Die Säulen des japanischen Wirtschaftswunders

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Gründe für das japanische Wirtschaftswunder

1. Die Bevölkerung und die Arbeitsmoral

Die Bevölkerung Japans ist sein größtes Kapital. Die Bedeutung der japanischen Bevölkerung liegt in ihrem großen Ehrgeiz für die Arbeit. Die Japaner zeichnen sich durch positive Eigenschaften aus, wie Fleiß, ihre Fähigkeit zur Innovation und ein hohes Bildungsniveau. Es sollte bedacht werden, dass in Japan jede Person, die in einem Unternehmen arbeitet, ihre eigene tiefe soziale und moralische Verantwortung kennt.

Das japanische Bildungssystem hat dazu gedient und dient weiterhin der Ausbildung von qualifiziertem Personal. Hervorzuheben ist die Einbeziehung von Frauen in den Arbeitsmarkt, wobei mehr als zwei Drittel der erwachsenen Frauen erwerbstätig sind.

Die Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung wird durch folgende Aspekte verstärkt:

a) Das Arbeitszeitsystem

Das Arbeitszeitsystem unterscheidet sich in zweierlei Hinsicht:

  • Niedrige Mobilität: Die Mobilität der Arbeitnehmer ist sehr gering; sie arbeiten die meiste Zeit ihres Lebens im selben Unternehmen. Diese Arbeitsgewohnheit betrifft fast ihr gesamtes Berufsleben.
  • Paternalistisches Verhalten: Dies hat direkte Auswirkungen auf die Produktivität und führt zu einer niedrigen Frequenz von Arbeitskämpfen.
  • Lange Arbeitszeiten: Die Arbeitszeit beträgt oft 10 Stunden pro Tag, mit sehr wenigen Urlaubstagen pro Jahr (kaum mehr als einer Woche) und sehr kurzen Ferienzeiten.

b) Die Lohnkosten und die Unternehmensstruktur

In Anbetracht der langen Arbeitszeiten und der hohen Produktivität bleiben die Löhne niedrig. Der größte Teil der Arbeitskräfte wird von Großunternehmen beschäftigt, deren Führungskräfte unbegrenzte Möglichkeiten haben, Personal so einzusetzen, dass es den Interessen des Unternehmens am besten dient, und zwar stets ohne Leistungseinbußen.

2. Hohe Investitionsquote

Die Japaner haben durch eine Politik des steuerfreien Zinssystems ein hohes Maß an Ersparnissen beigetragen. Diese besondere Konzentration ermöglicht es, die meisten Gewinne wieder in die Unternehmen zu investieren (reinvestieren).

Diese hohe Investitionsquote ist ein wichtiger Aspekt für die hohe Leistung und ist auf vier Faktoren zurückzuführen:

  1. Die Größe der Unternehmen und Industriebetriebe.
  2. Die hohe Konzentration der Industrie.
  3. Die Verbindung von Investitionsgütern mit einer gut ausgebildeten Arbeitskraft.
  4. Die Einhaltung hoher technologischer Standards trotz der hohen Investitionsquote.

3. Technologische Assimilation und Innovation

Die technologische Assimilation begann mit der Meiji-Restauration, wobei eine klare Linie festgelegt wurde, die in fünf Punkten zusammengefasst werden kann:

  1. Barrieren für ausländische Investitionen.
  2. Politik zur Anziehung hochqualifizierter ausländischer Experten ins Land.
  3. Entsendung einer großen Anzahl japanischer Studenten ins Ausland, um das Erlernen neuer, wichtiger Techniken zu gewährleisten.
  4. Politik der Nachahmung des Besten durch den Kauf ausländischer Produkte oder die Kopie ausländischer Patente.
  5. Betriebspolitik zur Finanzierung einer Reihe importierter Techniken.

Einer der ersten Bereiche, in denen diese Fähigkeit demonstriert wurde, war die Stahlindustrie (Siderurgie). Die Technologie führte zum Boom der Automobilindustrie, welche die globale Marktstruktur aufbrach und die Welt mit japanischen Industrieprodukten überschwemmte. Seine volle Stärke zeigte Japan in den Bereichen Elektronik und Informatik. Dies war dank der enormen Entwicklung der Miniaturisierung möglich, die Japan bereits im Uhrensektor mit großem Erfolg begonnen hatte. Japan dominiert den Weltmarkt für elektronische Bauelemente, Transistoren und alle Arten von Speichermedien.

4. Die Verknüpfung zwischen Staat und Wirtschaft

Die großen Zaibatsus (Industriekonglomerate) genießen eine Vertretung in der Regierung, während sie gleichzeitig eine staatlich-paternalistische Haltung annehmen. Diese Akzeptanz sichert den größten Teil des Binnenmarktes für industrielle Erzeugnisse.

Dies beinhaltet die Entwicklung einer protektionistischen Politik durch die Regierung, die durch nichttarifäre Maßnahmen unterstützt wird. Dieser Protektionismus hat viele GATT-Mitgliedsländer gegen diese japanischen Praktiken verärgert, bis zu dem Punkt, dass GATT-Vertragsstaaten, die dies wünschen, ihre Zollzugeständnisse gegenüber Japan nicht verlängern können.

Japan ist das größte Gläubigerland (im Kontext der Region, insbesondere im Verhältnis zu China).

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