Soziale Kontrolle und Repression im franquistischen Spanien
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Soziale Kontrolle und Repression: Die interne Kontrolle
Die spanische Gesellschaft der 1940er Jahre war durch eine starke Unterdrückung der Republikaner und Kommunisten gekennzeichnet. Dies führte dazu, dass Konzentrationslager errichtet wurden, in denen republikanische Gefangene interniert waren. Im Jahr 1940 gab es etwa 300.000 Inhaftierte. In allen Fällen kam es zu physischer und psychischer Folter.
Militärgerichte und das Gesetz über politische Verantwortung
Militärgerichte waren an der Tagesordnung und urteilten nach Militärgesetzen, was oft die Todesstrafe bedeutete. Allein in Katalonien wurden 1.077 Personen durch Militärgerichte zum Tode verurteilt. Oft reichten anonyme Anschuldigungen aus, um jemanden zu untersuchen und zu inhaftieren. Es wurde eine besondere Stelle für die Verfolgung politischer Gegner geschaffen: die Brigada Político-Social. Zudem gab es ein spezielles Gesetz zur Verfolgung politischer Gesinnungen: das „Gesetz über die politische Verantwortung“ (Ley de Responsabilidades Políticas, 1939–1945). Jede Person, die seit Oktober 1934 identifiziert wurde, konnte enteignet werden; ihr Eigentum wurde vom franquistischen Staat eingezogen.
Säuberungen und gesellschaftliche Kontrolle
Zusätzlich wurden „Säuberungen“ (Depuración) in die Praxis umgesetzt. Dies waren Verfahren unter Beteiligung von Militär und Kirche. Wenn eine Person als Kommunist deklariert wurde, verlor sie ihre Stelle im öffentlichen Dienst (Lehrer, Ärzte usw.). Kinder wurden zur Adoption durch franquistische Familien gezwungen. Die Kirche war für die umfassende Kontrolle der Gesellschaft zuständig. Es wurden verstärkt „spanische“ Werte und Folklore verbreitet, wie:
- Stierkampf
- Sevillanas
- Religiöse Prozessionen
- Bilder der Katholischen Könige
Repression in Katalonien
Im Fall von Katalonien war die Repression durch den Kampf gegen den katalanischen Nationalismus geprägt, den der Franquismus als radikal betrachtete, da er die Einheit Spaniens bedrohte. Das Ziel war es, Katalonien zu unterwerfen. Katalanische nationalistische Symbole wie die Flagge oder die Hymne (Els Segadors) wurden für illegal erklärt. Der Gebrauch der katalanischen Sprache in der Öffentlichkeit wurde verboten, und Namen von Straßen sowie Städten wurden geändert (z. B. von Sant Quirze de Besora zu San Quirc de Besora). Die Kultur wurde zensiert, und die meisten Intellektuellen gingen ins Exil (z. B. Picasso). Es ist jedoch auch wahr, dass sich einige zum Franquismus bekannten (z. B. Eugenio d'Ors, Dalí).
Verwaltungsstruktur und Überwachung
Die Zensur war besonders streng gegenüber den Katalanen und der politischen Opposition. Die Regierung hob zivile Gesetze und Statuten auf; Katalonien wurde wie jede andere spanische Region behandelt. Die Staatsgewalt in Katalonien wurde durch den Zivilgouverneur (Gobernador Civil) und den Generalkapitän (Capitán General) ausgeübt. Der Zivilgouverneur war für die öffentliche Ordnung zuständig und erhielt seine Befehle direkt aus Madrid. Er leitete auch die FET y de las JONS. In jeder Provinz gab es einen Zivilgouverneur, der eng mit dem Militär zusammenarbeitete. Der Generalkapitän der Armee in Katalonien stand für die Einheitlichkeit und verfolgte Antifranquisten, wobei er bei Bedarf auch Gewalt anwendete.