Sinnvolles Lernen nach Ausubel: Kognitive Struktur und Textorganisation

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Konzeption des Lernens nach David Ausubel

Definition des Lernens

Lernen beinhaltet die aktive Restrukturierung von Wahrnehmungen, Ideen, Konzepten und Regeln, die dem Lernenden Struktur in seiner kognitiven Struktur verleihen (Ausubel).

Ausubel sieht den Lernenden als aktiven Prozessor von Informationen. Er betont, dass Lernen systematisch und komplex ist und nicht auf einfache Assoziationen reduziert werden kann.

Er weist auf die Wichtigkeit des Lernens hin, um neue Fakten zu entdecken, Konzepte zu bilden, Beziehungen herzustellen und originelle Produkte zu schaffen.

Die Rolle der kognitiven Struktur

Der pädagogische Psychologe David Ausubel schlägt vor, dass die Aufnahme neuer Informationen davon abhängt, wie diese mit der bereits bestehenden kognitiven Struktur des Lernenden verknüpft werden können. Die kognitive Struktur umfasst alle Konzepte, Ideen und das Wissen, das eine Person in einem bestimmten Bereich besitzt.

Sinnvolles Lernen (Meaningful Learning)

Ausubel (1983) definiert Lernen als bedeutsam (sinnvoll), wenn der neue Inhalt in einer nicht-willkürlichen und substanziellen Weise mit dem Vorwissen des Schülers in Beziehung steht. Für dieses substanzielle und nicht-willkürliche Verhältnis müssen die neuen Ideen mit einem bestimmten, relevanten Aspekt der kognitiven Struktur des Schülers verknüpft werden können.

Mechanisches Lernen (Rote Learning)

Mechanisches Lernen tritt auf, wenn neue Informationen willkürlich gespeichert werden, ohne Interaktion mit bereits bestehendem Wissen. Beispiel: Das wörtliche und willkürliche Erlernen einfacher physikalischer Formeln ohne Vorkenntnisse.

Schlüsselkomponenten des Lernens

  • Repräsentation: Tritt auf, wenn bestimmten Symbolen Sinn verliehen wird.
  • Konzepte: Ein Teil der Begriffsdefinition, der durch Bildung und Assimilation erworben wird.
  • Satz (Proposition): Erfordert die Erfassung von Ideen, die in Form von Sätzen ausgedrückt werden.

Textstruktur und kohärente Kommunikation

Definition und Merkmale eines Textes

Ein Text (Referat, Rede, Kommunikation) befasst sich mit den erforderlichen Merkmalen einer Einheit. Die Ideen sollten geordnet und organisiert präsentiert werden, wobei grammatische Elemente kohärent verwendet werden. Der Text ist in kleinere Einheiten, sogenannte Absätze, organisiert.

Absätze (Paragraphen)

Ein Absatz dient als Einheit der Bedeutung, die die Entwicklung umfassender Ideen ermöglicht und sich von anderen Absätzen abgrenzt. Er stellt auch eine visuelle Einheit dar.

Struktur und Aufbau von Absätzen

Die Hauptidee (Kernbotschaft) enthält die Essenz des Inhalts. Sie dient der Unterstützung und Orientierung.

Tipps für den Aufbau von Absätzen:

  • Ideen vor dem Schreiben sortieren.
  • Unwichtige Details weglassen.
  • Nur relevante Informationen verwenden.
  • Wortwiederholungen vermeiden und durch Synonyme ersetzen.

Organisationshilfen: Schema und Gliederung

Das Schema (Gliederung)

Ein Schema dient der Organisation des Inhalts eines Werkes in übersichtliche Teile, um die Beziehungen innerhalb des Textes visuell klar darzustellen. Jeder Teil der Gliederung wird mit Buchstaben und/oder Zahlen gekennzeichnet.

Merkmale einer guten Gliederung:

Die Merkmale einer Gliederung beziehen sich auf ihre grafische Darstellung, ihre Verhältnismäßigkeit und ihre Zielsetzung. Es ist wichtig für die Ästhetik und die visuelle Erfassung des Ziels, dass ein Hauptpunkt nicht zu viele Unterpunkte enthält.

Gängige Gliederungssysteme

Alphanumerisches System:
A.
  A.1
    A.1.a
Numerisches System:
1.
  1.1
2.1

Die Zusammenfassung (Synopsis)

Eine Zusammenfassung ist eine Synthese und eine kurze Darstellung der wichtigsten Ideen eines Textes, wobei alle unwesentlichen Details weggelassen werden. Sie kann einfach oder logisch sein.

Arten der Zusammenfassung:

  • Einfache Zusammenfassung: Die Reihenfolge folgt direkt den Ideen des Originaltextes.
  • Logische Zusammenfassung: Erfordert Kompression, Denkfähigkeit und Kreativität, um die Ideen logisch neu zu ordnen.

Der Umfang einer Zusammenfassung hängt von den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Situation ab.

Schritte zur Erstellung einer logischen Zusammenfassung:

  1. Lesen und Verstehen des zusammenzufassenden Textes.
  2. Trennung des Wesentlichen vom Unwichtigen oder Redundanten.
  3. Ordnung der wichtigsten Ideen (z. B. durch Nummerierung: 1., 2., 3., etc.).
  4. Verfassen der Zusammenfassung unter Beachtung der logischen Reihenfolge, der Genauigkeit und der Zuverlässigkeit der Gedanken des Autors (Verwendung eigener Worte/Paraphrase).

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