Simulation in der forensischen Psychiatrie

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Simulation in der forensischen Psychiatrie und Psychologie

In der forensischen Psychiatrie und Psychologie bezeichnet Simulation das Vortäuschen eines psychischen Zustands, der in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Ein großer Unterschied zwischen den beiden Anwendungsgebieten der Psychiatrie besteht darin, dass die Psychiatrie in der Regel auf die langfristige Behandlung und das Wohl des Patienten ausgerichtet ist, während forensische psychiatrische Untersuchungen in einem viel kürzeren Zeitraum stattfinden und von einer Justizbehörde veranlasst werden.

Definition der Simulation nach Minkowski

Simulation ist ein mentales Verfahren, das durch eine bewusste Entscheidung gekennzeichnet ist, krankhafte Störungen mit einer mehr oder weniger direkten Absicht nachzuahmen. Der Täuschende hält die Täuschung mit Hilfe eines andauernden Aufwands für eine ziemlich lange Zeit aufrecht.

Merkmale der Simulation

  • **Freiwilligkeit** des Betrugs
  • **Imitation** von pathologischen Zuständen oder Symptomen
  • **Gebrauchsfunktion**, Nutzen oder Vorteil für den "Simulator"

Es kann simuliert werden, ohne emotionale Beteiligung an der vorgetäuschten Tatsache, oder es kann der emotionale Schmerz dargestellt werden, der durch die Untersuchung des Verhaltens verursacht wird.

Wann wird simuliert?

Im strafrechtlichen Bereich kann die Simulation unmittelbar nach der Tat beginnen. In einigen Fällen tritt der Einzelne in die Fußstapfen der Ermittler, kehrt an den Tatort zurück, mischt sich unter die Neugierigen oder bietet seine Dienste an, indem er sein Wissen über das Opfer und andere Umstände ändert. Die Simulation von Normalität kann bei Gerichtsbesuchen beobachtet werden, um durch Unterlassung ein medizinisches Gutachten zu erhalten, das die Tat rechtfertigt.

Warum wird simuliert?

Es geht darum, die Regel zu überprüfen, die für den Fall gilt, dass ein psychologischer Zustand vorliegt, dessen Existenz den Interessen des Simulierenden schaden würde. Die Gelegenheit ergibt sich aus dem "Wann" und "Warum".

Wer täuscht vor?

Jede Person, deren moralische Werte es zulassen, die Realität zu verändern und zu verzerren, um die Rechte, Tatsachen und Umstände zu ihren eigenen Gunsten zu gestalten.

Formen der Simulation

  • **Simulierte Krankheit:** Vortäuschen von Symptomen und Anzeichen einer Krankheit.
  • **Verheimlichte Krankheit:** Verbergen der Symptome eines realen Prozesses.
  • **Krankheitsvorwand:** Symptome eines realen Prozesses werden als Untauglichkeit für eine bestimmte Funktion dargestellt.
  • **Verursachte Krankheiten:** Die ätiologische Handlung wird übertrieben durchgeführt.
  • **Erreichen einer bestimmten Krankheit:** Die Intensität und die Anzahl der Symptome des realen Prozesses werden erhöht.
  • **Abwesende Krankheit:** Eine nicht vorhandene Krankheit wird vorgetäuscht.
  • **Aufrechterhaltene Krankheit:** Eine Krankheit wird über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten, um Leistungen zu erhalten.
  • **Falsch zugeschriebene Krankheit:** Die Zuweisung dient der Erlangung eines Vorteils.
  • **Vorherige Simulation:** Eine Simulation, die vor dem Ereignis, meist einer Straftat, stattfindet, um eine Reaktion zu rechtfertigen.
  • **Verbreitete Simulation:** Tritt als Massenphänomen oder in einer Gruppe auf.
  • **Sobresimulación (Übersimulation):** Die Simulation unterscheidet sich von anderen klinischen Formen des Leidens.

Hinweise auf Simulation

a) Es gibt einen äußeren Anreiz. b) Es wird eine Belohnung angestrebt. c) Rechtliche Verantwortung soll vermieden werden. d) Kann unter Umständen als adaptiv angesehen werden. e) Die Ziele sind offensichtlich, d.h. die Symptome verschwinden, wenn sie nicht mehr nützlich sind.

Durchführung einer forensischen Untersuchung

  1. Es dürfen keine offensichtlichen Anzeichen einer Krankheit vorliegen.
  2. Das Subjekt muss sich vollkommen bewusst sein, was es tut und welche Gründe sein Verhalten hat.
  3. Es muss klar sein, dass das Erreichen eines bestimmten Ergebnisses das Ziel der Simulation ist.

Erforschung psychischer Erkrankungen

Die Erforschung psychischer Erkrankungen sollte sich auf Indizien stützen. Folgende Punkte sollten beachtet werden:

a) Es sollte ein klares und positives Ziel für das Subjekt geben: Das Theaterspielen muss eine positive, interessante und vorteilhafte Bedeutung haben. b) Das klinische Bild entspricht definitiv keinem gewöhnlichen psychiatrischen Syndrom. c) Die psychologische Klinik muss kontinuierlich und zumindest nach den üblichen pathologischen Kriterien aufrechterhalten werden. d) Sowohl der Anfang als auch das Ende des klinischen Bildes müssen der Realität der Psychiatrie entsprechen.

Strategien zur Erleichterung der Arbeit

  • Bodeneffekt: Der Angeklagte scheitert oft an Aufgaben, die selbst schwer geschädigte Personen erfolgreich abschließen. Er scheint Schäden oder Mängel zu haben, die keine Antworten auf sehr einfache Fragen zulassen.
  • Zinskurve: Die Testperson beantwortet einfache Fragen falsch und schwierige Fragen richtig.
  • Bewertung der symptomatischen Wirksamkeit: Bei Forced-Choice-Aufgaben, bei denen die Leistung unterhalb der Zufallserwartung liegt, kann dies als Hinweis auf Simulation gewertet werden.
  • Verbundene psychische Folgen: Tritt auf, wenn das Subjekt eine atypische Zuordnung vieler psychischer Symptome oder Haltungen zeigt, die sein Defizit darstellen sollen.

Verbale und nonverbale Hinweise des Simulierenden

Das Verhalten des Simulierenden ist sehr aufschlussreich, da es uns näher an das bringt, was der Angeklagte verbergen will. Der Angeklagte zeigt eine falsche Angst, einen Mangel an zuverlässigem Ausdruck auf der Stirn, Begeisterung oder Interesse an dem, was er sagt. Er erhöht nicht die Menge an Bildern oder sein Timing ist falsch. Er zeigt negative Emotionen, fehlendes Schwitzen, Veränderungen der Atmung und eine Zunahme der Anzahl von Manipulationen.

Erkennung des Simulierenden

Die Erkennung des Simulierenden erfordert zunächst eine gewisse klinische Erfahrung und zweitens unerschütterliche Geduld, um dem Angeklagten die eigene Hartnäckigkeit aufzuzwingen.

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