Sozialisation und Neurotransmitter: Psychologische Prozesse verstehen

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Sozialisation: Der Weg zur sozialen Verantwortung

Sozialisation definiert den Prozess, durch den eine Person lernt, sich sozial verantwortlich zu verhalten. Dieser Prozess unterstützt das Erlernen und Verinnerlichen der Normen und Werte der Gesellschaft, in der man lebt.

Sozialisation hat zwei wesentliche Aspekte:

  • Einerseits beschreibt sie, wie das Individuum im Rahmen seiner Kultur eine bestimmte Rolle einnimmt (der sichtbare Aspekt).
  • Andererseits beschreibt sie den internen psychologischen Prozess, durch den diese Normen verinnerlicht werden und die eigene Lebensweise entwickelt wird.

Man könnte sagen, dass die Art und Weise, wie wir Teil der Kultur werden, durch die Informationen bestimmt wird, die in unserem Gehirn aufgenommen werden.

Die Phasen der Sozialisation

Primäre Sozialisation

Dies ist die wichtigste und erste Phase. Sie tritt während der Kindheit auf und wird hauptsächlich durch die Familie durchgeführt. Sie basiert auf der Abhängigkeitsbeziehung des Kindes zu seinen Eltern und beinhaltet Zuneigung und emotionale Bindung. Dies ist die zarteste Phase.

Sekundäre Sozialisation

Die sekundäre Sozialisation beginnt, wenn das Kind realisiert, dass es neben seiner Familie auch andere Menschen gibt, und sich in die Gesellschaft integriert. Ihre wichtigsten Akteure sind:

  • Peer Groups (Gleichaltrigengruppen)
  • Das Bildungssystem / Schule
  • Die Arbeitswelt
  • Sportgruppen

Tertiäre Sozialisation

Diese Phase tritt nur in bestimmten Fällen auf, in denen das Individuum einen Bruch erlebt. Dies beinhaltet eine Verschiebung der inneren Werte und Normen und kann sogar die Persönlichkeit betreffen.

Neurotransmitter: Die chemischen Botenstoffe des Gehirns

Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die an der synaptischen Übertragung beteiligt sind. Diese Botenstoffe überwinden den synaptischen Spalt und binden an die Rezeptoren der empfangenden Neuronen, ähnlich wie Puzzleteile.

Santiago Ramón y Cajal, Nobelpreisträger, widmete seine Forschung der Übertragung von Nervenimpulsen. Es wurden bereits über 50 verschiedene Neurotransmitter identifiziert, und ihre Auswirkungen auf das menschliche Verhalten werden noch erforscht.

Wichtige Neurotransmitter und ihre Funktionen

Zu den wichtigsten Neurotransmittern gehören:

  • Acetylcholin
  • Noradrenalin
  • Adrenalin
  • Dopamin
  • Serotonin
  • Endorphine
  • Glycin
  • Histamin
  • Glutaminsäure oder Enzephalin

Es ist bekannt, dass bestimmte Nervenbahnen mit einem oder zwei Neurotransmittern arbeiten und dass spezifische Neurotransmitter gezielte Auswirkungen auf Verhalten und Emotionen haben können.

Einfluss von Substanzen auf die Synapsen

Medikamente können die Aktivität der Neurotransmitter in den Synapsen fördern oder hemmen.

Beispiele für pharmakologische Effekte
  • Curare: Südamerikanische Indianer verwendeten diese Substanz an ihren Pfeilspitzen. Curare blockiert die Wirkung von Acetylcholin, wodurch es nicht mehr auf die Muskeln wirken kann. Dies führt zu totaler Lähmung und kann den Herzschlag stoppen, was den Tod zur Folge hat.
  • Gift der Schwarzen Witwe: Dieses Gift führt zu einer massiven Ausschüttung von Acetylcholin, was heftige Krämpfe auslöst, die tödlich sein können.
  • Heroin: Wirkt auf die Rezeptoren von Endorphinen. Die Wirkung von Heroin lässt Schmerzen verschwinden, weshalb Süchtige immer höhere Dosen benötigen, um das Leiden zu lindern.
  • Kokain: Blockiert die Wiederaufnahme von Dopamin und verursacht eine Lawine von Erregung. Letztendlich führt dies jedoch zu einer Depression, sobald die Wirkung des Medikaments nachlässt.

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