Segel-Glossar: Boote, Manöver und Meteorologie

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Bootsklassen und Schiffstypen

Einrumpfschiffe (Monohulls)

Schiffe mit einem Rumpf, die eine vertikal eingeführte Vorrichtung (Kiel oder Schwert) besitzen, welche die seitliche Bewegung des Bootes weitgehend verhindert.

Mehrrumpfschiffe (Multihulls)

Bestehen aus mehreren Rümpfen, die durch Querverbindungen miteinander verbunden sind (z. B. Katamarane und Trimarane).

Segelbretter (TDV)

Bretter oder Platten, an denen ein Segel befestigt ist und die durch die Bewegung des Seglers gesteuert werden.

Nationale Klasse

Bootsklassen, die in einem Land verbreitet sind und für die Meisterschaften auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene organisiert werden.

Internationale Klasse

Bootsklassen, die in mehreren Ländern verbreitet sind und für die internationale, kontinentale und Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Olympische Klasse

Eine internationale Klasse, die aufgrund ihrer Verbreitung und Kostenstruktur für die Teilnahme an den Olympischen Spielen zugelassen ist.

Nicht klassifizierte Boote

Boote, die hauptsächlich für pädagogische oder Freizeitzwecke genutzt werden und keine spezifischen Wettbewerbsmerkmale aufweisen. Sie werden oft in Segelschulen verwendet.

Nautisches Vokabular und Manöver

  • Längsseits festmachen: Das Boot parallel zu einem anderen Boot oder einer Kaimauer festmachen.
  • Back halten (Backstellung): Das Schothorn der Fock nach Luv nehmen, um das Wenden zu unterstützen.
  • Aufrichten (Righting): Die Rückkehr des Bootes in die aufrechte Position nach einer Kenterung oder einer starken Krängung.
  • Belegen/Festmachen: Ein Seil an einem festen Punkt (z. B. einer Klampe) befestigen oder einen Knoten machen.
  • Passatwinde (Trades): Stetige Winde über dem Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean, die zwischen den Tropen und dem Äquator wehen. Auf der Nordhalbkugel (Nordost-Passat) und der Südhalbkugel (Südost-Passat).
  • Festmacherleine (Tie): Allgemeiner Begriff für ein Tau, das verwendet wird, um das Boot sicher an einem Dock, Schwimmer oder festen Punkt zu befestigen.
  • Amollo (Fieren): Eine Leine lockern oder freigeben.
  • Backbord- und Steuerbordbug: Die Seite, von der der Wind einfällt (Luvseite).
  • Anemometer: Ein Gerät zur Messung der Windgeschwindigkeit.
  • Schlag: Der Kurs, der zwischen zwei Wenden zurückgelegt wird.
  • Eintauchen (Feather): Etwas ins Wasser setzen oder eintauchen lassen.
  • Holen/Dichtholen (Hunt): Das Ziehen oder Anziehen eines Segelseils (Schot oder Fall).
  • Kontrakrängung (Contraescora): Die Krängung (Neigung) des Bootes nach Luv.
  • Klampe: Ein T-förmiges oder hornförmiges Beschlagteil, das zum Belegen von Leinen dient.
  • Abfallen (Demolition): Die Drehbewegung des Bootes, bei der der Bug vom Wind weggedreht wird.
  • Anpeilen (Enfilar): Zwei Punkte in einer Linie halten, um eine bestimmte Position oder Richtung zu bestimmen.
  • Krängung (Heel): Die Neigung des Bootes zur Leeseite.
  • Schot (Blatt): Eine Leine, die verwendet wird, um den Winkel des Segels zum Wind einzustellen.
  • Beiliegen (Datum): Das Boot durch Manöver möglichst gestoppt halten.
  • Killen (Flame): Die flatternde Bewegung des Segels, wenn es nicht richtig durch die Schot gesichert ist oder wenn der Wind zu weit vorne einfällt.
  • Ausreiten (Machen banda): Die Verlagerung des Körpergewichts zur Luvseite, um die Krängung des Bootes zu reduzieren.
  • Raumer Kurs (Länge): Ein Kurs, der etwa 120° zum Wind beträgt.
  • Anluven (Luff): Die Drehbewegung des Schiffes, bei der der Bug in Richtung des Windes gedreht wird.
  • Kurze Schläge (Rattle): Kurze, aufeinanderfolgende Schläge beim Kreuzen.
  • Reffen (Rizo): Die Reduzierung der Segelfläche des Großsegels, um bei starkem Wind sicher navigieren zu können.
  • Winddrehung (Rolle): Änderungen der Windrichtung.
  • Lee (Leeward): Die dem Wind abgewandte Seite (dort, wohin der Wind geht).
  • Kentern (Trabuco): Das Umkippen des Bootes.
  • Halbwindkurs (Durch): Ein Kurs, der senkrecht zur Richtung des Windes verläuft.
  • Werft/Marina: Ein Ort zum Parken, Lagern oder Reparieren von Booten.
  • Wende (Virada): Ein Manöver, bei dem das Schiff den Bug durch den Wind dreht, um den Bug zu wechseln.

