Sklavenhandel und Absolutismus im kolonialen Brasilien

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Der Sklavenhandel und die Anfänge des kolonialen Brasilien

Der Sklavenhandel und die Anfänge des kolonialen Brasilien

Portugiesische Entdecker erreichten Brasilien zunächst wegen wertvoller Waldressourcen. Besonders Pau-Brasil (Brazilholz) lieferte Farbstoffe und war für den Export nach Europa von großem Interesse. Von 1580 bis 1680 war Brasilien der größte Zuckerproduzent der Welt. Die Zuckerindustrie wurde durch den Gewinnanreiz und die Ambitionen der Besitzer, einen europäischen Markt für amerikanische Produkte zu bedienen, vorangetrieben. Die Zuckerproduktion stand in direktem Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf von Sklaven und dem transatlantischen Sklavenhandel.

Zuckerwirtschaft, Kapital und Standortbedingungen

Niederländische Unternehmen (etwa die holländische Kompanie) zogen beträchtliches Kapital für den Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrohr an. Viele Anlagen der Zuckerindustrie lagen an Flussufern: Wegen fehlender Transportwege und eingeschränkter technischer Möglichkeiten wurden Mühlen und Werke am Ufer von Flüssen installiert, um Wasserkraft und den Transport zu nutzen.

Landvergabe und soziale Struktur

Die Besetzung und Vergabe von Land erfolgte häufig durch königliche Privilegien (Stipendien), die an Einzelpersonen vergeben wurden. Dies führte zur Entstehung einer patriarchalischen Sozialstruktur auf den fazendas, die aristokratisch geprägt waren. Die Plantagenbesitzer bildeten eine Klasse von Eigentümer-Betreibern mit engen Verbindungen nach Portugal. Die Sklaverei wurde weitgehend von portugiesischen Interessen gelenkt.

Nachfrage, Asiento und Expansion des Sklavenhandels

Mit wachsender Nachfrage nach Arbeitskräften stieg die Möglichkeit, hohe Rentabilität bei geringen Kosten zu erzielen. Das sogenannte Asiento-System erlaubte der Krone, privilegierte Verträge für die Lieferung von Sklaven zu vergeben; dadurch konnte in vereinbartem Umfang eine massive Einführung von Sklaven ermöglicht werden, wobei der Staat oft Zahlungen oder Abgaben aus dem Handel erhielt. Ab dem achtzehnten Jahrhundert war der Sklavenhandel zunehmend nicht mehr die ausschließliche Domäne der Portugiesen, sondern dehnte sich auf weitere europäische Akteure aus.

Absolutismus

Absolutismus

Der Absolutismus war eine Regierungsform, die die Macht in der Person des Königs konzentrierte. Parlamente, Gerichte oder Generalstände wurden oft von der Mitwirkung ausgeschlossen, sodass die gesamte Staatsgewalt und die Ausübung der Exekutive, Legislative und Judikative beim Monarchen lagen. Die Könige handelten häufig despotisch, beriefen sich jedoch auf göttliche und naturrechtliche Legitimation.

Der Absolutismus begünstigte in der Regel Adel, Klerus und Teile des Bürgertums, traf aber Bauern und Kleinbürger oft hart.

Typische Maßnahmen absolutistischer Herrscher

  • Schaffung politischer Zentren, von denen aus die Autorität ausgeübt wurde.
  • Vereinheitlichung des nationalen Marktes, Regulierung der Wirtschaft und Implementierung von Systemen, die teils Bauern und Kleinunternehmer benachteiligten, aber die großen Grundbesitzer und die einflussreiche Geistlichkeit begünstigten.
  • Aufbau einer staatlichen Bürokratie, häufig mit Beteiligung des Adels.
  • Errichtung eines diplomatischen Apparats.
  • Formierung einer stehenden nationalen Armee.
  • Proklamation des Monarchen als Staats- und Regierungsoberhaupt sowie oft als Förderer oder Oberhaupt der Landeskirche.

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