Soziale Netzwerke: Chancen und Gefahren

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Einleitung

Ein schockierender Zeitungsartikel beschäftigt mich schon seit mehreren Tagen: „Selbstmord nach Liebeserklärung auf Facebook“. Dieser erzählt von einer schlimmen Entscheidung eines 15-jährigen Mädchens, welches sich nach einer zurückgewiesenen Liebeserklärung auf Facebook das Leben nahm. Für viele, vor allem Jugendliche, ist der tägliche Besuch dieses Internetportals absolute Routine. Daraus ergibt sich natürlich die Frage: Was ist der Grund für diese derartige Beliebtheit und zu welchen folgenschweren Begleiterscheinungen kann es kommen?

Hauptteil

Gründe für die Beliebtheit

Ein Grund, wieso Internetportale heutzutage so beliebt sind, ist die Möglichkeit, neue Freunde kennenzulernen. Durch praktische Suchfunktionen wie „Leute in deiner Umgebung“ oder „Wer geht noch auf deine Schule“ ist es einfacher, mit fremden Leuten in Kontakt zu treten. Zum Beispiel hat meine kleine Schwester dadurch die Chance bekommen, ihren derzeitigen Freund kennenzulernen.

Eine große Rolle spielt außerdem die Möglichkeit, sich selber vorzustellen. Durch das eigene Profil kann man anderen seine Interessen, Hobbys oder Probleme mitteilen, Fotos hochladen und Gruppen beitreten, die sich mit ähnlichen Interessen beschäftigen.

Ein negativer, aber wichtiger Punkt für ihre Beliebtheit ist der Gruppenzwang. Viele Jugendliche haben sich dort nur ein Konto erstellt, weil es „alle machen“ oder weil es ihnen von ihren Freunden empfohlen wurde. Allein ein geschätztes Fünftel aller Facebook-Accounts ist inaktiv, weil er von seinen Besitzern nur erstellt wurde, um dazuzugehören.

Auf solchen Internetportalen findet man auch oft lustige Spiele, mit denen man sich wunderbar die Zeit vertreiben kann. Daran sieht man, dass auch Spaß eine sehr wichtige Rolle spielt. Es ist außerdem eine Möglichkeit, um sich von seinem grauen Alltag abzulenken und einfach einmal lockerzulassen.

Kommunikation und Risiken

Der jedoch wichtigste Grund ist auf jeden Fall die Möglichkeit der schnellen und unkomplizierten Kommunikation. Hierbei bieten Internetportale alles, was einem die Kontaktaufnahme, das Versenden von Nachrichten an einen oder mehrere Freunde oder das Mitteilen einer Statusnachricht auf seinem Profil erheblich erleichtert. Was man früher per Brief oder E-Mail versendet hat, wird jetzt durch solche Internetportale ersetzt, welche einem zusätzlich mit der „Wer ist online“-Anzeige das Leben erleichtern.

Jedoch gibt es auch Nachteile und Probleme, die hierbei auftreten können. So nimmt ein solches Profil auch sehr viel Einfluss auf das Berufsleben. Durch persönliche Fotos, angegebene Interessen, Alter oder sogar die eigene Telefonnummer macht man sich angreifbar. Laut einem Zeitungsartikel verwendet mittlerweile jeder zweite Arbeitgeber die Suchfunktion bei solchen Internetportalen, um mehr über seine Bewerber oder Angestellten zu erfahren.

Sucht und Mobbing

Eine weitere Begleiterscheinung kann die Computersucht sein. Für viele Jugendliche wird es irgendwann ein Zwang, sich jeden Tag auf solchen Internetportalen aufzuhalten; sie tun meist nichts anderes mehr. Alle ihre Gedanken müssen im Internet festgehalten werden und möglichst alle Freunde sollen es lesen. Ein guter Freund von mir ist unter anderem davon betroffen, und abgesehen von seiner verschwendeten Zeit leiden meist auch die Noten darunter.

Das sogenannte „Online-Mobbing“ rückt auch immer mehr ins Rampenlicht und immer mehr Schüler sind davon betroffen. Es werden Bilder von anderen schlecht dargestellt, verändert oder fiese und gemeine Kommentare darüber abgegeben. Viele Nutzer trauen sich schon gar nicht mehr, eigene Bilder hochzuladen, weil ihre Angst, darüber verspottet zu werden, zu groß ist. In einem Blogeintrag wurde letztens darüber diskutiert und das Ergebnis war, dass es manchen Jugendlichen so schlecht damit geht, dass sie gar nicht mehr leben wollen.

Verlust des persönlichen Kontakts

Eine weitere negative Entwicklung kann es auch auf das „echte Leben“ haben. Die Jugendlichen treffen sich nicht mehr oder telefonieren. Es wird alles nur noch über solche Nachrichten geregelt und vor allem der persönliche Kontakt geht dabei immer mehr verloren. Früher ist man beispielsweise rausgegangen und hat irgendwas zusammen unternommen. Heute bleibt man lieber zu Hause und chattet.

Der aber mit Abstand wichtigste Punkt gegen solche Internetportale ist die eigene Sicherheit. Manche Jugendliche können mit schlechten Nachrichten nicht umgehen und stürzen sich so selber ins Verderben. Aber auch durch die Angabe persönlicher Daten, Adressen oder Telefonnummern macht man sich sehr leicht angreifbar für Kinderschänder, Vergewaltiger oder Mörder. Ein absolut schockierender Zeitungsartikel hat mich letztens verstummen lassen. In diesem ging es um die Veröffentlichung einer sogenannten „Todesliste“ auf Facebook, mit Namen der Personen, die laut des Nutzers sterben sollten.

Schluss

Abschließend kann man sagen, dass solche Aktionen absolut menschenverachtend sind, aber leider heutzutage auch überall anders geschehen können. So finde ich persönlich solche Internetportale extrem praktisch, und wenn man für sich selber einen gesunden Kompromiss zwischen der Zeit, die man dort verbringt, und den persönlichen Daten, die man dort preisgibt, findet, kann ich es nur jedem guten Gewissens weiterempfehlen.

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