Meteorologie und Wetterkunde

Atmosphärische Fronten

Kontakt von zwei Luftmassen mit unterschiedlichen Eigenschaften, die sich nicht sofort vermischen. Sie verursachen Wetterveränderungen (Wolken, Regen etc.).

  • Kaltfront: Tritt auf, wenn kalte Luft warme Luft ersetzt. Sie wird gewöhnlich von Stürmen begleitet und symbolisch durch blaue Dreiecke dargestellt, die die Richtung der kalten Luft anzeigen.
  • Warmfront: Führt oft zu einer friedlicheren Wetterperiode und bewegt sich langsam. Der Niederschlag ist weniger intensiv, aber umfangreicher und länger anhaltend. Sie wird durch rote Halbkreise dargestellt.
  • Okkludierte Fronten: Entstehen, wenn sich eine Kaltfront schneller bewegt und die Warmfront einholt und mit ihr verschmilzt. Zuerst tritt anhaltender Regen auf, der sich dann intensiviert und zu Stürmen führen kann. Sie werden durch eine Kombination der Symbole der Kalt- und Warmfront dargestellt.
  • Stationäre Fronten: Die Grenze zwischen zwei Luftmassen, von denen keine stark genug ist, die andere zu ersetzen. Langanhaltende Wolken und Niederschläge sind die häufigsten Merkmale. Sie sind im Sommer häufiger und oft für Überschwemmungen verantwortlich.

Wind und Drucksysteme

Wind: Bewegung von Luftmassen von einem Ort zum anderen, von leichten Brisen bis zu starken Hurrikanen. Er entsteht durch Sonnenenergie, die die Erdoberfläche erwärmt und dadurch Hoch- und Niederdruckgebiete verursacht. Luft vom Meer ist feucht, kontinentale Luft ist trockener.

Windrichtungen relativ zur Küste:

  • Vom Meer aufs Land: Auflandiger Wind
  • Von Land auf See: Ablandiger Wind
  • Parallel zur Küste: Sideshore

Wetterkarten und Druck

Wetterkarte: Grafische Darstellung der Werte bestimmter meteorologischer Variablen in einem bestimmten Gebiet. Der Luftdruck (das Gewicht der Luftsäule über uns, Standard: 760 Millimeter Quecksilber / 1013,25 Millibar / 1 Atmosphäre) ist eine der wichtigsten Variablen. Der Druck nimmt mit der Höhe ab.

  • Isobaren: Linien, die Punkte gleichen Luftdrucks verbinden und Aufschluss über die Windintensität geben (je enger, desto stärker der Wind).
  • Hochdruckgebiet (Antizyklon): Eine Zone hohen Luftdrucks (oft mit „H“ gekennzeichnet). Die Luftbewegung ist abwärts gerichtet, was die Bildung von Wolken und Regen verhindert. Der Wind dreht sich auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn (dissipativ).
  • Tiefdruckgebiet (Zyklon/Sturm): Der Druck beginnt abzunehmen und erreicht einen Minimalwert (oft mit „T“ gekennzeichnet). Es herrscht größere Instabilität, es bilden sich Wolken und Niederschläge. Der Wind dreht sich auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn (konzentrierend).
  • Wellen und Dünung: Linien, die die Entwicklung des Seegangs vorhersagen. Die Wellenhöhe hängt davon ab, wie lange, aus welcher Richtung und mit welcher Intensität der Wind weht. Je größer die Fläche, über die der Wind weht (Fetch), desto größer wird die Welle. Periode: Die Zeit zwischen zwei Wellenkämmen; je länger die Periode, desto größer und stärker die Welle.

Segel und Takelage

Hauptteile des Segelboots

  • Heck (Achtern)
  • Seite (Bord)
  • Bug (Vorn)
  • Großsegel, Großschot, Fock (Vorsegel)

Segelkomponenten

Die Segelkomponenten werden durch ihre Position und Funktion definiert:

  • Oben: Kopf oder Fallhorn
  • Unten (hinten): Schothorn
  • Unten (vorne): Hals oder Tack
  • Hinterkante: Achterliek
  • Vorderkante: Vorliek
  • Unterkante: Unterliek
  • Verstärkungen: Latten oder Säbel

Kurse und Annäherung

Anfahrt/Kreuzen: Wenn der Wind am Bug einfällt, muss hart am Wind gesegelt werden (Kreuzen).

Killen erkennen: Wenn das Vorliek zu flattern beginnt, ist das Segel zu lose oder der Kurs zu hoch.

Wind von achtern: Wenn der Wind von achtern kommt, muss das Segel weit geöffnet werden (Schoten freigeben).

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