Sicherheitsgurt und Gurtstraffer: Aufbau & Funktionsweise

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Sicherheitsgurt und Gurtstraffer

Konventioneller Sicherheitsgurt

Der Sicherheitsgurt hat die Aufgabe, die Vorwärtsbewegung der Passagiere in einem Frontalcrash zu verhindern oder durch eine starke Verzögerung zu begrenzen. Dies verhindert, dass schwere körperliche Schäden entstehen, vor allem im Hals-, Kopf- und Brustbereich. Er unterstützt außerdem den Körper auf dem Sitz und verhindert ein Herausschleudern.

Der herkömmliche Gurt besteht aus zwei oder drei Ankerpunkten. Das Band ist ein beständiger Stoff, der auf einer Spule (Rolle) gewickelt ist. An diesem Band gleitet die Schnalle, die in einem Schnellverschluss befestigt wird. Um ein Nachschlaffen zu verhindern, verfügt der Gurt über eine automatische Aufrollvorrichtung mit einer Spiralfeder, welche das Band gegen den Körper des Insassen gedrückt hält und aufrollt, wenn es nicht in Gebrauch ist.

Das Verriegelungssystem ermöglicht eine langsame Bewegung nach vorn, aber im Falle eines Aufpralls oder plötzlicher Verzögerung wird der Mechanismus in der Rolle aktiviert und arretiert. Dadurch werden die Auswirkungen am Lenkrad, Armaturenbrett usw. verringert.

Der Verriegelungsmechanismus kann auch eine Stahlkugel oder einen Trägheitssensor enthalten, dessen Aufgabe es ist, plötzliche Bewegungen oder starke Verzögerungen zu erkennen. Dadurch hebt die Kugel ihren Sitz, zieht einen Stift und bewirkt eine Sperrung der Rolle.

Verbindungselemente: Gurt, Gürtelschnalle, Rolle (Reel), Mechanismen und Feder.

Gurtstraffer

Gurtstraffer vermindern die Strecke, in der die Riemenspannung verloren geht. Dadurch werden die Insassen enger am Sitz gehalten und die Wirkung des Sicherheitsgurts verstärkt. Ein Gurtstraffer ist in der Gurtspule, der Sitzmontage oder der Schließe integriert und besitzt einen mechanischen oder elektrischen Zünder.

Mechanische Aktivierung

Die mechanische Aktivierung umfasst eine pyrotechnische oder explosive Ladung, die einen Hammer/Schlagbolzen aktiviert. Bei einer Kollision wird die Ladung durch ein Kabel oder einen Schalter gezündet. Die Detonation verursacht, dass die Gurtspule enger gezogen wird, wodurch sichergestellt wird, dass der Fahrgast fest auf dem Sitz gehalten wird.

Keine Wartung.

Seilspanner

Beim Seilspanner bewegt sich ein Kolben in einem Zylinder. Am Ende des Kolbens ist ein Stahlseil befestigt, das mit der Rückhol- oder Aufwickeltrommel verbunden ist. Unterhalb des Kolbens befindet sich die pyrotechnische Ladung in einem Gehäuse mit einem Zünder, der die Aktivierung der pyrotechnischen Ladung auslöst. Dadurch bewegt sich der Kolben und zieht das Kabel an der Trommel, wodurch die Riemenspannung um etwa 10 bis 15 cm erhöht wird.

Dies geschieht, weil die Verzögerungskraft den Schlagbolzen auslöst und die Zugfeder freigibt, die den Kolben gegen den Zünder drückt. Die Anordnung kann vertikal oder horizontal ausgeführt sein.

Bewegung von Kugeln

Dieses System besteht aus einem Rohr mit Kugeln in einer Reihe, einem Kettenrad, das die Kugeln fördert, und einem Behälter, der die Kugeln sammelt (Spule/Container).

Wenn die pyrotechnische Ladung aktiviert wird, beginnen die Kugeln im Behälter zu zirkulieren. Diese Bewegung treibt das Kettenrad an und bewirkt, dass sich der Gurt um die Spule wickelt, wodurch die richtige Spannung erzeugt wird.

Wankel-Spanner

Der Wankel-Spanner basiert auf der Detonation von drei pyrotechnischen Ladungen, die nacheinander gezündet werden. Die erste Ladung wird durch einen Mechanismus (Verzögerung) ausgelöst. Bei der Zündung entsteht ein Gas, das eine Kammer ansaugt und einen Drehkolben an der Rolle bewegt, wodurch eine erste Straffung des Gurtes erfolgt.

Beim Umlauf des Kolbens wird das Gas in die zweite Kammer geleitet und zündet dort die zweite Ladung, die eine weitere Straffung erzeugt. Mit der dritten Ladung passiert das Gleiche und es entsteht die dritte Straffungsstufe.

Elektrische Aktivierung

Die elektrische Aktivierung besteht aus einem elektrischen Zünder, der ein Signal von einer Steuereinheit erhält. Diese Steuereinheit ist in der Regel mit der Airbag-Steuerung verbunden.

Anti-Druck-System

Das Anti-Druck-System ermöglicht eine gewisse Vorwärtsbewegung des Insassen, wodurch der Druck der Gurtstraffer freigegeben wird, damit die Haltevorrichtung nicht zu stark wirkt. Es sorgt dafür, dass der Insasse zwar am Sitz gehalten bleibt, die Zurückhaltung aber nicht übermäßig hart ist.

Das System besteht aus Zahnrädern an der Rollenkammer und einer Torsionsachse. Die Torsionsachse, an der die Ritzel der Rolle befestigt sind, wirkt so, dass der Gurtstraffer durch einen Impuls das Antriebsritzel bewegt. Dadurch wird ein Gleiten des Insassen über das Band verhindert. Die Torsionsrollen ermöglichen dabei eine Verschiebung von bis zu ca. 10 cm.

Sicherheitssystem für den Transport

Dieses System verhindert die unbeabsichtigte Aktivierung der pyrotechnischen Systeme während des Transports oder beim Einkoppeln eines Kindersitzes. Eine pyrotechnische Ladung kann für kleine Kinder gefährlich sein; daher existiert eine Bypass-Aktivierung bzw. Sperre für den Transport oder für angekoppelte Kindersitze.

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