale Leben mit einem lyrischen und verfeinerten Stil.
Mäzenatentum und Meisterwerk
Vergil trat in den Kreis des Mäzen ein und identifizierte sich somit mit Octavius und seinem neuen Regime. Unterstützt durch seine Gönner schrieb er die Georgica. Aufgrund des Erfolgs begann er mit der Produktion seines Meisterwerks: der Aeneis, an der er 10 Jahre lang arbeitete. Er starb, bevor er das Werk vollenden konnte, während einer Reise durch Griechenland und Kleinasien.
Die Aeneis
Die Aeneis ist das nationale Epos Roms. Sie erzählt, wie Aeneas, ein trojanischer Prinz, mit einer Gruppe von Überlebenden aus dem von den Griechen zerstörten Troja flieht. Das Werk ist in Hexametern geschrieben und in 12 Bücher unterteilt.
Figuren der Aeneis
Zu den Figuren der Aeneis gehören sein Sohn Ascanius, sein Vater Anchises, sein Knappe Achates und die herausragende Figur der Königin von Karthago, Dido. Durch ihre Eifersucht schwört sie ewige Feindschaft zwischen Römern und Karthagern.
Für viele gilt Vergil als der höchste Gipfel der lateinischen Dichtung.