Santa Cecilia Lira: Drama und Liebe auf dem Gaucho-Bauernhof

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Santa Cecilia Lira: Drama und Liebe auf dem Bauernhof

Die Geschichte spielt auf einem Bauernhof der Gauchos in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Der Bauer ist Major Charqueadores Antonio Eleuterio. Der Bauer unterhält auf seinem Anwesen ein kleines Orchester. Auf seinem Gut begegnen sich zwei Indianer, Missionare, Musiker und der Maestro mit ihren Instrumenten. Bald interessieren sich immer mehr Menschen, auch der Major reitet nur noch hin und wieder, und das Orchester wird als das des Bergbauherrn bekannt, dem man ehrfurchtsvoll den Titel Maestro zuschreibt.

Das Orchester heißt Santa Cecilia Lira und wird nach D. Bridget, der Ehefrau des Majors, benannt. D. Bridget aber hat ein wichtiges Anliegen: Sie will die Hochzeit ihrer Tochter Clara Victoria vorbereiten. Im Laufe der Zeit wird die Santa Cecilia Lira berühmt: Die Konzerte auf dem Bauernhof sind überfüllt, und das Orchester wird eingeladen, in Rio Pardo zu spielen. Es werden neue Uniformen gekauft und die Gagen der Musiker erhöht. Bis dahin liest sich das Buch fast wie eine Chronik mit eher mildem Ton und kuriosen Begebenheiten.

Hier zeigt sich der Kern der Handlung: Clara Victoria, die einzige Tochter, soll Sylvestre Pimentel heiraten, den Neffen und möglichen Erben eines benachbarten Bauern. Sylvestre ist eher ein schwacher Charakter; zugleich ist der Maestro in Clara verliebt. Rückblickend zeigt das Werk deutlich, wie sich die Dinge entwickeln: Obwohl Sylvestre die zukünftige Frau ist, verbringt Clara Nächte heimlich in den Räumen des Maestros, und er kehrt jeweils spät in sein Zimmer zurück, kurz bevor der Morgen anbricht.

Die Spannung steigt, als Clara merkt, dass sie schwanger ist. Sie will die Schwangerschaft vor allen verbergen und besucht heimlich eine Hebamme, die erkennt, dass eine Unterbrechung der Schwangerschaft nicht mehr möglich ist. Während einer Generalprobe des Orchesters wird Clara die Bosheit (das Übel) angedichtet. Der Pfarrer, der Verdacht schöpft, übt Druck auf das Mädchen aus, und sie gesteht schließlich. Der Priester hatte zwar etwas geahnt, aber nicht gedacht, dass der Maestro beteiligt sein könnte.

Man beschließt, Sylvestre vorzeitig zur Hochzeit zu rufen. Der Bräutigam stolpert in seiner Reaktion. Er geht auf den Bauernhof mit dem gleichen Heiratsantrag, der vom Major umgehend abgelehnt wird. Bis D. Bridget entdeckt: "Sie ist schwanger!" Major, D. Bridget und die Familie denken, der Vater des ungeborenen Kindes sei Sylvestre Pimentel. Der Major sucht das Haus von Sylvestre auf, um ihn zu töten. Sylvestre versucht zu sprechen, doch es kommt zu einem großen Feuergefecht; der Ex-Freund wird getroffen. Er kommt nach Hause und berichtet, dass Bridget den Mann getötet habe. Später stellt sich heraus, dass Sylvestre nur verwundet ist.

Antonio Eleuterio trifft drakonische Entscheidungen: Clara Victoria wird von zu Hause verstoßen und gezwungen, allein und verstoßen zu leben; es ist niemandem außer dem Verwalter erlaubt, sich dem Anwesen zu nähern, und bewaffnete Wachen sorgen dafür, dass Clara nicht mehr in dem Haus wohnen darf und ihr Name nicht mehr genannt wird. D. Bridget weiß nicht, wie sie mit der Situation leben soll; der Major verbringt seine Tage allein und schweigsam, sogar das Santa-Cecilia-Orchester bleibt davon betroffen.

Der Maestro, unfähig, Clara zu sehen, verlässt den Hof und geht nach Porto Alegre. Clara lebt einsam, verbannt und aufgegeben in einer Hütte, ihr Leben besteht aus Rückzugsleben mit der Natur und Erinnerungsbildern an die Vergangenheit, die ihren Geist verwirren. Nur von der Magd wird Clara geholfen; sie bringt schließlich ein Kind zur Welt: ein Mädchen.

In einem magischen Moment findet der Maestro in Porto Alegre ein Lied für Clara. Er spielt eine wichtige Rolle bei einem Gottesdienst in Porto Alegre; der Bischof ist erschüttert, entlässt ihn zwar, doch er kehrt mit Rossini und den anderen Musikern für das Amt des Majors zurück. Die Wiederbelebung der Santa Cecilia Lira erneuert den Major äußerlich. Doch Antonio Eleuterio ist innerlich nun endgültig gebrochen.

Er organisiert ein Konzert, bei dem er der einzige Zuschauer ist. Es kommt zu einem Streit mit D. Bridget, die beschließt, ihn zu verlassen. Inmitten eines Regenschauers, in Gegenwart des Pfarrers, stürzt D. Bridget, deren Welt zusammengebrochen ist, in die Tiefe und begeht Selbstmord. Der Dirigent stürzt in ein ähnliches Abgrundgefühl.

Happy End? Die Frau ging ans Ufer, zog ihre Kleider aus und tauchte ins Wasser. Es war, als genieße sie die erfrischende Kühle des Nachmittags, halb untergetaucht, als plötzlich jemand über das Wasser auf sie zukam. Sie spürte ihn sofort und wusste, wer er war, auch wenn er jahrelang seine Gefühle verborgen hatte und aus Scham geflohen war. Er öffnete die Arme, empfing sie und gab ihr den ersten Kuss — den ersten Kuss all der Küsse ihres langen Lebens.

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