Salvador Dalí: Der große Masturbator (1929)

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The Great Masturbator (Der große Masturbator)

Dokumentation: Januar; Chronologie: 1929
Stil: Technischer, traumhafter Surrealismus
Technik: Öl auf Leinwand (1,1 m x 1,5 m)
Ort: Museo de Arte Reina Sofía, Madrid

Historischer Kontext und der Surrealismus

Das Jahr 1929 war entscheidend, nicht nur im Hinblick auf die Biografie von Dalí, sondern auch für die Entwicklung der bildnerischen surrealistischen Bewegung, für die diese Arbeit eine der repräsentativsten Erscheinungen ist. Er erarbeitete die sogenannte paranoid-kritische Methode, bei der auf der Basis beliebiger Bilder Bezüge zu anderen, aus Obsessionen entstehenden Bildern hergestellt wurden. Dalí beherrschte die Maltechnik in Perfektion: eine einwandfreie und präzise Zeichnung, helle und leuchtende Farben sowie ein fast fotografischer Realismus. Der Unterschied zur traditionellen Malerei liegt in den ungewöhnlichen Assoziationen zwischen den Elementen des Gemäldes (Tabelle) und in der hektischen, oneirischen (inirica) Atmosphäre seiner Werke.

Formale Analyse: Bildnerische Elemente

Überraschend genaue Details, eine akkurate (il'acurat) Zeichnung und glänzende Farben zeichnen das Werk aus. Absolut neu sind die Beziehungen zwischen den verschiedenen Elementen der Malerei, zwischen Traum und Halluzination (il'al Halluzination). Dalí beleuchtet die Leinwand willkürlich mit seinen paranoiden Visionen.

Zusammensetzung des Kunstwerks

Die zentrale Figur ist ein Selbstporträt des Malers mit einer großen Nase, an der mehrere sexuelle Symbole angebracht sind, wie ein Hummer oder eine Frau – wahrscheinlich Gala –, die so erscheint, als würde sie ihr Gesicht den Genitalien annähern. In „The Great Masturbator“ besteht, wie in späteren Bildern, ein deutlicher Kontrast zwischen den Landschaften oder Architekturen und den harten sowie weichen, schlaffen Charakteren.

Der Malstil von Salvador Dalí

Dalí begann beeinflusst von Pointillismus, Kubismus und Futurismus, entwickelte sich aber bald zum Surrealismus. Er vertiefte zunehmend seine Obsessionen auch im wirklichen Leben, hin zu einer Vorstellung von Kunst als persönlicher Show, die zu gleichen Teilen von Kommerz und Zynismus gegenüber dem Leben dominiert wurde.

Interpretation: Inhalt und Bedeutung

Die dalinianischen Bilder erschufen eine Welt, in der die verborgenen Aspekte des täglichen Lebens schamlos (impúdicament) ans Licht kamen. Dalí hatte Paul Éluard, seine Partnerin Gala und andere Surrealisten eingeladen, einige Zeit in Cadaqués zu verbringen. Sein Interesse an Gala und das mit sexuellen Symbolen bemalte Bild spiegeln die Konflikte wider, die durch unterdrückte Gefühle und fleischliche Leidenschaft erfüllt wurden. Die Muscheln und Steine stehen für Spaziergänge am Strand mit ihr. Das Einzige, was der Autor tun konnte, war, den Hummer mit dem Bauch voller Ameisen zu bedrohen. Kinder stellen die Ängste von Dalí dar, ebenso wie der längliche Phallus; weitere Symbole sind die herausragende Zunge und die Fellatio-Anordnung (FEL-Setup). Das Paar, das sich unten umarmt, stellt Gala und den Mann dar; auf der linken Seite ist die Einsamkeit und die Iris-Frau, deren Hals ein Symbol der Reinheit ist.

Die Funktion der paranoiden Vision

Dalí war ein aktiver Befürworter der Nutzung einzelner Bilder zur Selbstinduktion, die als wahnhafte Paranoia fungiert. Er wich unangenehmen Ereignissen nicht aus; dieses Feld wurde für ihn zu einem Fluchtweg für seine sexuellen Wünsche.

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