Soziale Fehlanpassung, Motivation und Paterson-Modell

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Situationen sozialer Härten

Situationen der sozialen Härten. Erstens ist es notwendig, den Begriff der Fehlanpassung zu klären.

Fehlanpassung ist das Abweichen von Regeln und sozialen Normen in der Gesellschaft oder in der sozialen Gruppe, der der Einzelne angehört.

Auf der anderen Seite kann in einigen Fällen ein Begriff beliebig sein und sich im Laufe der Zeit verändern: Was gestern als Abweichung galt, kann heute Teil eines sozialen Anspruchs oder sogar ein Recht sein.

Um eine Situation zu analysieren, sind die psychosozialen Aspekte der Person sowie das Umfeld, in dem sie lebt und aufwächst, zu berücksichtigen.

Motivation und Fehlanpassung

Nach J. Valverde kann eine Person, die in einem sozial benachteiligten Umfeld aufwächst, ein fehlangepasstes Verhalten in Bezug auf Gesetze und Standards entwickeln. Dies liegt vor allem an einer großen Diskrepanz zwischen den angestrebten Zielen und den in ihrer Umgebung verfügbaren Mitteln, diese Ziele zu erreichen. Die Motivation, angesichts dieser großen Distanz zu glauben, ist, dass sich das Individuum zunehmend entfremdet fühlt und das Etikett „Außenseiter" erhält.

Aspekte unpassenden Verhaltens

Zum besseren Verständnis unpassenden Verhaltens sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Beziehungen zwischen dem Subjekt und einer nicht angepassten Umgebung.
  • Dauerhaftigkeit oder lange Persistenz dieser unangemessenen Beziehungen.
  • Die Unzulänglichkeiten führen schließlich zu psychologischen Auswirkungen, sowohl subjektiv als auch objektiv, die das Selbstkonzept des Betroffenen betreffen.

Der Prozess ähnelt einem Schneeball, der immer größer wird, bis die Person in ihrer Fähigkeit eingeschränkt ist, eine wichtige oder konstruktive Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Dies äußert sich unter anderem in:

  • einem Mangel an aktiver und konstruktiver Mitarbeit als soziales Subjekt,
  • Schwierigkeiten des Zusammenlebens in der Gesellschaft,
  • der Bildung von Gruppen, deren Ziele weit von konstruktiven Verhaltensmustern entfernt sind und nicht von der Gesellschaft akzeptiert werden.

Modell von G. R. Paterson

G. R. Paterson entwickelte ein Modell, das erklärt, wie Zwang zu antisozialem Verhalten entstehen kann.

  1. In der Familie: Sind die Erziehungspraktiken nicht angemessen und das Kind nimmt wahr, dass negatives Verhalten (weinen, Dinge zerbrechen ...) Vorteile hat — etwa das Entgehen ungünstiger Situationen oder das Erhalten positiver Verstärkung —, lernt das Kind, seine Familie zu manipulieren.
  2. In der Schule: Wenn die familiären Muster, die die Grundlage der Sozialisierung des Kindes bilden sollten, nicht gut verinnerlicht wurden, hat das Kind keine angemessenen Interaktionskompetenzen für neue Situationen und wird von seinen Mitschülern zurückgewiesen.
  3. Lernen mit Gleichaltrigen: In dieser Stufe wird das Lernen mit Gleichaltrigen relevant und antisoziale, abweichende Verhaltensweisen werden weiter verstärkt. Fühlt sich das Kind von Mitschülern ausgeschlossen und erlebt schulisches Scheitern, sucht es Anschluss bei Gleichgesinnten.
  4. Etappe: Erwachsensein: In der letzten Etappe, dem Erwachsensein, treten deutliche Schwierigkeiten beim Erwerb unterschiedlicher Fähigkeiten auf und beim Erreichen bzw. Erlernen einer dauerhaften Beschäftigung.

Beeinflussung: Marginalität und Kriminalität

  • die Umwelt
  • kriminelle Banden
  • Straftaten unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen

Motivation und Verhalten

Motivation ist die Ursache oder der Grund, der eine Person zu einer bestimmten Handlung bewegt. Verwechseln Sie Motivation bitte nicht mit instinktivem Verhalten; dieses erfordert keine Motivation.

Alles menschliche Verhalten ist mehr oder weniger zielgerichtet. Die Gründe, die Menschen bewegen, sind in der Regel das Erreichen eines Ziels oder die Erfahrung von Verstärkung. Motivation kann ein Produkt von Erfahrungen sein.

Nach Bandura wird Verhalten durch seine Folgen (Belohnung oder Bestrafung) reguliert; zudem beeinflussen die erwarteten Folgen das Verhalten. Wenn einer Person unrealistische Ziele gesetzt werden und sie nach wiederholtem Scheitern kurz davor ist, aufzugeben, ist es schwierig, Motivation aufrechtzuerhalten. Um eine Person zu mobilisieren, ist ein Gleichgewicht zwischen Unbehagen und der Hoffnung auf Verbesserung erforderlich.

Theorien der Motivation: Maslows Pyramide

Bedürfnis ist die Quelle der Motivation. Wenn ein Bedürfnis besteht, ist das Individuum motiviert, es zu befriedigen.

  1. Grundbedürfnisse: Physiologische Bedürfnisse wie Hunger und Durst.
  2. Sicherheitsbedürfnisse: Das Bedürfnis, sich sicher zu fühlen, insbesondere in Gefährdungssituationen.
  3. Bedürfnis nach Zugehörigkeit: Liebe, Zuneigung, Freundschaften und Beziehungen zu anderen.
  4. Wertschätzungsbedürfnisse: Das Bedürfnis nach Selbstachtung sowie nach Respekt und Anerkennung durch andere.
  5. Selbstverwirklichung: Das Streben nach persönlicher Entfaltung und Zufriedenheit sowie dem Ausschöpfen der eigenen Fähigkeiten.

Die Bedürfnisse sind hierarchisch nach ihrer Bedeutung geordnet. Menschen versuchen zuerst, die dringlichsten Bedürfnisse zum Überleben zu befriedigen. Erst wenn die Grundbedürfnisse erfüllt sind, treten andere Kategorien in den Vordergrund. Diese Reihenfolge gilt für die Mehrheit der Menschen, kann jedoch individuell unterschiedlich gewichtet sein.

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