Sozialismus: Überblick über Richtungen und Begriffe

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Sozialismus: Überblick über Richtungen und Begriffe

Sozialismus: Soziale Bewegung (theoretisch und praktisch), die die Bekämpfung der wirtschaftlichen Ungleichheiten als Folge des wirtschaftlichen Liberalismus zum Ziel hat.

Hauptrichtungen des Sozialismus

Es lassen sich drei Hauptrichtungen unterscheiden:

  • Anarchismus: Er zeichnet sich nicht nur durch den Kampf gegen wirtschaftliche Ungleichheiten aus, sondern auch gegen den Staat und alle Formen zentralisierter Macht.
  • Individualistischer Anarchismus: Diese Strömung strebt die maximale Freiheit des Einzelnen gegenüber jeglicher Beschränkung an, sei sie politischer, religiöser oder moralischer Art.
  • Gemeinsame anarchistische Auffassung: Demnach ist der Mensch ein zutiefst soziales Wesen; seine Entfaltung kann nicht ohne kollektiven Kampf erfolgen.

Utopischer Sozialismus und Vertreter

Der utopische Sozialismus zielt darauf ab, das soziale System zum Guten zu verändern. Zu seinen einflussreichsten Vertretern gehören:

  • Charles Fourier: Schöpfer eines neuen Modells sozialer Organisation, der Phalanstères, in denen die Arbeiter als Partner beteiligt sind und die Arbeit in Harmonie ohne Konkurrenz ausgeführt werden soll.
  • Robert Owen: Gründer einer egalitären Gemeinschaft in Indiana (New Harmony) und wichtiger Vertreter sozialer Reformen; er wirkte in der frühen britischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung.
  • Louis Blanc: Befürwortete Genossenschaften (»Nationale Werkstätten«), die durch schrittweise Einführung auf dem Markt die kapitalistischen Unternehmen verdrängen sollten.

Kommunismus und wissenschaftlicher Sozialismus

Kommunismus: Gekennzeichnet durch eine strikte Verteidigung wirtschaftlicher Gleichheit. Engels und Marx prägten gemeinsam den Begriff des wissenschaftlichen Sozialismus, um ihn vom utopischen Sozialismus abzugrenzen.

Die Anhänger von Marx befürworteten unter anderem:

  • die Übernahme des Staates durch eine Vorhut der Arbeiter mit dem Ziel einer »Diktatur des Proletariats«;
  • die Sozialisierung der Produktionsmittel;
  • die Abschaffung des Privateigentums als Ursache sozialer Ungleichheit und Ausbeutung;
  • letztlich auch die Auflösung des Staates.

Demokratische Systeme, in denen soziale Gleichheit nicht gegeben ist, bezeichneten Marxisten oft als »formale« oder »bürgerliche« Demokratien.

Demokratie, Sozialdemokratie und Verfassung

Politische Demokratie liegt vor, wenn die Merkmale eines demokratischen Staates erfüllt sind, das heißt, wenn die Regeln des demokratischen Spiels eingehalten werden.

Sozialdemokratie ist gegeben, wenn gewisse Gleichheiten hinsichtlich materieller Macht und wirtschaftlicher Bedingungen der Bürger bestehen.

Verfassung: Sie ist eine Reihe grundlegender Regeln für die Organisation und das Funktionieren eines souveränen Staates. Jede andere Regel oder jedes Gesetz, das mit der Verfassung in Konflikt gerät, ist ungültig.

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