Sozialer und Kultureller Wandel in Buenos Aires 1920: Migration, Moderne und Jugend
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Bs As 1920: Soziale und Kulturelle Umwälzungen
Tiefgreifende Veränderungen im Stadtzentrum
Im Jahr 1920 erlebte Buenos Aires schockierende Entwicklungen und tiefgreifende Veränderungen in der Kultur und der Art und Weise, wie die Menschen mit ihrem Stadtzentrum interagierten. Dies war bedingt durch eine starke Einwanderungswelle, die die Gesellschaft Argentiniens, insbesondere Buenos Aires, revolutionierte.
Nach dem Ersten Weltkrieg kamen 878.000 Immigranten, mehrheitlich aus Spanien und Italien. Bis 1920 hatte sich die Bevölkerung im Vergleich zu 20 Jahren zuvor verdoppelt.
Die Einwanderer profitierten von einem Anstieg der Alphabetisierungs- und Bildungsquote, doch der soziale Aufstieg und die Etablierung im Kulturbereich waren ein harter Kampf.
Sprache und städtischer Raum
Die Sprache und der städtische Raum wurden durch Stadtplanung, Architektur und Dekoration neu geformt. Neue Ausdrucksformen entstanden durch neue Technologien und Maschinen, ebenso wie neue architektonische und künstlerische Strömungen.
Buenos Aires präsentierte sich mit monumentalen Werken, die die Kraft und die neuen Trends der Moderne zeigten, wie die großen Boulevards (die „rex“ – wahrscheinlich eine Anspielung auf die Avenida de Mayo oder ähnliche Prachtstraßen).
Auch die Fahrzeuge vervielfachten sich und ihre Netze erweiterten sich. So entstand die neue Gewohnheit: „Vom Zentrum aus die spektakulären Gebäude genießen.“ In dieser Zeit waren so viele Sprachen zugelassen wie gesellschaftliche Gruppen existierten.
Durch öffentliche Bildung konnten auch die Kinder der Einwanderer in das gesellschaftliche Leben integriert werden. Diese sprachlichen Wechselwirkungen machten die Vielfalt der Sprachen zu einem wichtigen Thema und einer Debatte unter den Schriftstellern.
Neue Gewohnheiten und kultureller Konsum
In Buenos Aires hielten Innovationen wie Rundfunk, Film, Werbung und Massenmedien Einzug und erreichten große Teile der Gesellschaft.
Die öffentliche Erziehung schuf einen neuen Lesertyp, anders als die vorherigen. Nie zuvor waren so viele Sektoren gebildet.
- Es entstanden Zeitungen und Zeitschriften mit neuen Inhaltsformaten.
- Diese wurden von den konservativeren und aufgeklärten Sektoren verachtet (z. B. Modemagazine, Tangotexte, Klatsch über Schauspieler).
Es entstanden auch neue Kontexte und Institutionen:
- Aktualisierte Bibliotheken in jedem Umfeld.
- Vereine und Verlage, die Kultur verbreiteten und günstige Bücher über Philosophie, Sozialwissenschaften usw. veröffentlichten.
Jugend und Identität
Die Jugend war stets der Motor der Moderne in Buenos Aires und der Migranten. Junge Menschen waren die Autoren der neuen argentinischen Literatur.
Das Jahr 1920 etablierte einen modernen Kontext, in dem Werte wie Änderung, Erneuerung, Fortschritt und Zukunft verteidigt wurden, wodurch die Rolle der Jugend von primordaler Bedeutung wurde.
Akademische Reform und neue Ideologien
Im Jahr 1918 fand die Universitätsreform von Córdoba statt, die eine Konfrontation der neuen Ideologien mit der alten akademischen Ordnung an der Universität darstellte.
Es waren junge Menschen, die sich gegen die alte Universitätsordnung stellten, sich gegen die niedrigen Löhne der Arbeiter aussprachen und die Gründung der Zeitschrift „Martín Fierro“ vorantrieben.