Soziale Arbeit: Demokratie, Inklusion und Gemeinwesenarbeit
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1.1. Demokratische Bürgerschaft und sozialer Wandel
Die größte Herausforderung für die Gemeinschaft der Sozialarbeiter besteht darin, die demokratische Bürgerschaft als zentralen Schwerpunkt all ihrer Maßnahmen zu etablieren. Die Fähigkeit, sich zu organisieren und kollektiv Rechte zu verteidigen oder bestimmte Ziele zu erreichen, ist eine notwendige Kompetenz für Einflussnahme und Überleben in demokratischen Gesellschaften.
Der Prozess gliedert sich in folgende Schritte:
- Diagnose: Analyse der Herausforderungen und Probleme aus dem Blickwinkel der Demokratie und der Gleichstellung in einem spezifischen Lebensumfeld.
- Zielsetzung: Festlegung interner Ziele (Stärkung der Gemeinschaft) und externer Ziele (Ergebnisse durch kollektives Handeln).
- Gestaltung: Planung der Gemeinschaftsstruktur, Interaktionsdynamiken, Kommunikation und Evaluierungsmethodik.
- Abschlussbewertung: Auswertung der Ergebnisse durch die beteiligten Personen und Reflexion der professionellen Arbeit der Sozialarbeiter.
1.2. Ungleichheit und soziale Ausgrenzung
Die Herausforderungen durch soziale Verwerfungen und Ausgrenzung in komplexen Gesellschaften erfordern eine Wiederbelebung der methodischen Ansätze in der Gemeinwesenarbeit. Der theoretische Ansatz, der Gemeinschaft und soziale Eingliederung verbindet, basiert auf dem kooperativen Wesen des Menschen als wesentlichem Element der persönlichen und kollektiven Identität.
Um Risiken der Ausgrenzung zu begegnen und Potenziale zu nutzen, müssen Sozialarbeiter Techniken entwickeln, die Gemeinschaft schaffen und die persönliche Leistung der Teilnehmer fördern. Ziel ist es, kollektive und gemeinsame Entscheidungen für ein vorgegebenes Ziel zu ermöglichen.
1.1.1. Trends der Ausgrenzung: Ziele für die Gemeinwesenarbeit
Die Herausforderungen, Chancen und Ziele der Gemeinwesenarbeit lassen sich in drei Kernbereiche unterteilen:
1) Globalisierung
- Herausforderungen: Standortverlagerungen, Bildungsanforderungen, asymmetrische Machtverteilung, Migrationsströme.
- Chancen: Mobilität und transnationale Zusammenarbeit.
- Interne Ziele: Stärkung von Bildungssystemen und Aufklärung für das Zusammenleben in heterogenen Umfeldern.
- Externe Ziele: Verbesserung des Bildungssystems sowie des ökologischen und technologischen Kontextes.
2) Arbeitsmarkt
- Herausforderungen: Deregulierung, Flexibilisierung und informelle Wirtschaft.
- Chancen: Höhere Flexibilität und neue Chancen für Frauen.
- Interne Ziele: Erhöhung des sozialen Kapitals und Etablierung von Solidaritätsmechanismen bei Arbeitslosigkeit.
- Externe Ziele: Organisation für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Schaffung von Fortbildungsmaßnahmen.
3) Wohnungsnot und Ausgrenzung
- Herausforderungen: Armut, schlechte Wohnverhältnisse und soziale Ausgrenzung.
- Chancen: Sanierung städtischer Gebiete.
- Interne Ziele: Stärkung der Bindungen innerhalb der Gemeinschaft.
- Externe Ziele: Zusammenarbeit mit Behörden und Organisation der Gemeinschaftsressourcen für den Zugang zu Wasser, Strom und Grundversorgung.