Die soziale Struktur der neuen Gesellschaft im 19. Jahrhundert
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Die neue Gesellschaft und ihre sozialen Schichten
Die neue Gesellschaft entstand in verschiedenen sozialen Schichten und ersetzte die alten Strukturen. Sie umfasste die folgenden Gruppen:
Die Aristokraten
Obwohl Privilegien gestrichen wurden, blieb die konservative Mehrheit die Quelle ihrer Macht. Viele Aristokraten heirateten in das reiche Bürgertum ein, kontrollierten Gemeinden oder arbeiteten in der Armee und Verwaltung. Die meisten bürgerlichen Aufsteiger wollten Grundbesitzer werden und wie der Adel leben.
Das Bürgertum
Die Industrialisierung und die Abschaffung bürgerlicher Privilegien erlaubten es dieser Schicht zu wachsen. Die Mehrheit der Grundbesitzer und des Bürgertums wollte wie der Adel leben. Ihr Lebensstil zeichnete sich wie folgt aus:
- Wirtschaftliche Lage: Ihre soziale Stellung resultierte aus ihren Unternehmen. Viele verwalteten Güter, andere vermieteten Eigentum oder waren in der Wirtschaft tätig, wie etwa Kolonialherren im Sklavenhandel. Sie verdankten ihre soziale Stellung ihrer kulturellen Vorbereitung und Bildung.
- Haus und Familie: Das Haus war ein privater Raum, der die erreichte gesellschaftliche Stellung widerspiegelte. Die Kleinfamilie bestand aus Vater, Mutter und Sohn – im Gegensatz zur Großfamilie, die aus einer großen Anzahl von Verwandten bestand. Die Familie war auf die Vaterfigur gegründet.
- Freizeit: Das Bürgertum hatte eigene soziale Räume wie Treffen im Café, Clubs, Casinos, Theater und die Oper für die Bescheideneren sowie Lounges und Tanz für die Reicheren. Seit Ende des Jahrhunderts begannen Sportarten wie Tennis und Golf.
Die Bauern
Die Bauern bildeten noch immer die größte Gruppe der Bevölkerung, und ihre Lebensweise blieb traditionell. Sie drückten sich gegen Liberalismus und Sozialismus aus und blieben eher konservativ. Es zeichneten sich zwei Gruppen ab:
- Die Wohlhabenden: Sie profitierten von liberalen Maßnahmen und wurden Grundbesitzer oder Pächter.
- Landlose Arbeiter: Sie wurden für ihre Arbeit bezahlt. Diese waren besonders in den Gebieten Süd- und Osteuropas zahlreich, in denen revolutionäre Ideologien wie der Anarchismus Fuß fassten.
Arbeiter in der Stadt
In den Städten entstanden Arbeiterklassen in der Industrie und im Dienstleistungssektor. Mit der Entstehung industrieller Produktionsstätten gerieten handwerkliche Betriebe in die Krise. Die Anzahl der Industriearbeiter erhöhte sich, wobei deren Züge gering qualifiziert und leicht austauschbar waren. Unter Industriearbeitern war Kinder- und Frauenarbeit verbreitet.
Zusammen mit den Industriearbeitern organisierten sich hochqualifizierte Arbeiter in Gewerkschaften und kontrollierten ihre Arbeit perfekt. Ab dem Jahr 1880 begannen Handwerker sowie alte und neue Arbeiter gegen die aktuelle Situation zu protestieren. In den Städten stieg auch die Anzahl der Arbeiter im Dienstleistungssektor, wie Beamte, Angestellte und Bankangestellte. Auch Ladenverkäufer und Hausangestellte waren reichlich vorhanden.
Die Lebensbedingungen der Industriearbeiter waren bedauerlich, und die Situation in den Wohnvierteln ohne öffentlichen Dienst war noch schlimmer. Die Verbesserung dieser Bedingungen erfolgte während des gesamten 19. Jahrhunderts durch soziales Handeln und den Druck der Arbeiterbewegung. Viele Arbeiter wählten die Emigration, andere verfielen dem Alkohol, der Prostitution oder der Kriminalität. Ihre Freizeit war unentwickelt und beschränkte sich auf Kabaretts, Konzerthallen, Kinos, Straßentheater und vor allem die Taverne.