Soziale Beziehungen & Erziehungsstile in der frühen Kindheit — Freundschaft und Bindung

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Kapitel 5.5: Soziale Beziehungen in der frühen Kindheit

Alle Definitionen der Freundschaft: Freundschaft ist mehr als eine bloße Bekanntschaft; sie ist emotionaler Natur. Freunde schätzen einander. Freundschaft ist ein wechselseitiger Prozess, der sich in konkreten Handlungen zeigt. Es handelt sich um eine ähnliche Verbindung zwischen sozialen Wesen, die einander nahe stehen und sich gegenseitig wichtig sind.

Unterschied zwischen Freundschaft und Anhänglichkeit

Freiwilligkeit: Freundschaft ist eine freiwillige Verbindung; Freunde können gewählt werden, Eltern nicht. Eine dyadische Beziehung ist in der Regel symmetrisch und reziprok: Die Mitglieder stehen, unabhängig vom Alter, auf einem ähnlichen Beziehungsniveau. Eine Person kann zu einer anderen hin attachment zeigen, ohne dass dieses Gefühl erwidert wird; in einem solchen Fall handelt es sich nicht um Freundschaft.

Anspruch und Erhalt: Freundschaft ist anspruchsvoll: Man muss sie verdienen und durch angemessenes Verhalten bewahren. Dazu gehört, die Perspektive des anderen zu kennen, seine Wünsche zu respektieren, mit ihm zu kooperieren usw. Im Gegensatz dazu ist die Bindung von Kindern an ihre Eltern meist bedingungslos.

Stabilität: Obwohl Freundschaften tendenziell relativ stabil sind, gibt es während Kindheit und Adoleszenz häufigere Veränderungen.

Definition (zitiert): "Eine dyadische Bindung, gegenseitig und freiwillig, die über die Zeit aufrechterhalten wird, bei der gegenseitige Beeinflussung (Interesse und Sensibilität dafür, was dem Freund passiert) sowie umfangreiche und intime Interaktionen und Gegenseitigkeit erforderlich sind."

Erziehung: Ausdrucksformen und Erwartungen

Ausdrucksformen der Zuneigung: Eltern können in ihrer Wärme sehr unterschiedlich sein — von sehr warm bis sehr kühl.

Strategien zur Disziplin: Dazu zählen die Verwendung von Erklärungen, kritischer Akzeptanz und in manchen Fällen körperlicher Züchtigung.

Kommunikation: Manche Eltern hören geduldig zu, andere verlangen Stillschweigen.

Erwartungen an Autonomie: Eltern unterscheiden sich darin, wie viel Eigenverantwortung sie von ihren Kindern erwarten.

Erziehungsstile

  • Autoritär

    Das Wort der Eltern ist Gesetz. Schlechtes Verhalten wird bestraft; die Regeln sind klar. Kinder haben kaum Mitspracherecht. Gespräche über Gefühle sind selten. Autoritäre Eltern glauben zu wissen, was das Beste für ihre Kinder ist und was sie für sie tun sollten. Sie lieben ihre Kinder, zeigen jedoch oft wenig Zuneigung. Sie fungieren als Autoritäten.

  • Permissiv

    Diese Eltern sind weniger fordernd. Sie zeigen selten Ungeduld und üben wenig Disziplin. Sie verlangen kaum Reife vom Kind. Permissive Eltern sind liebevoll und akzeptieren ihre Kinder, hören ihnen zu und teilen Gefühle offen. Sie versuchen, in allem zu helfen, und werden oft als Freunde der Kinder wahrgenommen.

  • Diszipliniert (autoritative)

    Diese Eltern setzen klare Grenzen und setzen Regeln durch, hören aber auch auf die Anliegen und Fragen ihrer Kinder. Sie sprechen über Gefühle und Probleme und fordern Reife ein. Sie sind liebevoll und verständnisvoll, neigen eher zum Verzeihen als zum Bestrafen und erklären Entscheidungen nachvollziehbar. Sie sind Führer und Mentoren.

Auswirkungen der Erziehungsstile

Autoritäre Erziehung: Auswirkungen

Kinder, die autoritär erzogen werden, sind häufig gehorsam und pflichtbewusst, aber oft auch eher passiv. Sie sind nicht unbedingt besonders glücklich und neigen zu Schuldgefühlen oder depressiven Verstimmungen. Wenn etwas schiefgeht, geben sie sich oder anderen die Schuld. In der Adoleszenz können sie früher das Elternhaus verlassen.

Permissive Erziehung: Auswirkungen

Bei permissiv erzogenen Kindern fehlt oft Kontrolle und Selbstbestimmung; sie zeigen eine schlechtere emotionale Regulation und mehr Unreife. Sie haben Schwierigkeiten, stabile Freundschaften aufzubauen, und bleiben häufiger länger im elterlichen Haushalt sowie abhängig in frühem Erwachsenenalter.

Disziplinierte / autoritative Erziehung: Auswirkungen

Kinder aus autoritativen Haushalten sind in der Regel am erfolgreichsten: sie sind konsistent, relativ intelligent, zufrieden mit sich selbst und großzügig gegenüber anderen. Solche Kinder sind bei Lehrern und Gleichaltrigen meist beliebt und zeigen Initiative.

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