Sakramente und Sakramentalien
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Die Bedeutung der Sakramente
Der Mensch ist als Einheit von Leib und Seele mit seinem Leben in die Welt und Geschichte eingebunden. Genau darin findet die Gottesbegegnung statt. Die Begegnung mit Gott nimmt in Gnade und im Glauben sichtbar konkrete Gestalt an. Diese Grundstruktur des Menschen wird durch die Offenbarung von Jesus Christus bestätigt und verdeutlicht.
Der menschgewordene Gottessohn ist Zeichen für die innigste Vereinigung zwischen Gott und den Menschen und der Menschen untereinander. Die Kirche selbst wird als „Ursakrament“ bezeichnet. Dieser durch die Menschwerdung Gottes grundgelegten Gestalt des Heils entspricht auch die Heilsvermittlung durch die Kirche.
In ihrer sichtbaren Gestalt, in den Sakramenten, im Wort der Verkündigung, in den liturgischen Formen und Zeichen wird uns das Heil sinnfällig, sichtbar und hörbar geschenkt. Sakramente sind von Jesus Christus eingesetzte heilige Zeichen der Gnade, die bewirken, was sie bezeichnen. Die heiligen Zeichen wirken dadurch, dass sie vollzogen werden. Um im Empfänger fruchtbar werden zu können, ist die Bereitschaft, das Sakrament empfangen zu wollen, Voraussetzung.
Eine Fülle von Zeichen, Symbolen, Handlungen und Bräuchen hat sich in der Kirche im Laufe der Geschichte entwickelt. Viele von ihnen sind uns fremd geworden, viele sind regional bezogen oder wurden vergessen.
Die Kirche kennt sieben Sakramente:
- Taufe
- Firmung
- Eucharistie
- Buße
- Krankensalbung
- Weihe
- Ehe
Das christliche Leben wird grundgelegt durch den Empfang der ersten drei Sakramente: Taufe, Firmung und Eucharistie.
Sakramentalien: Kleine Sakramente
Die Sakramentalien sind Zeichen und Handlungen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den Sakramenten haben. Sie werden deshalb auch als „kleinere Sakramente“ bezeichnet. Der wesentliche Unterschied zwischen den Sakramenten und den Sakramentalien besteht darin, dass die Sakramente eine heilsnotwendige und erlösende Wirkung haben, die Sakramentalien dagegen nur eine heiligende, stärkende und schützende Wirkung aufweisen.
Die Sakramente sind also für das Heil des Menschen unbedingt notwendig, die Sakramentalien hingegen sind gewissermaßen eine geistliche Zugabe zu den Sakramenten. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Sakramente auf Jesus zurückgehen, die Sakramentalien hingegen von der Kirche eingeführt wurden.
Der Gebrauch der Sakramentalien heute
Wir stellen fest, dass es heute zu einer Wiederentdeckung der Sakramentalien kommt. Viele Menschen tragen heute einen geweihten Gegenstand, wie z. B. ein kleines Kreuz oder eine geweihte Medaille. Zahlreiche Familien verwenden geweihte Kerzen und Weihwasser; in vielen Autos hängen geweihte Rosenkränze. Junge Ehepaare lassen ihre neue Wohnung segnen, und Geschäftsleute bitten um die Segnung ihrer neuen Lokale.