Rosalía de Castro: Werk, Stil und gesellschaftliche Vision

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Bedeutende Dichter und literarische Einflüsse

Ein weiterer bedeutender Dichter war Alberto Camino (Ferrol 1820 – Madrid 1861). Er war bekannt für seine gefühlvollen Werke, darunter das berühmte Gedicht „O desconsolo“ sowie das emblematische Gedicht „Mãe chorosa“, das er mit besonderer Zärtlichkeit behandelte.

Floral-Spiele und das Album de la Caridad

Das Fest der „Floral-Spiele“ (Juegos Florales) in La Coruña im Jahr 1861 markierte einen Meilenstein für die Literatur dieser Zeit. Ein zentrales Ereignis war die Veröffentlichung des Album de la Caridad (1862), koordiniert von Antonio María de la Iglesia. Es versammelte eine große Auswahl zeitgenössischer galicischer Dichter, darunter:

  • Francisco Añón
  • Alberto Camino
  • Rosalía de Castro
  • João Manuel Pintos
  • Eduardo Pondal

Stilistische und metrische Ressourcen

Die Gedichte der Cantares Gallegos zeichnen sich durch eine einfache Thematik und Form aus. Die Sprache ist volksnah und verwendet populäre Stilmittel. Es wird häufig Gebrauch von Metaphern, Anaphern, Wiederholungen und Antithesen gemacht. Zudem finden sich Einflüsse der Muiñeira sowie klassische Formen wie Zehntel (décimas), Achtzeiler und Redondilhas.

Dokumente und Entstehungsgeschichte

Das Buch war bereits zum Zeitpunkt der zweiten Ausgabe der Cantares Gallegos (1872) fertiggestellt, wurde jedoch erst acht Jahre später veröffentlicht. Es enthält eine Widmung des Autors und wurde durch die „Gemeinnützige Gesellschaft von Galicien“ in Havanna finanziell unterstützt. Das Vorwort von Emilio Castelar, „Dúas palabras do autor“ (1880), verdeutlicht die Absicht, eine poetische Welt zu schaffen, die sich von den Cantares Gallegos unterscheidet: eine romantisch-philosophische Sicht, skeptisch gegenüber dem Nutzen des Schreibens und dem Zustand der Menschheit.

Das Werk ist von einer tiefen Traurigkeit geprägt, die den Schmerz und das Leiden anderer internalisiert. Es umfasst fünf Bücher und 136 kurze Gedichte, in denen Rosalía die menschliche Existenz reflektiert.

Struktur der Arbeit

Die Struktur folgt einem Prozess, der Rosalías zwei Trends (intim und sozial) vereint:

  • Intensive Subjektivität: „Vaguedás“ und „Do Intimo“, in denen Unbehagen und radikale Menschlichkeit herrschen.
  • Soziale Konkretion: „Da terra“ und „As viúvas dos vivos e dos mortos“, die im kollektiven Unglück verwurzelt sind.
  • Varia: Eine Kombination aus beiden Typen.

Der Fokus: Intime und gesellschaftliche Vision

Während in den Cantares Gallegos Portugal als „Objekt“ und „ganze Seele“ fungiert, dient es hier als Hintergrund für Rosalías pessimistische Weltsicht.

1. Der intime Blick

Die Angst und Sorgen des ersten Buches vertiefen sich zu einer radikaleren Haltung, in der Einsamkeit und das Fehlen von Weggefährten dominieren. Rosalía gewinnt ein Bewusstsein für die Quelle des Schmerzes. Liebe wird für sie zu einer Illusion, die im Laufe der Zeit zerstört wird. Diese verinnerlichte Stimme, bewohnt von Angst und Sehnsucht, nimmt auch Züge von Hass, Groll und Scham an.

  • Tod als Ruhe: Der Tod wird als einzige wahre Realität und Ausweg aus dem Leiden betrachtet, bis hin zur Erwägung des Selbstmords.
  • Zweifel und Glaube: Der ständige Wechsel zwischen Zweifel und Glauben offenbart menschliche Konflikte.
  • Negra Sombra: Das Gedicht „Negra sombra“ drückt symbolisch den spirituellen Pfad vor dem Schmerz des Lebens aus – von der Hoffnung auf Entkommen bis zur Erkenntnis, dass der Schmerz untrennbar mit dem Leben verbunden ist.

2. Die gesellschaftliche Vision

Rosalía thematisiert die Situation der Frau, die im 19. Jahrhundert durch gesellschaftliche Sentimentalität eingeschränkt war. Sie wusste, dass ihre Karriere abseits der Moden verlief, was ihr Feindseligkeiten einbrachte. Dennoch prangerte sie soziale Ungerechtigkeit und Heuchelei an. Ein zentrales neues Thema ist die Emigration: Menschen, die durch Armut zur Auswanderung gezwungen werden, hinterlassen „Witwen der Lebenden und Toten“. Rosalía zeigt das Schicksal dieser Frauen, die ihre Männer verlieren und in einer hoffnungslosen Lage verharren"

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