Die soziale Funktion der Sprache: Diglossie, Konflikt und Sprachstandardisierung
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Die soziale Funktion der Sprache
Die soziale Funktion der Sprache ist eng mit den sozialen Beziehungen innerhalb einer Gesellschaft verbunden. Sie kann folgende Funktionen umfassen:
1. Identitätsbildung
Sprache dient als Vehikel für die interne Artikulation des eigenen Denkens.
2. Vertraute Funktion
Sprache, die zu Hause mit Eltern und Geschwistern gesprochen wird. Im Galicischen überlebte die Sprache beispielsweise jahrhundertelang als Familiensprache. Einzelpersonen sprachen möglicherweise nur Galicisch mit Erwachsenen (je nach Kontext und Gesprächspartnern) oder in institutionellen Situationen (Diglossie).
3. Institutionelle Funktion
Sprache, die im Einklang mit der institutionellen Rolle des Bürgers gegenüber politischen und administrativen Institutionen verwendet wird.
Diglossie und Sprachkonflikt
Unter sprachlichem Konflikt versteht man den Streit zwischen zwei Sprachen, die potenziell alle Kommunikationsfunktionen in demselben Gebiet ausüben können. Ein Sprachkonflikt leitet sich aus dem Sprachkontakt ab und kann nicht ohne die Untersuchung der historischen Ursachen betrachtet werden, die ihn hervorgerufen haben. Man muss die Gründe bedenken, warum in einem Gebiet zwei Sprachen koexistieren. Die häufigsten Ursachen für die Koexistenz verschiedener Sprachen sind:
- Prozesse der politischen Erweiterung und Vereinheitlichung.
- Wirtschaftlicher und kultureller Druck.
- Migrationsbewegungen.
In São Paulo kann die Präsenz des Kastilischen nicht von der „Politik der sprachlichen Einheit“ getrennt werden, die von der Krone Kastiliens seit dem Ende des 15. Jahrhunderts gefördert wurde. Das Kastilische begann, das Galicische aus den öffentlichen Verwendungen zu verdrängen, sodass die Sprache unserer Familie privat wurde. Die Dominanz der Sprache führte im Laufe der Zeit zu der Vorstellung, dass Spanisch die Sprache sei, die höher gestellt und wichtiger sei als das korrekte Galicisch. Die Portugiesen, die mündlich als weniger angesehen galten, schenkten einigen Sprechern weniger Aufmerksamkeit.
Es gibt zwei mögliche Ergebnisse: Das vollständige Verschwinden einer Sprache (Sprachwechsel) oder Prozesse, die die Koexistenz beider Sprachen erzwingen (Sprachstandardisierung).
Sprachvorurteile
Sprachen sind nicht frei von Stereotypen, Vorurteilen und negativen Bewertungen. Zu den Vorurteilen gegenüber der galicischen Sprache gibt es einige alte, aber auch moderne Missverständnisse:
- „Die galicische Sprache ist arm“: Dies wird oft den Bewohnern ländlicher Gebiete zugeschrieben und dient außerhalb von São Paulo nicht als Argument.
- „Die galicische Sprache ist eine Steuer“: Dies bezieht sich auf die Verwendung in Schulen und Verwaltungen.
- „Die galicische Sprache ist ein erfundenes Standardwerk“: Dies gilt für alle Standards weltweit. Das Problem ist, dass für einige das Galicische zu Hause als „schlampig“, rustikal und „kastilisch gefärbt“ gilt, während der Standard als „erlernt“ und künstlich angesehen wird.
Der Aufbau der Standardvariante
Die Verschriftlichung der aus dem Lateinischen abgeleiteten Sprachen bewegt sich zwischen zwei Grundtendenzen: eine, die sich an der Sprache des Volkes orientiert, und eine andere, die sich an Richtlinien mit höherem Bildungsniveau und elitär orientiert. Diese beiden Richtungen waren immer in der Verschriftlichung des Portugiesischen präsent.
Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts begann das Galicische, wichtige Bereiche zurückzugewinnen, in denen es noch an einer einheitlichen kultivierten Variante mangelte. Der Vorschlag in dieser Zeit wurde glücklicherweise durch das Seminario de Estudos Galegos vorangetrieben. Im Jahr 1936 wurde die redaktionelle Tätigkeit ins Exil verlagert, aber die räumliche Trennung führte nicht zu schwerwiegenden Unterschieden in der Rechtschreibung; die Auswanderer in Galicien folgten denselben Rechtschreibstandards.
In den 50er und 60er Jahren wurde der Vorschlag für den Standard als „Standard-Galaxie“ bezeichnet, wobei die Regeln galten, die der Verlag der in Vigo veröffentlichten Bücher anwandte. Nach mehreren detaillierten Neukalibrierungen machte das moderne Galicisch in diesem Jahrhundert Fortschritte bei seiner vollständigen Normalisierung im Rahmen eines modernen und vereinheitlichten Standards.
Ähnlich wie Rechtschreibung und Morphologie durchlief auch der Wortschatz auf seinem Weg zu Mustern eine Reihe von Anpassungen. Es gab ein bewusstes Eingreifen in den galicischen literarischen Wortschatz, besonders deutlich in der Prosa der Männer der Nós-Gruppe. Bei Sprechern, deren Muttersprache Spanisch ist, zeigen sich Einflüsse spanischer Verbformen, aber der Einfluss auf das Vokabular ist älter und spürbarer, da das Kastilische Jahrhunderte der Existenz im Galicischen hat. Die dialektale Vielfalt des Galicischen bei Spanischsprechenden führt zu vielen Störungen im Lautsystem und in der Grammatik, wobei Verbformen oft ignoriert werden. Spanier, die Spanisch sprechen, verwenden in der Regel bewusst falsche Ausdrücke.