Schulsozialarbeit: Prävention und Bewältigung sexueller Belästigung und Viktimisierung

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1. Schule als Lebensraum: Schulsozialarbeit und sexuelle Belästigung

Es lassen sich drei Arten von Schwachstellen und die damit verbundenen Risikofaktoren identifizieren:

1. Individuelle Sicherheitslücke Schule

Diese Schwachstelle bezieht sich auf:

  • a) Anfälligkeit für Viktimisierung: Diese ergibt sich aus persönlichen und soziokulturellen Merkmalen, welche die belästigte Person beeinträchtigen können.
  • b) Anfälligkeit für Viktimisierung: Diese beruht auf individuellen Merkmalen der Schule als potenzielles Opfer.

2. Relationale Schwachstelle

Diese Schwachstelle intensiviert die akute Situation der Asymmetrie von Stärke und Macht in der Interaktion zwischen Opfer und Täter.

Mobbing besteht aus einem negativen, boshaften, vorsätzlichen und wiederholten Verhalten einer oder mehrerer Personen gegenüber einer anderen, die Schwierigkeiten hat, sich zu verteidigen.

3. Situationsabhängige Sicherheitslücke

Hierbei sind folgende Faktoren zu beachten:

  • a) Sozio-biologische Faktoren: Die auf Wettbewerb ausgerichtete Schule, die auf die Erlangung des sozialen Status abzielt, impliziert, dass Mobbing eine Strategie zur Erlangung des Dominanzstatus ist.
  • b) Bezug zum Lebensstil: Der schulische Kontext kann einen riskanten Lebensstil generieren, da die zahlreichen externen Kontakte des Kindes nicht mehr vermieden werden können.
  • c) Aus der Theorie der laufenden Tätigkeiten: Die Schule wird zum Schauplatz krimineller Aktivitäten, ohne dass eine spätere Konvergenz zwischen folgenden Gruppen stattfindet:

Opfer-Konstellationen

  • Opfer-Versprechen: Personen, die Risikomerkmale aufweisen.
  • Motivierte Angreifer:
    • Proaktive Angreifer: Initiieren die Belästigung selbst, sind intelligent, verfügen über Lesefähigkeiten und sind fähig zur emotionalen Empathie. Sie nutzen das Opfer zur Selbstlegitimation.
    • Reaktive Angreifer: Sind selbst Opfer von Belästigung, die sie entweder an anderen auslassen oder als emotionalen Ausgleichsmechanismus nutzen.
  • Keine Position (Überwachung):
    • Formale Überwachung: Kann zu zivilrechtlicher Haftung führen.
    • Natürliche Überwachung: Die Fürsorge, die Teamkollegen dem Opfer entgegenbringen.


4. Das Misshandelte Frauen Syndrom

Dieses Syndrom tritt nach wiederholter Exposition gegenüber einer gewalttätigen Beziehung auf. In der Regel handelt es sich nicht um Persönlichkeitsbeschränkungen des Opfers, sondern um eine psychologische Reaktion auf chronische Gewalt. Die wichtigsten Symptome sind:

Gefühl unkontrollierbarer Gefahr für Leben und Sicherheit

Wiederholte und intermittierende Gewalt, durchsetzt mit Zeiten der Reue und Zärtlichkeit, führen bei der Frau zu extremer Angst und ständiger Alarmbereitschaft. Das Bedrohungsgefühl kann sich auf die eigene Person sowie auf Kinder und Familie beziehen, was zu permanenter Angst führt.

Soziale Isolation

Dies führt zu einer größeren Abhängigkeit vom Angreifer, wodurch dieser seine Dominanz steigern kann.

Schuldgefühle

Die Missbrauchte schreibt die Misshandlung ihrem eigenen Verhalten zu und glaubt, sie durch ihr Verhalten verursacht zu haben. Diese Gefühle fördern die emotionale Abhängigkeit vom Angreifer.

Depression und geringes Selbstwertgefühl

Die misshandelten Frauen zeigen ein Bild geistiger Schwäche und einer Verschlechterung ihrer Persönlichkeit, gekennzeichnet durch:

  • a) Rückgang der persönlichen Ressourcen: Die erlebte Einschüchterung führt zum Verlust der Selbstsicherheit und zu übermäßiger Anpassung an die Wünsche anderer.
  • b) Verstärkte Unsicherheit und Rückgang der Entscheidungsfähigkeit.
  • c) Verminderung der Arbeitsleistung und der Konzentrationsfähigkeit.
  • d) Stumpfheit oder seelischer Zusammenbruch als Selbstschutzmechanismus. Die Misshandelten neigen dazu, ihre Gefühle und Emotionen der Angst und Besorgnis zu unterdrücken.
  • e) Negative Überzeugungen über das eigene Bild.

Verlust der gesunden Lebensführung

Chronischer Stress beeinträchtigt die Gesundheit der misshandelten Frauen. Hohe Cortisolkonzentrationen haben negative gesundheitliche Folgen, machen Frauen anfälliger für Infektionen, führen zu chronischer Müdigkeit und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies erleichtert die Abhängigkeit von Selbstmedikation, Beruhigungsmitteln und Schmerzmitteln, um den durch den Missbrauch verursachten Stress zu bewältigen. Darüber hinaus entwickeln sich oft zwanghafte Essanfälle.

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