Die Schule der Kommentatoren: Rechtsgeschichte und Methode

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Die Schule der Kommentatoren und ihr Gründer

Der Gründer dieser Schule war Cino von Pistoia. Die Juristen dieser Schule befassten sich mit dem gesamten Corpus Iuris (Römisches Recht, Kirchenrecht, Lehnrecht, Stadtrechte). Ihr Ziel war es, die Vorschriften des späten Mittelalters durch eine starke Ausrichtung auf praktische Zwecke zu vereinheitlichen und an die damaligen Bedürfnisse anzupassen.

Die neue geistige Haltung der Kommentatoren

Die neue geistige Haltung der Kommentatoren zeichnet sich durch einen anderen Ansatz aus, um die Spannung zwischen Wahrheit und Wirklichkeit zu überbrücken, was eng mit der Entwicklung der thomistischen Scholastik verbunden ist.

Reaktion gegen fundamentalistische Strömungen

Die Schule stellte eine Reaktion gegen „fundamentalistische“ Strömungen dar, die jegliches gültige und legitime Wissen ausschließlich auf autoritative Texte reduzieren wollten. Diese Strömungen empfahlen, die Lösung aller Probleme – sowohl praktischer als auch theoretischer Natur – allein durch die Wahrheit oder das Argument der Autorität zu suchen, anstatt durch die Vernunft oder rationale Aktivität. Weltliche Künste und Wissenschaften wurden nur dann untersucht, wenn sie für die Auslegung der autoritativen Tradition von Nutzen waren.

Wiederbelebung der Vernunft und profaner Wissenschaften

Die Entdeckung der logischen Texte des Aristoteles sowie die Erkenntnis, dass die Texte der Heiligen Schrift allein nicht ausreichten, um neue soziale und kulturelle Probleme zu lösen, führten zu einer Wiederbelebung des Glaubens an die Vernunft und einer Wiedergeburt der profanen Wissenschaften. Obwohl eine Einmischung der Theologie in die rationalen Prozesse der heidnischen Philosophen (Griechen und Römer) vermutet wird, rückten die Disziplinen des moralischen Rechts, der Philosophie und der Naturwissenschaften in den Mittelpunkt der freien geistigen Anfrage.

Philosophische Grundhaltungen

Die Schule vertrat eine spezifische philosophische Haltung:

  • Realistisch: Weil sie nicht beabsichtigte, lediglich zu untersuchen, was die Schrift oder eine Autorität vorgab, sondern das Wesen der Dinge selbst ergründen wollte.
  • Rationalistisch: Weil sie diese Forschung durch einen rationalen und disziplinierten Prozess durchführen wollte, der auf den Regeln des „richtigen Denkens“ basierte, wie sie von den klassischen Philosophen gelernt wurden.

Rechtsordnung und Innovation

Die Schule hielt an der Idee fest, dass die Rechtsordnung – als Hüterin der Erfahrung – eine Reihe von Regeln darstellt, die der Interpret nur bedingt verändern kann. Die Aufgabe der Aktualisierung der Rechtsvorschriften sollte innerhalb dieser Ordnung durch eine autorisierte Instanz erfolgen, anstatt sich auf eine bloße Auslegung zu beschränken.

Der Bruch auf der Ebene der geistigen Werkzeuge ermöglichte es den Kommentatoren, Innovationen zu schaffen, die sich als dogmatische Errungenschaften etablierten und für die spätere Lehre unverändert blieben. Zu diesen Innovationen zählen:

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