Das römische Theater: Geschichte, Komödie und Architektur
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Das römische Theater: Ursprung und Entwicklung
Das römische Theater entstand nach dem epischen Zeitalter und kurz vor der lyrischen Dichtung. Obwohl verschiedene Theatergenres aufeinandertrafen, war die Komödie das triumphierende Genre. Die bedeutendsten Vertreter waren Plautus und Terenz.
Die römische Komödie
Die römische Komödie basierte auf der griechischen Vorlage, passte jedoch Themen und Charaktertypen an die römische Gesellschaft an. Man unterschied zwei Hauptformen:
- Fabula palliata: Die Handlung spielt in einer griechischen Umgebung; die Schauspieler trugen griechische Trachten (das pallium).
- Fabula togata: Die Handlung spielt in einer römischen Umgebung; die Schauspieler trugen die römische Toga.
Die Stücke wurden zudem nach ihrem Bewegungsgrad klassifiziert: motoriae (bewegungsreich), statariae (ruhig) oder mixtae (eine Mischung aus beidem).
Plautus: Der Meister der Komödie
Plautus war der bekannteste und produktivste Dramatiker seiner Zeit. Sein Hauptziel war es, das Publikum zum Lachen zu bringen. Er imitierte die Griechen nicht nur, sondern öffnete seine Werke für Improvisationen und spiegelte römische Sitten sowie die populäre Umgangssprache wider.
Seine Stücke thematisieren oft bürgerliche Leidenschaften und Liebesbeziehungen:
- Ein junger Mann aus reichem Hause verliebt sich in eine Sklavin unbekannter Herkunft.
- Ein gerissener Sklave hilft bei den Liebesintrigen.
- Die Auflösung erfolgt meist durch eine unerwartete Entdeckung, dass die Sklavin eigentlich frei geboren ist.
Die Charaktere sind typisiert: der verliebte Jüngling, das heiratswütige Mädchen, der strenge Vater, der gerissene Sklave und die tugendhafte Ehefrau. Von Plautus sind 21 Komödien erhalten, darunter Aulularia, Captivi, Miles Gloriosus, Pseudolus und Cistellaria.
Architektur des römischen Theaters
Ursprünglich aus Holz erbaut, wurde erst 52 v. Chr. durch Pompeius das erste steinerne Theater in Rom errichtet. Im Gegensatz zu griechischen Modellen wurden römische Theater auf ebenem Boden aus Mauerwerk erbaut.
Wichtige Bauelemente:
- Orchestra: Ein Halbkreis, der im römischen Theater nicht mehr für die Schauspieler genutzt wurde.
- Pulpitum: Ein Podest vor der scaena (Bühne), auf dem die Schauspieler agierten – der Ursprung moderner Bühnen.
- Cavea: Die Zuschauertribüne, unterteilt in drei Bereiche: ima (Senatoren und Adel), media (einfache Bürger) und summa (Frauen und Sklaven).
- Parodos: Überdachte Gewölbegänge als Zugang zur Orchestra.
- Porscenium: Eine 1,50 Meter hohe Plattform für die Schauspieler.
- Frons Scenae: Eine monumentale Fassade mit mehreren Etagen, die als Bühnenhintergrund diente und durch eine Holzdecke die Akustik verbesserte.